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Wolfgang Seibert – „Faktenfinder“ des Spiegel entlarven „falschen Juden“

„Seit 15 Jahren steht ein vorbestrafter Betrüger und Hochstapler an der Spitze einer jüdischen Gemeinde Schleswig-Holsteins – hofiert von
Pastoren, Journalisten und der linken Szene“. Gleich vier Leute seines „Investigativ-Teams“ hat der SPIEGEL über Wolfgang Seibert, den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, recherchieren lassen. Und am 20. Oktober 2018 dann gleich drei Seiten im Heft für eine Enthüllung freigeräumt, deren Botschaft eindeutig ist:

„Wer sich in eine jüdische Identität flüchten kann, darf damit rechnen, unangreifbar zu sein“.

Anders gesagt: Ohne den deutschen „Schuldkult“ – den Begriff hat eben nicht die AfD erfunden – , wäre es soweit nicht gekommen.

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Das HAMBURGER ABENDBLATT textete am selben Tag eine Zusammenfassung hinterher:

„Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Pinneberg ein Hochstapler? Wolfgang Seibert soll gar kein Jude sein. Nach Recherchen des „Spiegel“ ist Seibert weder gebürtiger noch konvertierter Jude. Demnach kam er am 16. August 1947 als Sohn evangelischer Eltern in Frankfurt am Main zur Welt und sei drei Tage später getauft worden. Auch seine Großeltern seien evangelisch gewesen. Seiberts Behauptung, seine Großmutter Anna Katharina Schmidt (geborene Marx) sei Auschwitz-Überlebende, könne nicht stimmen, weil schon ihr Großvater evangelisch gewesen sei. Jüdische Vorfahren seien auch insofern unwahrscheinlich, schreibt der „Spiegel“, weil Seiberts Großvater väterlicherseits im Zweiten Weltkrieg Unteroffizier und sein Vater Grenadier gewesen seien. Hätte man sie als Juden betrachtet, wären sie nicht zur Wehrmacht eingezogen worden.

Darüber hinaus sei Seibert laut Bericht mehrfach wegen Betrugs und Unterschlagung vorbestraft. Seibert ist seit 2003 Vorsitzender der Jüdischen
Gemeinde Pinneberg. Er ist Vertreter des liberalen Judentums und prominenter Förderer des interreligiösen Dialogs. Vor zwei Jahren schloss seine Gemeinde den bundesweit ersten christlich-jüdischen Partnerschaftsvertrag mit der evangelischen Jerusalem-Gemeinde in
Hamburg-Eimsbüttel. Für bundesweite Schlagzeilen sorgte Wolfgang Seibert auch, als seine Gemeinde im Sommer 2014 einem muslimischen Flüchtling Kirchenasyl gewährte.“

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Die Darstellung in Spiegel und Abendblatt sind noch im Detail zu kommentieren (erfolgt aus Zeitgründen später).
Es sind auch noch eigene Beobachtungen aus Hamburg und Pinneberg hinzuzufügen.

Zur ersten Orientierung und als erste Maßnahme gegen den antisemitischen Tenor der „Hochstapler-Meldung“ (die bereits in linken Kreisen akzeptiert wird), hier ein Rückblick auf einen ähnlichen Fall , der von 1998 bis 2001 durch die Medien ging:

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BIOGRAPHIE UND FIKTION.

Der Fall Wilkomirski

Vor mehr als siebzig Jahren nahmen Dr. Kurt Dössekker und seine Frau Martha einen kleinen Jungen als Pflegekind an. Die Dössekkers waren wohlhabende, deutschsprachige Schweizer, die in einer Villa im reichsten Stadtviertel Zürichs wohnten. Vielfach gefördert von den neuen Eltern, besuchte der Heranwachsende das Gymnasium; nach dem Studium arbeitete er als Musiklehrer.

In den 80er Jahren begann er Erinnerungen an seine frühe Kindheit aufzuschreiben. Diese hatten jedoch nichts mit seiner christlich geprägten Kindheit in der Schweiz zu tun, sondern mit einer jüdischen Kindheit, verbracht in verschiedenen nationalsozialistischen Konzentrationslagern.

Diese Erinnerung konnte sich Bruno Dössekker, der inzwischen den Namen Binjamin Wilkomirski angenommen hatte, mit einer derartigen Klarheit ins Gedächtnis zurückrufen, dass er sie schließlich, ermutigt von Bekannten und einer Verlagsagentin, dem Suhrkamp-Verlag anbot. So erschien 1995 „Bruchstücke – Aus einer Kindheit 1939-1948“. Das Buch erhielt begeisterte Kritiken und zahlreiche Preise, es wurde mit Primo Levis Werken verglichen und in neun Sprachen übersetzt.

Als 1998, ausgelöst durch eine Untersuchung des Journalist Daniel Ganzfried, der Vorwurf erhoben wurde, diese KZ-Biographie sei frei erfunden, kam es zu einer erbitterten Kontroverse um den Fall Wilkomirski. Während Ganzfried recherchiert hatte, dass Wilkomirski in Wirklichkeit 1941 in der Schweiz als Bruno Grosjean zur Welt kam, wurde das Buch von anderen Autoren, darunter etlichen Überlebenden, verteidigt. Wilkomirski selbst hielt an seiner Behauptung fest, er sei seinerzeit von einem jüdischen Arzt mit dem wirklichen Bruno Grosjean vertauscht worden, seine Erinnerungen stimmten daher nicht mit der behördlich verordneten Identität überein. Aber auch unter den Skeptikern gab es unterschiedliche Bewertungen. Manche bezeichneten Wilkomirski als nüchtern kalkulierenden Betrüger, andere sahen eher die Tragik einer individuellen Lebensgeschichte und deren mediale Verwertung.

Heute weiß man, dass Ganzfried richtig recherchiert hat. Brunos alleinerziehende Mutter, die Fabrikarbeiterin Yvonne Grosjean, war ein halbes Jahr vor seiner Geburt von einem Auto angefahren worden und dadurch in ihrer Erwerbsfähigkeit lange Zeit eingeschränkt. Immer wieder sah sie sich gezwungen, Bruno bei verschiedenen Pflegefamilien oder in Heimen unterzubringen, bis sie ihn Ende 1945 endgültig zur Adoption freigab. Stefan Mächler, ein junger Züricher Historiker, der die Entstehung von Wilkomirskis Buch nun noch einmal akribisch recherchierte, ist es gelungen, mehrere Zeugen ausfindig zu machen, die den Verdacht von Ganzfried bestätigen konnten. Mächler sprach unter anderem mit dem Bruder von Brunos Mutter sowie mit seinem leiblichen Vater, der bis 1957 nachweislich Alimente gezahlt hatte. Außerdem mit dem Sohn einer der Pflegefamilien, in denen der Junge zeitweise gelebt hatte: in „Bruchstücke“ finden sich unverkennbar Geschichten aus dieser Zeit, die Wilkomirski einfach nach Polen verlegt hat. Mächler kontaktierte darüber hinaus mehrere Personen, von denen Wilkomirski behauptet, er sei ihnen schon in den Lagern und Heimen begegnet. Dabei wurde deutlich, dass Dössekker deren Lebensgeschichte in „Bruchstücke“ als die seine verarbeitet hat.

Die Beweise können nach alldem als eindeutig gelten. Doch ist der Fall Wilkomirski deshalb, wie einige Schweizer Kritiker nun meinen, eine Sache für die Staatsanwaltschaft? Tatsächlich weist der Fall Wilkomirski weit über juristische Fragen hinaus, denn die Fiktion von Authentizität, die zu erzeugen Bruno Dössekker so gut verstanden hatte, kann nicht allein durch die biographische Authentizitätsbehauptung des Autors entstanden sein. Wir haben es hier mit verschiedenen grundsätzlichen Problemen der Holocaust-Literatur zu tun:

So wird etwa von den Zeugnissen der Überlebenden erwartet, daß sie die Ereignisse, durch die sie hervorgebracht wurden, nicht nur darstellen und für sie einstehen, sondern auch, dass sie als dokumentarische Beweise fungieren. Die Erfahrung der Überlebenden in den Nachkriegsdemokratien zeigt jedoch, daß das Erlebte, wie ungeheuerlich es auch ist, in die Strukturen des bereits Bekannten transformiert werden muß, damit es kommunizierbar ist. Die unmittelbare Erfahrung konnte als solche demnach nicht in die soziale Wirklichkeit außerhalb der Lager eintreten, sie musste zuvor literarisch bearbeitet werden. Doch damit entsteht ein neues Problem: Währende diese Texte für den schreibenden Überlebenden Quelle der Beweiskraft seiner Worte sind und die Spuren des Verbrechens in seiner Erinnerung tragen, können die Leser diese Texte, gerade weil auch die Zeugnisliteratur literarisch gestaltet werden muß, diese nicht ohne weiteres von literarischen Strategien unterscheiden.

