Paris, 13.11.2015: Das Massaker im Club Bataclan war antisemitisch motiviert

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antisemitisch
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Dezember 2008: Zehn Muslime, die sich hinter PLO-Tüchern verbergen, drohen dem Pariser Club Bataclan, weil dort eine israelische Veranstaltung stattfindet (siehe Video).

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Club Bataclan

■ Wie schon bei der Geiselnahme in dem Pariser jüdischen Lebensmittelgeschäft im Januar 2015, will man auch im Fall des Massakers in dem Pariser Club Bataclan gerade in Deutschland von einem antisemitischen Hintergrund selten etwas wissen. Es wird kaum gefragt, warum die Pariser Attentäter es speziell auf diesen Club und auf die Band Eagles of Death Metal abgesehen hatten.

Seit 2007 wurde der Klub immer wieder von muslimischen Antisemiten attackiert. In dem großen Saal finden auch jüdische Festveranstaltungen statt und spielen immer wieder auch Bands aus Israel. Seit Jahren tauchen islamistische Videos im Netz auf, die deshalb mit Anschlägen auf das Bataclan drohen. Regelmäßig wurden diese Drohungen wiederholt, wenn wieder ein jüdisches Fest dort gefeiert wurde. Die islamistische Gruppe Jaish al-Islam drohte 2011 das Bataclan zu attackieren, weil der Besitzer „jüdisch“ sei:

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Antisemitismus

Times of Israel, Nov. 14, 2015
Bataclan theater long a target of anti-Zionist groups, report says.
French magazine Le Point (Pourquoi le Bataclan est-il régulièrement visé ?) said early Saturday that the Bataclan theater, targeted in Friday night’s Paris terror attacks, has for years been the target of anti-Zionist groups as its Jewish owners often put on pro-Israel events. (The Jewish owners actually sold the theater in September, it emerged on Saturday). The publication quoted a member of the extremist group Army of Islam, who told French security services in 2011 that, “We had planned an attack against the Bataclan because its owners are Jews.” The Eagles of Death Metal, the band performing at the theater when the attacks began, played in Tel Aviv’s Barby club in July.

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The Eagles of Death Metal

■ Auch die Band The Eagles of Death Metal wurde demnach nicht zufällig zum Anschlagsziel. Ihr Konzert wurde von den Islamisten ausgesucht, weil die Band vor kurzem in Israel aufgetreten war und sich in diesem Zusammenhang auch gegen Boykottaufrufe zur Wehr gesetzt habe. Diese Boykottaufrufe kamen aber nicht von Islamisten, sondern von der antisemitischen BDS-Bewegung, die um ein „progressives“ Image („Menschenrechte“, „Zivilgesellschaft“ etc.) bemüht ist:

The band performed at the Barby Club in Tel Aviv, Israel, in spite of pressure from anti-Israeli Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) activists. Roger Waters sent a letter to the band which reportedly demanded that they boycott Israel. Hughes publicly commented on Waters‘ letter at the Tel Aviv concert, saying „I would never boycott a place like this … You know what I wrote back? Two words … Never waste your time worrying about what an asshole thinks about you.” Hughes repeated the obvious two-word profanity to the cheering crowd in Tel Aviv. During the show he said “I’ve never felt more at home in my life”.

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Die Eagles of Death Metal haben sich von den BDS-Antisemiten nicht beeindrucken lassen. Aber zwei Tage vor ihrem Konzert im Bataclan hat sich die gesamte Europäische Union zur Boykottbewegung erklärt. Ein Sprecher der israelischen Regierung sagte am 12. November: „Wir bedauern, dass die Europäische Union aus politischen Beweggründen so einen extremen und diskriminierenden Schritt unternimmt, der einem Boykott ähnelt. Und dies ausgerechnet zu einer Zeit, in der Israel einer Terrorwelle ausgesetzt ist, die gegen alle seine Bürger gerichtet ist.“

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Anschläge, wie sie jetzt in Paris stattfanden, gibt es in Israel seit Jahrzehnten. Sie werden hier überwiegend als verständlicher Widerstand gegen „die Besatzer“ interpretiert. Nicht zuletzt von Linken.

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Bataclan
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(Video)

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Boykott-Aktion gegen Israel

Münchner Abendzeitung, 11.11.2015
Charlotte Knobloch ist empört:
Wirbel um angeblich israelfeindlichen Vortrag

Es ist ein harter Vorwurf von Charlotte Knobloch gegen das Projekt BDS („Boycott, Divestment and Sanctions“ – Boykott, Kapitalabzug und Sanktionen), das dort vorgestellt werden soll: Antisemitisch sei es, tarne „das sozial nicht adäquate ,Kauft nicht bei Juden!’ als modernisierte Form des Nazijargons in der Forderung ,Kauft nicht vom jüdischen Staat!’“, sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“.

Christopher Ben Kushka, selbst Mitglied bei BDS Deutschland, soll in dem Vortrag über die Hintergründe, Entwicklung und Wirkung der Kampagne sprechen. Diese will Israel beispielsweise über den Boykott von Exportgütern zwingen, die Besetzung der Palästinensergebiete zu beenden. Knobloch erklärte es für „inakzeptabel, dass solche anti-israelischen Veranstaltungen in städtischen Räumlichkeiten abgehalten werden“. „Wir können daraus nicht ersehen, dass es sich um einen Boykottaufruf handelt“, sagt dagegen das städtische Kulturreferat. Der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, Volker Beck, hatte im März öffentlich kritisiert, die Bundesregierung ducke sich weg, indem sie BDS nicht als antisemitisch einstufe.

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