Hinzu kommt in diesem Fall, dass „Bruchstücke“ auch Resultat einer langjährigen, an der US-amerikanischen Recovered-memory-Debatte orientierten Therapie ist. Diese psychoanalytische Schule nimmt in der Arbeit mit Menschen, die nachweislich oder vermutlich Inszestopfer sind, die daran aber keine eindeutige Erinnerung haben, die Position ein, dass traumatische frühkindliche Ereignisse gespeichert werden und nachträglich in der Erinnerung wieder vergegenwärtigt werden können. Kritiker sagen, dass dieser Ansatz durch die ihm eigene Suggestivwirkung in einigen Fällen zu einem regelrechten Mythos der verdrängten Erinnerung überhöht wurde.

Nun hat schon Philip Roth ganze Romane über Menschen geschrieben, die vergeblich versuchen, Erzählung und Leben auseinanderzuhalten, und bei denen Biographie und Fiktion sich wechselseitig maskieren. James E. Young hat am Beispiel der Holocaust-Bekenntnisse von Silvia Plath, die niemals Opfer war, gezeigt, wie Menschen, die sich intensiv in die Verfolgung der Juden einfühlen, ihr eigenes Ich in die Bilder der Lager senken können. Man kann sich somit, auch ohne jede Fälschungsabsicht, in etwas hinein reden und am Ende glaubt man selbst daran.

Wilkomirski hat sich jahrelang intensiv mit dem Holocaust auseinandergesetzt, hat Reisen unternommen, mit Überlebenden gesprochen und dann sein eigenes Leben – ohne sich dabei als Fälscher zu fühlen – in bereits existierenden Vorstellungen vom Holocaust eingefügt. Während seiner öffentlichen Auftritte, die ihm viel Zustimmung einbrachten, verschmolz dieser Entwurf schließlich mit der Person. Der Suhrkamp-Verlag hat das Buch inzwischen zurückgezogen. (gj)

- wird fortgesetzt –

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Rechtspopulistinnen gegen Hamburger Frauenmarsch

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Islamfaschismus

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Was da vor einigen Tagen im Hamburger Abendblatt angekündigt wurde, klang zu gut um wahr zu sein:

Ein „Frauenmarsch“ um die Alster soll am 13.5.2017 stattfinden. Mehr als 20 Gruppierungen wollen, so konnte man lesen, „in Zeiten von aufkommendem Rechtspopulismus, RELIGIÖSEM FANATISMUS und Frauen- und Fremdenfeindlichkeit ein Zeichen setzen“.

Das „patriarchalische System“ sei von „Frauen und Migrantinnen“ grundsätzlich abzulehnen. Der im vergangenen Jahr verstorbene Friedensnobelpreisträger und ehemalige israelische Staatspräsident SCHIMON PERES wird mit den Worten zitiert: „Länder und Regionen, die mit Frauen die oftmals kreativste Hälfte ihrer Bevölkerung unterjochen, werden nie aufsteigen und immer ein Stabilitätsrisiko sein.“

Und deswegen sollte auch das religiös legitimierte sexistische Kopftuch nicht hingenommen werden: „Denn das Tragen eines Kopftuchs ist historisch betrachtet lediglich der Ausdruck eines patriarchalischen Systems, damit die Frauen kontrolliert werden können“.

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CHAUVINISMUS GEGEN RECHTSPOPULISMUS

Eine Ankündigung wie diese hatte man längst für unmöglich gehalten. Warum?

(a) Soziale und politische Auseinandersetzung und somit auch das feministische Anliegen stehen heute unter dem Vorbehalt eines „Kampfes gegen Rechtspopulismus“, der vor allem patriotische und staatspolitische (außen- und innenpolitische) Motive hat und bei dem deshalb ein Kampf gegen die klerikale Rechte (insbesondere gegen die islamische Rechte) aus vielerlei Gründen (antilaizistische Religionspolitik über Staatsverträge mit rechten Muslimverbänden , Mainstream-Antisemitismus u.a.) nicht vorgesehen ist.

(b) In der alten BRD de-legitimierte der „Kampf gegen Rechts“ noch die herrschenden Eliten (Nazis, Mitläufer, Flakhelfer etc). In dem „Deutschland“, das 1990 unter völkischem „Wir sind ein Volk“-Geschrei zustande kam und in dem man seit 2006 mit Nationalfahnen herumlaufen kann, ohne für einen Rechtspopulisten oder gar Nazi gehalten zu werden, wird der „Kampf gegen Rechts“ heute von stolzen Deutschen geführt. Sie halten es für gut und richtig, dass man Europa beherrscht, dass man die Welt mit seinen wohlfeilen (weil stückkostengünstigen) Industrieprodukten erpresst und auch dass Deutschland für die Abgehängten da draußen die Anziehungskraft eines Zauberlandes hat.

Sie haben spätestens 2006 den deutschen „Schuldkult“ überwunden und kritisieren „Rechtspopulismus“ heute aus der Perspektive von großdeutschem Chauvinisten, denen die dominante Machtposition des „vereinten Deutschland“ in Europa und auch weltpolitisch sehr bewusst ist, die unter Verweis auf die vermeintliche eigene „Aufarbeitung der Vergangenheit“ Nationalismus vor allem bei ausländischen Gegnern der deutschen Vorherrschaft vermuten. Diese deutsch-patriotische Abgrenzung vom „Rechtspopulismus“ verträgt sich bestens mit Antisemitismus (Geert Wilders wird als Agent des Weltjudentums entlarvt, Taz-Antifas erklären den Juden Tuvia Tenenbom zum Rassisten) und Israel-Bashing (Gabriel & Co.), außerdem mit einer geschichtsträchtigen Liebe zum autoritären Islam und zur arabischen Welt und nicht zuletzt mit einer massiven religiösen Propaganda.

Aus allen diesen Gründen haben „Rechtspopulisten“ in Deutschland keine Chance, aber eine Funktion: Sie lassen den großdeutschen Chauvinismus inklusive Antisemitismus als normal erscheinen.

(d) Tonangebend bei den patriotischen Gegnern des „Rechtspopulismus“ ist die klerikale Rechte in Gestalt der christlichen Kirchen und ihrer „Wohlfahrtskonzerne“. In Zusammenarbeit mit dem säkularen aber antilaizistischen Staat, fördern sie aktiv die Re-Religionisierung der Gesellschaft und verteidigen besonders die Re-Islamisierung gegen alle laizistischen Bestrebungen. Ständig erscheinen Polemiken gegen den französischen Laizismus.

In diesem Zusammengang wird auch genuin linke und linksfeministische laizistische Kritik abgewehrt. Der Teil der Frauenbewegung, der sich u.a. gegen die islamische Verschleierungs-Praxis und gegen islamische Ausprägungen der Frauenfeindschaft wehrt, wird (besonders von den klerikalen Akteuren) unter den „Rechtspopulismus“ subsumiert. Für großdeutsche Medien und Bürger gehört es heute zur Staatsräson, sich für einen von der evangelischen Kirche gesteuerten „Deutschen Islam“ einzusetzen. In diesem Zusammenhang erklärt man Flüchtlinge und Migranten pauschal zu „Muslimen“. „Integration“ soll über Religion (den „deutschen Islam“) erfolgen, denn Deutsche halten RELIGION für den Kern von kultureller (und letztlich „ethnischer“ bzw. „rassischer“) Identität.

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► Das alles in Rechnung gestellt, erscheint der im Abendblatt vorgestellte Aufruf zu einem „Frauenmarsch“ geradezu als Lichtblick.

► Schon die gleichzeitige Erwähnung von Rechtspopulismus und RELIGIÖSEM FANATISMUS ist ein regelrechter Tabubruch.

Die Verbindung von „Patriarchat“ und „religiösem Fanatismus“ in dem Aufruf muss in erster Linie als Hinweis auf die reaktionäre Re-Islamisierung verstanden werden, selbst wenn man dabei auch an evangelikale Gruppierungen wie die Methodisten (die gerade wieder gegen Schwule vorgehen) denken kann. Und in diesem Zusammenhang auch noch einen Israeli zu zitieren ist geradezu verwegen, insbesondere wenn man daran denkt, dass auch das (kirchliche und linkssäkulare) „Migranten-Soli-Milieu“ angesprochen werden soll, das erfahrungsgemäß überwiegend israelfeindlich ist.

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Eigentlich konnte man kaum glauben, dass dieser Aufruf echt ist, einfach weil man die linken und feministischen Milieus kennt, die normalerweise bei solchen Anlässen aufkreuzen. Die meisten Linken verteidigen noch die übelsten Auswüchse der rechtsradikalen Islamisierung (notfalls sogar die AKP) gegen „Islamophobie“. Mit „den Migranten“, die sie nicht selten für das neue Proletariat halten, geht es ihnen wie dem Chefredakteur der linken Tel Aviver Zeitung Haaretz, der zwar immer auf Seiten der Palästinenser steht, aber (anders als die Rechten) keinen einzigen kennt (schön beschrieben von Tuvia Tenenbom).

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INTERSEKTIONALER GENDERISMUS ALS NEUER FEMINISMUS

Nicht weniger düster sieht es auf feministischer Seite aus.

Gegen den „altmodischen“ und „essentialistischen“ Gleichheitsfeminismus hat sich ein von den staatstragenden Medien (und Universitäten) geförderter „popkultureller“ und angeblich „anti-essentialistischer“ Queer- und Netz-Feminismus durchgesetzt, der den Kampf gegen „Sexismus“ durch den Kampf gegen „Rassismus“ ersetzt hat. Die Hintergründe dieser Entwicklung sind vielfältig. Sie hat mit ideologischen Entwicklungen wie der Postcolonial Literature in der Nachfolge von Edward Said, mit dem Cultural Turn und dem Boom der (antiuniversalistischen) „Dekonstruktion“ (dazu weiter unten) ebenso zu tun wie mit Machtverschiebungen nach 1990:

(a) Nach 1990 kam es aus verschiedenen Gründen (Ende des gegen die Nachkriegs-Eliten gerichteten Antifaschismus, Jugoslawienkrieg im Namen des Antirassismus etc.) im Bewusstsein vieler Linken und Feministinnen zu erheblichen Bedeutungsverschiebungen. Antifaschismus wurde zum patriotischen „Aufstand der Anständigen“ und Anitras kämpften mit staatlicher Förderung für das gute Ansehen des Exportweltmeisters im Ausland. Linke und Feministinnen entdeckten das „vereinte Deutschland“ als IHREN Staat. So hatten sie die alte BRD nie gesehen.

Mit dem Kampf des Mainstreams gegen „Rechtspopulismus“ wurde der alte Antifaschismus obsolet, da es ja jetzt nicht mehr gegen den „Faschismus“ ging. In den Mittelpunkt rückte ein neuartiger „Kampf gegen Rassismus“, der sich von seiner ursprünglichen Definition löste: Der herkömmliche Rassismus macht seine Ausgrenzungspraktiken an scheinbar unveränderlichen äußeren Merkmalen fest. Der neue Antirassismus entdeckt Rassismus nun auch überall da, wo es um „Rasse“ überhaupt nicht geht. Mit der Formel „Rassismus ohne Rassen“ wird der Rassismus-Begriff so inflationiert, dass man mit ihm jedes missliebige Verhalten belegen kann.

(b) Der neue „intersektionale“ Feminismus postuliert, dass Sexismus und Rassismus verschiedene Sektionen von sich überschneidenden Unterdrückungsverhältnissen sind, wobei Rassismus gegen Minderheiten, die durch angebliche „ethnische Merkmale“ wie Hautfarbe, Frisur, Sprache, „Folklore“ und Religion charakterisiert seien, der „Hauptwiderspruch“ sei. Sexuelle Orientierung gilt dabei als ein weiteres Minderheitenmerkmal neben den erwähnten. Die Rassismus-Definition wurde auf diese Weise auf veränderliche Merkmale erweitert, wodurch Kritik am rein ideologisch motivierten Kopftuch als antimuslimischer Rassismus diffamiert werden kann.

Der „intersektionale“ (Queer-) Feminismus geht also mit einem neuen identitären und ethnopluralistischen Antirassismus einher, dessen zentrale Kategorien „Identität“ und „Respekt“ vor Vielfalt & Differenz sind. Dabei sollen die vielen neu entdeckten „Identitäten“ auch langfristig nicht etwa verschwinden, sondern von der Gesellschaft „kultursensibler“ (und „religionssensibler“) wahrgenommen und wertschätzend anerkannt werden.

Als Ursache jedes Rassismus (besonders des „antimuslimischen Rassismus“) gilt der historische europäische (niemals der arabische) Kolonialismus und als seine Opfer alle „People of Color“ – vom Outlaw aus Marokko bis zum saudischen Ölscheich. Antisemitismus spielt in dieser Weltdeutung keine Rolle. Dieser Ethno-Antirassismus ist zum Platzhalter des früheren Antimperialismus geworden.

(c) Kritik an patriarchalischen Herrschaftsverhältnissen und sexualisierter Gewalt wird durch den „Hauptwiderspruch Rassismus“ relativiert. Dabei wird „rassistisch“als kultureller Code eingesetzt, um die eigene Zugehörigkeit zum patriotischen (anti-rechtspopulistischen) Mainstream zu unterstreichen.

(d) In dem Modell, auf dem der „intersektionale“ ethno-antirassistische Queer-Feminismus beruht, bildet der Antizionismus eine ideologische Klammer. Es ist kein Zufall dass die antiisraelische Boykottbewegung wesentlich von „intersektionalen“ feministischen Szenen (inklusive denen des „islamischen Feminismus“) und Personen (wie Linda Sarsour und Laurie Penny, die antisemitischen Erstunterzeichnerinnen von „#ausnahmslos“) unterstützt wird. In diesen Milieus gilt der „Nahost-Konflikt“ als Kampf zwischen Unterdrückern und Unterdrückten, in dem der Part der Nichtweißen von der Hamas und der Part der Weißen von den Juden gespielt wird, die angeblich einen Apartheid-Staat betreiben. Es versteht sich, dass von diesen „antirassistischen Feministinnen“ kein Kommentar zum Rassismus und zur „Frauenpolitik“ der deutschen AKP-Ableger zu hören ist, denn das wäre aus ihrer Sicht „antimuslimischer Rassismus“.

(e) Dieser intersektionale Feminismus, der mit der „Frau“ des „alten Feminismus“ nichts mehr anfangen kann, ist ein paternalistischer und geradezu postkolonialer Rassismus, der die von ihm entdeckten „unterprivilegierten“ (Kopftuch-) Frauen und Männer entmündigt und entsubjektiviert, sie zu fremdbestimmten Opfern ihres Schicksals macht. Diese „Unterprivilegierten“ werden wie selbstverständlich zu einer Art ethnischer Gruppe homogenisiert, bei der es keine Linken und Rechten zu geben scheint und auch keine „Ungläubigen“ (Ex-Muslime etc.) mit denen man sich verbünden müsste (das Apostasie-Verbot von links). Nach der intersektionalen „Privilegientheorie“ sind unterprivilegierte Gruppen (überwiegend Männer) selbst dann Opfer, wenn sie Täter werden. Angriffe von dieser Seite auf „privilegierte Frauen“ können nur das Ergebnis rassistischer Projektionen sein. Dieser Ansatz passte vor 2 Jahren an Silvester bestens zur staatlichen Islam- und Flüchtlingspolitik und wurde deshalb von Staat und Mainstream-Medien kräftig gefördert.

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Vor dem Hintergrund dieser ideologischen Rechts-Verschiebungen konnte man sich Anfang Mai 2017 keine feministische Demonstration vorstellen, die zugleich gegen Rechtspopulismus und RELIGIÖSEN FANATISMUS gerichtet ist. Doch es gab plötzlich diesen Aufruf. Die Erleichterung überwog die Skepsis hinsichtlich der Bezugnahme auf den dubiosen „Womens March on Washington“ (mit den zahlreichen islamistischen Bündnispartnern und Symbolen) und auch auf die etwas eigenartige Reihung von „Frauen UND Migrantinnen“. Das klang eben nach Zugeständnissen an die „Intersektionalen“, aber das Hauptgewicht lang anderswo und war positiv zu beurteilen.

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Flüchtlinge kultursensibel
Afghanische Männer demonstrieren mit einer ironischen Aktion gegen den Zwang zur Verschleierung. Hamburger „intersektionale Feministinnen“ würden den „bevormundenden, belehrenden Ton“ dieser Männer verurteilen, der „kopftuchtragende Frauen stigmatisiere“. Vergrößern mit Rechtsklick

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DER BACKLASH UND WER DAHINTER STECKT

Doch die verwunderte Freude über den erstmals anderen Tonfall blieb nicht lange ungetrübt. Rechtspopulistische pro-religiöse Feministinnen sammelten sich und organisierten den Backlash. Sie konnten es nicht ertragen, dass andere gegen RELIGIÖSEN FANATISMUS und das sexistische Kopftuch mit seiner politischen Flaggenfunktion polemisieren.

(Für #ausnahmslos-Netz/Queer/Pop-Feministinnen – aber auch für „radikale Linke“ und die staatsnahe Friedrich-Ebert-Stiftung – zählt diese von Salafisten und AKP forcierte Verschleierung zum „islamischen Feminismus“).

In diesem Zusammenhang wurde immerhin deutlicher, wie die politischen Gewichte verteilt sind.

(a) Der Aufruf in seiner ursprünglichen Fassung ist wesentlich geprägt von Personen, die dem reaktionären islamischen Furor entkommen sind. Nicht zuletzt von der iranischen Erfahrung von Frau Hourvash Pourkian, die in Teheran geboren wurde und 1974 mit ihren Eltern und Geschwistern nach Hamburg kam. Menschen wie Frau Pourkian sind in der Regel keine Linken, aber sie verstehen oft besser als diese, warum bestimmte zivilisatorische Errungenschaften – und dazu gehören erkämpfte Frauenrechte – gegen den Ansturm religiös fanatisierter Männerbünde verteidigt werden müssen. Zumal wenn der deutsche Staat mit diesen Männerbünden aus Machtgründen kooperiert, sich mit ihnen gegen Frauenrechte verbündet.

Sie wissen aus Erfahrung, dass auch hinter der plötzlich zunehmenden Verbreitung des Kopftuches – auch außerhalb der islamischen Länder – staatliche und gesellschaftliche Männermacht steht. Für sie ist es keine Frage, woher es kommt, dass Frauen plötzlich auch beim Basketball mit Kopftuch spielen „dürfen“. Klar, dass das von männlichen Sportfunktionären durchgesetzt wurde, die Frauen vor die Alternative stellen: Mit Tuch oder überhaupt nicht. Und die FAZ, die ZEIT, die SZ, die TAZ etc. begrüßen diese „Befreiung der Muslimas“ und schimpfen auf die laizistischen Franzosen, weil die ihren „Muslimas“ weiterhin den Kopftuch-Spaß verderben wollen.

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(b) Auf der anderen Seite stehen die „antikolonialen“ Queer-, Pop- und Netz-Feministinnen. Viele sind säkular, aber immer dominanter sind inzwischen die klerikal (christlich und islamisch) orientierten Milieus, die von den Kirchen und den „Wohlfahrtsverbänden“ finanziell massiv gefördert werden. Sie stellen die Tatsachen auf den Kopf und machen z. B. aus der Meldung „Basketball ist jetzt mit Kopftuch erlaubt“ die Behauptung, dass Kopftuchfrauen bisher „wegen ihrer Religion“ diskriminiert wurden. Tatsächlich soll „Religion“ auf diese Weise in den Sport eindringen und tatsächlich haben es Islam-Funktionäre den Frauen verboten, Basketball zu spielen, wenn sie dort nicht für die „islamische Lebensweise“ werben. Westliche Kultur-Relativisten wiederum halten iranische und saudiarabische Basketball-Funktionäre für Antiimperialisten, die es dem westlichen Universalismus wieder gezeigt haben.

Diese Positionierung hat einen machtpolitischen Hintergrund: Für viele der heute so eloquent auftretenden jungen Kopftuchfrauen, die geschickt ihre Rolle in den Medien spielen, LOHNT sich das Kopftuch, weil sie im Kontext der Re-Islamisierung eine Rolle gefunden haben und sehr oft auch einen POSTEN: Viele sind schlicht Funktionärinnen in einem Islamverband oder in der AKP. Muslimbrüder und andere Islamisten haben die Avantgarde-Rolle der neuen eloquenten Kopftuch-Ideologinnen erkannt und schaffen reihenweise Posten für diese, bevorzugt in der Außendarstellung. Als Islam-Funktionärinnen finden sie aber auch Jobs (und öffentliche Aufmerksamkeit) im staatlichen und staatskirchlichen Netzwerk des „interreligiösen Dialogs“.

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KLERIKALES BÜNDNIS
Michaela Will
Özlem Nas (Muslim-Funktionärin) und Michaela Will (Christen-Funktionärin) – Vergrößern mit Rechtsklick

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Rechtes Bündnis gegen die Aufklärung:

Hinter dem BOYKOTT-AUFRUF von SCHURA und INTERSEKTIONALEN steht die Macht von Staat & Kirchen

Gegen Rechtspopulismus und RELIGIÖSEN FANATISMUS (Abendblatt am 8.5.2017) wollen plötzlich ganz viele Gruppierung am Sonnabend, den 13. Mai um 14 am Hamburger Rathausmarkt NICHT mehr antreten. Darunter übrigens auch etliche, die überhaupt nicht eingeladen sind. Sie laden ihrerseits die Presse ein und stellen Erklärungen ins Netz.
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„ÄRGER UM ALSTER-FRAUENMARSCH“
meldete kurzfristig (online am 12.5.17) die Lokalbeilage der ZEIT – mit dem Zusatz: „Es geht ums Kopftuch.“ Auf diesem oder ähnlichen Wegen werden es noch viele derjenigen erfahren haben, die sich vorgenommen hatten, am 13. Mai an dem Marsch teilzunehmen.

Gleich 20 „Initiativen und Vereine“ erklärten, dass sie aus Liebe zum Kopftuch absagen müssen. Anders gesagt: Sie fühlen sich gerade politisch stark genug, um die Kopftuchfrage zum Bruchpunkt machen zu können. . Sie wissen, dass sie mit viel Verständnis bei den Medien rechnen können, dass die finanzstarke Nordkirche hinter ihnen steht und dass sie nicht zuletzt mit der Unterstützung der DITIB-freundlichen Scholz-Regierung rechnen können.

Ausgerechnet in Hamburg

gehen klerikale und ethnopluralistische (intersektionale) Gruppierungen gemeinsam gegen Aufklärung und Emanzipation vor. An einer Hamburger Uni und in der Harburger Marienstraße 54 wurde das Jahrhundertverbrechen vom 11. September 2001 geplant. In Hamburg gab es nie größere Proteste gegen die Rushdie-Fatwa und gegen den islamischen Mob, der – angestachelt von der Türkei und Ägypten – weltweit gegen die satirischen Mohammed-Karikaturen randalierte. In Hamburg laufen 2500 junge Leute zusammen, wenn der private Pudels-Club brennt, aber niemand (!) wenn die Charlie Hebdo-Redaktion von Islamisten ermordet wird. Die starke Verbreitung des Kopftuchesnicht zuletzt an der Hamburger Uni – ist Teil der Ausbreitung des politischen Islam und damit Teil des Versuches mit einer Mischung aus Opferkult und Drohung sunnitisch-islamische (AKP), schiitische (Blaue Moschee), salafistische und wahhabitische Praktiken durchzusetzen.

Hamburg war das erste Bundesland, das mit reaktionären Verbänden wie DITIB und SCHURA Staatsverträge abgeschlossen hat. Die vielen staatlich finanzierten „Projekte“, die mit diesen Verträgen verbunden sind, ernähren einen erheblichen Teil derjenigen Personen und Institutionen, die jetzt zum Boykott aufrufen.

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Plötzlich wird ein unheimliches reaktionäres Bündnis kenntlich:

Ein Bündnis aus etablierten klerikalen („christlicher Feminismus“, „islamischer Feminismus“) Milieus UND Queer/Missy/#ausnahmslos-Milieus. Ein Schulterschluss zwischen religiösen Fundamentalisten und westlichen Differenzialistinnen quer durch alle Lager, die beide nichts von universellen Rechten halten. Gemeinsam ist ihnen ein „antikolonialer Antirassismus“ auf der Basis eines deutschpatriotischen, antiimperialistischen Kichentags-Antinationalismus (Refugees Welcome, zugleich heimliches ja zum Vertrag mit Erdogan, zugleich gegen den antideutschen Nationalismus der Europäer, zugleich gegen die Amis und zugleich JA zum autoritären und extrem-patriarchalischen Islam zwecks Aufwertung des Staatschristentums).

► Schlagartig zeigt sich, dass viele Feinde der Frauenbewegung und Gegnerinnen von Aufklärung und Emanzipation IM NAMEN des Feminismus gegen den Feminismus vorgehen und sich dabei mit den übelsten Mächten verbünden.

Der Text ihres Boykott-Aufruf fordert zur TOLERANZ gegenüber patriarchalischer Repression auf. Wer frauenfeindliche Praktiken wie das muslimische Tuch akzeptiert, wird am Ende angeblich in einer wunderbaren Welt leben: einer Welt in der Geschlechtsidentität, kulturelle und soziale Herkunft, Glaube, Alter, sozialer Status (sic!) , Beeinträchtigung und sexueller Orientierung keine Rolle mehr spielen. Man erfindet sich einfach eine Klassen-Gesellschaft, in der alle negativen Faktoren zwar weiter existieren (z.B. die „soziale Herkunft“) aber trotzdem keine Kollateralschäden mehr verursachen.

Man weiß zwar nicht, wie so eine Gesellschaft in der alles „nichts mehr bedeutet“, zustande kommen soll, aber man weiß wer sie VERHINDERT: Es sind die Leute die mit dem klerikalen Kopftuch Unterwerfung und UNFREIHEIT und das Gegenteil von Emanzipation verbinden. Sie stehen der VIELFALT im Wege, die das Markenzeichen der künftigen Gesellschaft sein soll. Ayatollah Khomeini hat 1979 auf der Basis solcher Versprechungen seinen frauenfeindlichen Gottesstaat errichtet. Zu den ersten Maßnahmen des „Khomeini-Komitees zur Wiederherstellung der Moral“ gehörten Schlägertrupps gegen Frauendemonstrationen unter der Losung: „Russari ja tussari“ — Kopftuch auf oder Schläge drauf.

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Gegen die INTOLERANZ mobilisiert nun das PRO-KLERIKALE Bündnis medienwirksam einen „BOYKOTT“. Es reicht ihnen nicht, einfach zuhause zu bleiben oder den freien Vormittag für einen Gottesdienst zu nutzen. Sie wollen die anderen nicht einfach machen lassen, was sie für richtig halten, sondern sie wollen diese anderen stoppen und ihnen maximal schaden.

Die Aggressivität dieses Vorgehens ist nicht zu übersehen. Sie ist kein Zufall. Man greift Frauen die als Rednerinnen vorgesehen sind und die ohnehin schon bedroht sind, persönlich an und stellt sie als Hassrednerinnen dar. Man weiß genau, dass es keine islamkritische Feministin gibt, die nicht schon bedroht wurde. Man kann, seit Mohamed Merah das Kopftuchverbot als Mordmotiv bezeichnete, seit der Gewalt-Hetze gegen die Zeichner der Mohammed-Karikaturen (deren Leben seither bedroht ist) und seit dem Mord an der Redaktion von Charlie Hebdo nicht mehr so tun, als sei die Kultivierung des Beleidigtseins folgenlos.
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Politischer Islam bedeutet Verbreitung von ANGST unter Berufung auf „verletzte religiöse Gefühle“ auf allen Ebenen: terroristischer Mord, Morddrohungen, Drohungen mit körperlicher Gewalt, aber auch Drohung mit Prozessen wegen „rassistischer Beleidigung“ (oft unterstützt von ethnopluralistischen Linken, Grünen und „Globalisierungs-Gegnern“, die „Schnittmengen“ mit den „islamischen Revolutionären“ entdecken). Auf diese Drohungen reagieren viele mit vorauseilendem Gehorsam. Ob Kabarett, Theater, Film, Comic-Zeichner – niemand wagt es noch „blasphemische“ Witze über den islamischen Aberglauben zu machen, aber niemand möchte das zugeben. Für jene, die darauf bestehen, sich über den ganzen religiösen Müll und somit auch über ein lächerliches sexistisches Tuch, das für Frauen reserviert ist, die damit „Gott“ bei Laune und Männer auf Abstand halten wollen, lustig machen zu dürfen, ist es direkt gefährlich geworden. Kaum jemand würde es noch wagen, mit einem Gott ist tot“-T-Shirt (oder gar „Allah ist tot“) durch migrantisch geprägte Viertel zu laufen.

Das PRO-KLERIKALE Bündnis aber gibt lautstark zu Protokoll, dass man sich den „kopftuchtragenden Frauen“ sehr verbunden fühlt und dass Kritik an religiös legitimierter Witwenverbrennung, Genitalverstümmelung, Burka-Vollverschleierung und Kopftuch-Verdeckung eine typisch universalistisch-eurozentristische Bevormundung darstellt, wodurch die bemitleidenswerte Kopftuchträgerin wegen ihres Aberglaubens, der sie ja zum Kopftuch ZWINGT (also zur nervigen öffentlichen Dauerzurschaustellung des eigenen Aberglaubens) ziemlich stigmatisiert wird.

Wegen der Kritik des Demo-Aufrufes am islamischen Patriarchat (das ist kein polemischer Begriff: historisch verdrängte der Islam z.B. in Afrika das Matriarchat) und wegen zwei geladenen Rednerinnen mit Migrationshintergrund (siehe unten) die nicht auf der Linie der staatlichen Islamkonferenz liegen („gemeinsam mit den Kirchen bauen wir den „deutschen Islam“ als Religion des Friedens und ohne Zwangsverheiratung“) soll also ein Frauenmarsch, der sich

ERSTMALS gegen Rechte UND Islamisten

richtet, unbedingt verhindert werden.

An den einschlägigen Fatwas der Netz-Feministinnen wird allerdings schnell deutlich, dass ihre Liebe zum Kopftuch eine Liebe zum SCHURA/DITIB-Islamismus ist und dass diese wiederum mit der Islamvertrags – und Religionspolitik der SCHOLZ-Regierung zusammen hängt.

Gerade deshalb ist es bemerkenswert zu sehen, wer sich in Hamburg weshalb auf die Seite reaktionärer (oft von Erdogan gesteuerten) Islamverbände stellt und welche wichtige Legitimationsinstanz dabei klerikale und säkulare „intersektionale“ Queer/Netz/Pop- Feministinnen sind.

Der entscheidende Kitt ist dabei der tiefverwurzelte deutsche Anti-Laizismus. In Frankreich wäre eine solche Situation bislang unvorstellbar.

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Trust The Girls
Nicht ohne mein Kopftuch! Eine Auswahl der Boykott-Unterstützer
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DAS HAMBURGER BÜNDNIS GEGEN DIE AUFKLÄRUNG UND EMANZIPATION
Wer ist wer ???

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++ SISTERS MARCH

Wer ist das? Frauenbewegte haben sich schon in früheren Zeiten auch in der BRD gelegentlich als „Sisters“ bezeichnet. Durch den Aufstieg des HipHop und durch dessen Islamisierung stehen „Brothers“ & „Sisters“ allerdings für Sexismus und Geschlechtertrennung auch im öffentlichen Raum, die es so seit den 1950er Jahren in den westlichen Ländern nicht mehr gab. In einigen Gegenden, zum Beispiel in Saint-Denis bei Paris ist Sisters gleichbedeutend mit Ausgehverbot am Abend – verhängt von den Brothers. „Bruder“ ist auch in der BRD ein Codeword unter islamischen Männergruppen. Jüngere und ältere Damen fanden es „wegen Trump“ trotzdem passend, den 8. März 2017 nicht als Frauen/Women sondern als „Sisters“ zu begehen. Passt auch irgendwie, wenn „christliche Feministinnen“ Seite an Seite mit ihren bekopftuchten „muslimischen Schwestern“ unterwegs sind, die Frauenbewegung im „Kampf gegen Rechts“ also immer klerikaler wird.

Wer genau seit dem 8. März 2017 weiter unter diesem Sisters-Logo in Hamburg auftritt ist nicht richtig durchschaubar, aber es nicht zu übersehen, dass sich inzwischen etliche Funktionärinnen der Nordkirche hinter diesem Logo verstecken.

Die ideologischen Zusammenhänge sind heute durchaus kompliziert.
Wie schon erwähnt, wird in diesen Milieus Rassismus, ausgehend von den „White Studies“ (erstmals 1988 bei Richard Dyer, dann 1993 in „White Women, Race Matters: The Social Construction of Whiteness“ von Ruth Frankenberg und schließlich in dem Sammelband Displacing Whiteness mit Ruth Frankenberg, Rebecca Aanerud, bell hooks u.a.) auf die (mediale) Repräsentation von Whiteness als „Maskerade des Universellen“ zurück geführt.

Kombiniert wird diese Perspektive mit einem selektiven Blick auf die europäische Kolonialgeschichte, mit der kompletten Ausblendung der Geschichte des muslimischen Sklavenhandels in Afrika (aus Rücksicht auf den Islam) und mit der Ausblendung der Zeit des 2. Weltkrieges, weil man die Ermordung der europäischen Juden als „Konflikt unter Weißen“ deutet. Auf dieser Basis entstand zunächst im akademischen Milieu ein Reverse Racism, der bald zum ordinären Rassismus wurde: Der Rassismus von dem sie reden, beruht nach dieser Auffassung auf realen Hautfarben-Unterschieden. Wenn sie von „People of Colour“ reden, sprechen sie tatsächlich über die visuelle Repräsentation von Hauttönungen. Der Emanzipations-Anspruch der weißen Feministin ist nach dieser Lesart nur deren Methode, sich an der Seite des weißen Mannes über die „farbigen“ Kolonialisierten zu erheben, insbesondere natürlich über die muslimische Kopftuchfrau.

Die Existenz dieses eigenartigen „intersektionalen“ Queer/Pop/Netz-Feminismus rückte ins öffentliche Bewusstsein, als aus diesem Milieu heraus die Kölner oder Hamburger Silvestertäter zu Opfern (der Frauen, der Polizei, der Medien, der „Islamophobie“) erklärt wurden. „In Köln sind vor allem Rassistinnen zur Polizei gelaufen“ hört man von dieser Seite. Mit dieser Ideologie im Kopf sah man angesichts terroristischer Angriffe auf Frauen im öffentlichen Raum nicht etwa brutalsten Sexismus von Frauenhassern am Werk, sondern „antimuslimischen Rassismus“.

Die Queer/Pop/Netz-Feministinnen interessieren sich selbstverständlich überhaupt nicht eine Sekunde lang für nordafrikanische Dealer, Antänzer, araboislamische Rassisten und Frauenverachter, die es als Überflüssige von der Peripherie des Weltmarktes nach Köln oder Hamburg verschlagen hat. Für die Queer/Pop/Netz-Feministinnen, die natürlichen niemals zu den Überflüssigen zählen werden, sind diese „Anderen“ nur Figuren in ihrem Gesellschafts-Schach, einem Spiel der Überbietungen, das in den 1970er Jahren anfing und indem es seither um die Konstruktion moralischer Überlegenheit geht, die sich in materielle Vorteile verwandeln lässt.

Das Grundmuster dieses Spiels ist antiimperialistisch/antikolonial . Critical Whiteness, der Kern dieser Ideologie ist heute das, was der Marxismus-Leninismus in den 1970er Jahren war. Es geht dabei nicht um den historischen Kolonialismus als angebliche Grundursache des Rassismus, sondern es geht um die Inszenierung einer „Siebten Sprachfunktion“ (Laurent Binet), die einen in die Lage versetzt, so über Rassismus zu reden, dass immer DIE ANDEREN gemeint sind und man selbst niemals. Es geht um die symbolische „Macht andere als etwas zu bezeichnen“ (Derrida).

Diese Macht erfordert einen permanenten moralischen Vorsprung. Die Spielregeln wurden in den 1980er Jahren eingeübt: Zunächst werfen die Anhänger des biologischen Landbaus dem Metzger die Scheiben ein, dann werfen die Vegetarierer dem Öko-Metzger die Scheiben ein, denn kommen die Veganer etc. Ähnlich lief es im Feminismus: schwarze Frauen überbieten weiße Frauen, schwarze queere Frauen überbieten weiße und andere schwarze Frauen. Mit der Redewendung „People of Colour“ kippte des Spiel wieder in offenen Rassismus.

Der vermeintliche Vorsprung der Queer/Pop/Netz-Feministinnen gegenüber den so genannten Alt-Feministinnen besteht darin, dass letztere immer noch „binär“ von Frau/Mann, schwul/lesbisch und von Emanzipation reden, man selbst aber Essenz und Universalismus längst durch VIELFALT ersetzt hat. Kopftuchträgerinnen aufklären zu wollen ist aus dieser Sicht Jakobiner-Terror und Neokolonialismus. Seit dem Algerienkrieg so heißt es , stehe das islamische Tuch für Antiimperialismus. Einige halten sogar das britische Verbot der Witwenverbrennung für einen kolonialistischen Eingriff in eine andere Kultur.

Im Kontrast zu der scheinbaren Komplexität dieses „neuen Feminismus“ ist das reale Sisters-Milieu in Wirklichkeit vor allem pragmatisch auf das eigene Fortkommen konzentriert. Und da ist man im reichen Deutschland als Kulturrelativistin nicht schlecht aufgestellt, weil Kulturrelativismus zur Exportstrategie und zur Innenpolitik gehört. Jedenfalls besser als die Altfeministinnen mit ihren altbacknen Vorstellungen von Frauenbefreiung, die weder zur Türkeipolitik noch zur Religionspolitik passen.

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Anti-Laizismus
Beim „interreligiösen Dialog“ geht es um ein Bündnis von Christen und Muslimen (mache träumen von einem „Chrislam“). Der „jüdisch-christliche Dialog“ tritt seit 1990 in den Hintergrund, weil man ihn nicht mehr braucht. Während man selbst den öffentlichen Raum okkupiert , werden Atheisten, Agnostiker und andere Konfessionslose – immerhin 36% der Bevölkerung – aggressiv zur Seite gedrängt. Man kämpft gemeinsam gegen den „Laizismus, der den Glauben insgesamt aus dem öffentlichen Leben verbannen möchte“ und besonders „gegen die Verbannung des religiösen Bekenntnisses aus Schule und öffentlichem Raum“ – . – Vergrößern mit Rechtsklick

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++ INTERRELIGIÖSES FRAUENNETZWERK HAMBURG

Eine zentrale Rolle bei der rechten „Boykott“-Kampagne spielt das klerikale Interreligiöse Frauennetzwerk Hamburg, ein staatlich gefördertes Bündnis klerikaler Hardliner, wie es momentan auch anderswo stattfindet (im Außenamt, in Parlamenten, als House of One in Berlin, als „Interreligiöses Forum Hamburg etc.) Sie sind die Schlimmsten und die mit dem meisten Geld. Sie haben die mächtige und korrupte Nordkirche (mit der bis heute verleugneten Nazi-Vergangenheit) hinter sich. Viele Frauen, darunter die damalige Bischöfin Jepsen spielten üble Spiele: Schweigen über Vergewaltigungsfälle, Unterstützung von Privatisierungen unter Ole von Beust und vieles mehr. Zugleich war es diese Jepsen, die das „interreligiöse“ Netzwerk gründete. Dieser „interreligiöse Dialog“ mit dem Islam beendete zugleich die Epoche der „jüdisch-christlichen Zusammenarbeit“, auf die „Deutschland“ nach 1990 immer weniger angewiesen war.

Diese „Interreligiösen“ haben ein besonderes Interesse an der Verbreitung des Islam und haben selbst (im Auftrag des Senates) die Pläne für den islamischen Religionsunterricht entworfen. In der Aufwertung des Islam zur kleinen Nebenkirche sieht man Vorteile für sich. Man bekämpft aggressiv jeden laizistischen Vorschlag. Lieber 10 muslimische Feiertage zusätzlich als die Abschaffung der christlichen Feiertage – das ist das Prinzip. Die Nordkirche findet Kopftücher auch gut, weil damit religiöser Blödsinn wieder in die Öffentlichkeit kommt. Von den muslimischen Flüchtlingen könnten , so sagen sie, „die Deutschen wieder glauben lernen“. Es geht um die gemeinsame Re-Religionisierung des öffentlichen Raumes. Und ganz nebenbei auch um die Klerikalisierung des Feminismus. Ein übles Spiel.

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„EILMELDUNG“
des Interreligiösen Frauennetzwerks Hamburg:
Aus aktuellem Anlass distanziert sich das Interreligiöse Frauennetzwerk vom Hamburger Frauenmarsch am 13. Mai 2017 und hat seine Teilnahme an dieser Veranstaltung offiziell zurückgezogen. Unsere Begründung: Wir sind stolz darauf, dass in unserem Netzwerk Frauen verschiedener Religionen miteinander verbunden sind, die einander achten, respektieren und wertschätzen. Wir stehen für Vielfalt, Toleranz und Offenheit. Die Äußerungen auf der Webseite des Frauenmarsches und Wahl der Rednerinnen festigen Vorurteile, reproduzieren Stereotype und verschärfen Konflikte. Statt Frauen zu stärken und für gemeinsame Ziele einzutreten, wird hier ein Keil zwischen Frauen getrieben. Wir wollen einander in unserer Verschiedenheit wahrnehmen, wirklich zuhören und gegenseitigen Respekt entwickeln. Wir haben inzwischen unser Logo von der Webseite der Kulturbrücke entfernen lassen.

[Anmerkung: u>Wertschätzung, Vielfalt, Toleranz, Offenheit …. – wer sich etwas auskennt, erkennt hier die widerliche Sprache der „Strategischen Unternehmensentwicklung“ internationaler Konzerne. Und: Nicht das antifeministische Tuch für „schamhafte“ und „glaubensstarke“ Frauen treibt einen „Keil zwischen Frauen“ – was ja ausdrücklich sein Zweck ist!!! – sondern die Kritik an dem pseudoreligiösen Mummenschanz. Erst durch die Re-Islamisierung sind Frauen heute weltweit in Verhüllte und Nichtverhüllte gespalten].

Die Interreligiöse Frauennetzwerk hat folgende Träger:
Das Ökumenische Forum Christlicher Frauen in Europa (ÖFCFE), die katholischen Frauengemeinschaft Groß-Deutschlands (kfd), das Erzbistum Hamburg, die Evangelische Akademie, das Frauenwerk der Nordkirche und das Frauenwerk Hamburg West-Südholstein, das Ökumenische Forum HafenCity, das Kloster Nütschau, die Evangelische Studierendengemeinde Hamburg, die Evangelische Diakonie, (Früher die „SA Jesus Christi“), die Ahmadiyya Muslim Jamaat, das Bahá’í-Frauen-Forum (BFF) Hamburg sowie das Islamische Zentrum Hamburg (BLAUE MOSCHEE = IRAN, Gottesstaat, Kopftuchzwang, Mullah-Diktatur, Antisemiten, Israel-Hasser ).

[Unfassbar: Ohne mit der Wimper zu zucken arbeiten diese klerikalen „Feministinnen“ mit dem iranischen Mörderregime und seinen lokalen Ablegern „interreligiös“ zusammen].

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Sexismus
Islam-feministische Geschlechter-Apartheid in London. „How do universities deal with gender segregation?“ fragt hilflos der Guardian, der deutlich entschiedener ist, wenn es gegen Israel geht. Die Islam-Ideologen wissen genau welche Antwort die linken Ethnopluralisten hören wollen: „One of London’s great praises is that it is a multicultural place. I might be going to a secular university, but all I am asking for is a little bit of accommodation, keep an open mind“ (University College London Islamic Society). „Solidarisch unterstützt“ wird die rechtsradikale Islamic Society (Isoc), die sich zum Islamischen Staat bekennt, öffentliche Freitags-Gebete auf dem Campus durchgesetzt hat (auch mit Unterstützung der Studentenunion QMSU) und Veranstaltungen von Ex-Muslimen angreift, von den intersektionalen Queer-Feminist & Gay Societies der Uni.

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++ DIE SCHURA

Erst durch diese Absage erfährt man, dass auch die rechtsradikalen und antisemitischen Muslimschwestern bei dem Frauenumzug dabei sein sollten. Offensichtlich denkt sich niemand etwas dabei, obwohl sicher alle wissen wer diese SCHURA ist! Vorsitzender der „Schura Hamburg – Rat der Islamischen Gemeinschaft in Hamburg e.V.“, ist Mustafa Goldas, ehemaliger Vorsitzender der inzwischen verbotenen „Internationalen Humanitären Hilfsorganisation“(IHH) und aktuell Funktionär bei der rechtsradikalen Milli Görüş. Alle erinnern sich wie Mustafa Yoldas das Islamisten-Schiff gen Gaza schickte. Zur Schura gehören 30 Hamburger Moscheen – darunter das offene antisemitische „Islamische Zentrum Hamburg“ der iranischen „Blauen Moschee“. Es gibt rund im die Schura eine Vielzahl von Frauen-, Jugend-, Studenten- und „Bildungsvereinen“, die offen für die Scharia plädieren. Zuletzt hat Volker Beck daran erinnert, dass die Hamburger Schura ständig gegen Israel hetzt. Aber heute ist es so, dass Leute die mit Neonazis nie ein Wort wechseln würden, kein Problem damit haben mit Vertreterinnen von Milli Görüs zu reden, einer Organisation, die sich von der NPD nur darin unterscheidet, dass sie viel einflussreicher ist.

Für die Frauenpolitik („Islamischer Feminismus“) ist dort Özlem Nas zuständig, die eng zusammen arbeitet mit Nordkirchen-Funktionären (Pastorin Michaela Will und ihr „christlicher Feminismus“) und mit den dubiosen „SISTERS“. Wohin das am Ende führt zeigt die islamistische Prägung des Washingtoner Frauenmarsches.

Leider haben nicht alle mitbekommen, dass Sisters March-Feministinnen und Schura-Antisemiten nicht nur zusammen wirken sondern auch inhaltlich zusammen passen. Die gemeinsame Kopftuch-Begeisterung hat zwar unterschiedliche ideologische Quellen, aber am Ende kommt es im gemeinsamen Kampf gegen „Islamophobie“ (den beherrschen die AKP-Leute besonders gut) darauf nicht an. Schura und Nordkirche arbeiten unter anderem (!) über das „Interreligiöse Frauennetzwerk“ eng zusammen. Diese beiden Institutionen (sie sind zugleich die „Macher“ des Hamburger Staatsvertrages und daher eng mit der SPD/GAL-Regierung verbunden) sind die gemeinsamen Hauptbetreiber der Kampagne gegen den Frauenmarsch. Von außen ist diese enge Zusammenarbeit für viele Menschen nicht zu erkennen.

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Islamfaschismus
Der Hamburger Frauenmarsch gegen Rechte und Islamisten fand trotz Boykottaufrufen statt – Vergrößern mit Rechtsklick

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++ DIE STIFTUNG WOHNBRÜCKE

Was hat eine dubiose Stiftung mit dem Frauenmarsch zu tun? Warum unterschreibt ein Unternehmen einen Aufruf und zieht ihn dann wieder zurück? Ist es eine Frauenfirma? Nein, ist es nicht. Nicht zuletzt dort sitzen die Nutznießer, wenn es irgendwo angeblich „ehrenamtliche“, in Wirklichkeit gut finanzierte Projektarbeit abzustauben gibt: Diese neoliberale Stiftung gehört zur lokalen Integrations-Industrie. Die Leute der Stiftung lieben Kopftücher weil sie davon leben. Deshalb mussten sie die Kopftuchkritikerinnen ausbremsen. Je mehr Kopftücher, desto mehr Projektgelder für „kultursensible“ (bzw. religionssensible) Integration. Die Stiftung fördert die Unterbringung von „Geflüchteten“ (auch und öfters von Migranten, aber das sagt man so nicht) in abgeschlossenem Wohnraum und die „Integration“ in die Gesellschaft, was immer das heißt (Leitkultur, Assimilation, Parallelgesellschaft, Bundeswehrsoldat als Syrer etc.).

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Sister March Hamburg
Das antilaizistische Konzept: Integration über Religion ist RECHTE Gesellschaftspolitik.

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++ Die LAWAETZ-STIFTUNG

Noch eine Stiftung die einen Frauenmarsch erst unterstützt und dann auf Weisung von ??? die Unterschrift zurück zieht.

Demonstrierende Staats-Stiftungen scheinen eine Hamburger Besonderheit zu sein. Die LAWAETZ-STIFTUNG macht irgendwas mit „Gemeinwohl“: Über LAWAETZ wird Staatsknete an „Projekte“ verteilt. Wenn eine solche Stiftung im feministischen Kontext auftaucht, ist das vor allem ein Hinweis darauf, dass feministische Gruppen und Einzelpersonen erhebliche „Projektgelder“ kassiert hat.

Der DEUTSCHE Queer/Pop/Netz-FEMINISMUS lebt von staatlichen und kirchlichen Geldern. Er ist passgenau auf die Bedürfnisse des deutschen Export-Weltmeisters zugeschnitten. LAWAETZ macht Trainings für Migration und interkulturelle Kommunikation. Auch gerne Projekte über Zuwanderung, denn die ist „für städtische Institutionen eine Herausforderungen“. Auch bei Lawaetz werden Flüchtlinge kultursensibel behandelt, also als Vertreter rätselhafter Kulturen, die vor allem auf Religionen gründen.

Die Betreuung von Flüchtlingen aus verschiedenen Kulturen (früher nannten wir das RASSEN, meinten aber das selbe) fordert von ehrenamtlichen HelferInnen einerseits jeden einzelnen Flüchtling als einzigartigen Menschen in seiner individuellen Lebenswelt anzusehen, gleichzeitig aber auch seinen kulturellen Kontext zu verstehen. (purer Kultur-Rassismus, der niemand auffällt). Gelingt das nicht, kommt es immer wieder zu Irritationen und Missverständnissen auf beiden Seiten. Deshalb ist ein kultursensibler Umgang miteinander von großer Bedeutung für das Gelingen der Hilfe. Diese Einführung soll dafür eine erste Orientierung bieten. Folgende Themen werden behandelt: • Mein Umgang mit Fremdheit. • Was ist Kultur? • Einführung in den Islam von Ali Özgür Özdil von den Muslimbrüdern (Schura).

So verstehen sie also ihre Verbindung zum Thema Frauen- und Migrantinnen-Marsch. Für sie gehört das zusammen: „Fremde Kulturen“, Islam-Schulung, Muslim-Schwestern, Özdil, unterreligiöse Frauengruppe und GELD vom Staat.

Diese Leute hassen Necla Kelek übrigens aus anderen Gründen als aus denen, die sie vorgeben. Kelek hatte am 3. Dezember 2011 in der WELT eine LAWAETZ-Studie zum Thema „Zwangsheirat“ verrissen. Titel: Wenn Forscher die fatale Rolle des Islam leugnen:
Kelec weißt in dem Text nach, dass die LAWAETZ-Leute ganz im Sinne des Staates die Kultur des Islams bei der Betrachtung des Problems nicht berücksichtigen. Sie scheitern schon an der Abgrenzung von Zwangsehe von der arrangierten Ehe. Eine arrangierte Ehe ist für sie in Ordnung und dann nicht zu untersuchen, wenn die Braut dem von den Eltern ausgesuchten Ehemann zustimmt.

Wie schon erwähnt wird über LAWAETZ Staatsknete verteilt. Um solche Quellen bildet sich stets ein Schwarm von linken und feministischen Karrieristen, die sich ein „Projekt“ finanzieren lassen wollen. Am besten etwas zu Antirassismus, Migranten, Integration. Auch in der Stiftung selbst bleibt viel Geld hängen:

Abendblatt, 14 4 2015:
Wer braucht 20.000 Euro, um 51.000 Euro zu verteilen? Der Bezirk Wandsbek, antwortet die Linksfraktion und hat damit die rot-grüne Koalition in die Defensive gedrängt. Die Lawaetz-Stiftung sollte Hilfsgelder für Flüchtlinge verteilen und dafür 20.000 der 71.400 Euro bekommen, die die Sozialbehörde bewilligt hatte. Ein Bürokratiemonster?

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++ MULTIKULTI-WERKSTATT

Keine große Rolle spielt die Hamburger „Multikulti-Werkstatt“, die sich selbstverständlich von jeder Kopftuch-Kritik distanziert, was sie ihrem saublöden Namen und ihrer SPD-Anbindung einfach schuldig ist. Auch hier ist unklar, was dieser Verein mit dem Frauenmarsch zu zu hat. Wohl „irgendwas mit Flüchtlingen“.

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++ Auch DIE JÜDISCHE GEMEINDE HAMBURG

zieht sich, so heißt es jetzt, zurück. So steht es in der SCHURA/SISTERS-Erklärung und so wird es vom den Medien kolportiert. Aber das ist ein besonderes Kapitel das hier nur am Rande gestreift werden kann: Diese Gemeinde hat vor einigen Tagen (am 9.5.) ganz groß den Jahrestag der Befreiung vom Nazi-Faschismus gefeiert. Es waren fast 100 Veteranen der Roten Armee dabei. Es ist keine Frage was diese Leute von Kopftuch und Islamismus halten .

Es gibt aber angesichts der KLEINHEIT dieser nur wenig handlungsfähigen Gemeinde (kleiner als fast jeder Hamburger Sportverein) einige Leute dort, die sich geehrt fühlen, dass sie von Christen und Muslimen als RELGIONSGRUPPE zur Kenntnis genommen werden. Die reaktionäre Nordkirche spricht die Hamburger Juden im „interreligiösen Dialog“ ständig als „Religion“ an und überredete schon einen Rabbiner dazu, zusammen mit der Bischöfin eine U-Bahn zu „segnen“. Andererseits nimmt die Jüdische Gemeinde Hamburg bewusst nicht am staatskirchlichen Religionsunterricht teil und nach einigen (verständlichen) Kompromissen äußert sie sich auch klar gegen den Islam-Staatsvertrag. Kurz und gut: Diese Gemeinde war, falls überhaupt, nur auf dem Papier dabei. Vielleicht haben Kirchen und Schura diese Geschichte einfach manipuliert) Das ist noch zu klären.

Nachtrag (nach dem 13.5.2017) :
Schura und Nordkirche lügen über die Beteiligung der Jüdischen Gemeinde

Laut Zana Ramadani (und einem Bericht der Welt darüber) hatte die Jüdische Gemeinde Hamburg weder unterschrieben noch die Unterschrift zurück gezogen !!!!!! Ramadans Facebook-Text findet sich hier. Sehr wahrscheinlich manipulierten hier im Hintergrund die „Interreligiösen“ von der Nordkirche: es ist nicht vorstellbar, dass die antisemitische Schura es im Alleingang wagen würde, den Namen „Jüdische Gemeinde Hamburg“ wahrheitswidrig im Alleingang unter einen Schura-Text zu setzen. Zumal Philipp Stricharz, der Zweite Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, sich erst vor wenigen Monaten darüber „irritiert“ zeigte, „dass der Senat das Verhalten der IZH offenbar achselzuckend hinnimmt“.

Einen Tag nachdem diese Fälschung aufgedeckt wurde, kam es zu einer zweiten Fälschung: Wahrscheinlich erneut mit Rückendeckung der „christlichen Feministinnen“ von der Nordkirche wurde auf der Schura-Website der Eintrag „Jüdische Gemeinde Hamburg“ auf der „Boykott-Liste“ stilschweigend (!) durch „Jüdische Gemeinde Pinneberg“ ersetzt. Auch das entspricht nicht den Tatsachen Die Jüdische Gemeinde Pinneberg und ihrer Vorsitzender Wolfgang Seibert haben ihre eigene Erfahrung mit Islamisten. Auf unsere Nachfrage versicherte Seibert uns, dass er eine Zusammenarbeit mit der antisemitischen Schura ablehne. Offenbar ist es den Klerikalfeministinnen besonders wichtig, der Öffentlichkeit eine Beteiligung „der Juden“ am Boykott vorzugaukeln. Kurzfristig haben sie mit dieser Manipulation ihr Ziel erreicht, denn alle Zeitungen haben die Falschmeldung gedruckt, wonach Nordkirche, Schura und Juden gemeinsam gegen Kopftuch-Kritikerinnen vorgehen. Viele – auch viele Linke – würden genau das gut finden: Die Verpackung muslimischer Frauen mit Stoffbergen gehört heute zum kulturellen Code des hegemonialen ethnopluralistischen Antirassismus.

Queerfeminismus
Eine Spur der Fälschung ist noch auf einer Sisterhood-website zu sehen, wo „Pinneberg“ versehentlich nach unten gerutscht ist. Auf den websites von Schura und Denkträume hat man „Jüdische Gemeinde Hamburg“ stillschweigend durch „Jüdische Gemeinde Pinneberg“ ersetzt und daran seither nichts mehr geändert.

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++ BEHÖRDE FÜR ARBEIT, SOZIALES , FAMILIE UND INTEGRATION

Leicht übersieht man (auch in der Abbildung oben) das Logo der mächtigen Hamburger Sozialbehörde, die seit 2011 auch für die „Integration“ zuständig ist. Von ihrer „freundlichen Unterstützung“ (in Euro) hängt ein großer Teil der vielen staatstragenden Aktivitäten von Antiras, Antifas, „Frauenprojekten“, „Migrantenprojekten“, „Flüchtlingsräten“ etc ab. Später wird man sich wahrscheinlich mal darüber wundern, ein wie großer Teil der „Linken“ auf der Gehaltsliste von Staat & Kirche stand. (Um davon abzulenken, redet man lieber darüber, wer einst auf der Gehaltsliste der Stasi stand).

Es gibt in Hamburg keinen Vortrag über Antisemitismus, den nicht mit behördlicher Empfehlung „die Diakonie“ finanziert. Man achtet dabei aus „intergrationspolitischen Gründen“ stets darauf, dass der muslimische Antisemitismus möglichst niedlich dargestellt wird im Vergleich zum „antimuslimischen Rassismus“. (Antisemitismus von marginalisierten Gruppen – sie versuchen ihre Marginalisierung manchmal sogar durch Antisemitismus zu überwinden – gilt gerade in identitätspolitischen und intergrationspolitischen Projekten als weniger verurteilenswert, zumal er den Antisemitismus hegemonialer Gruppen legitimieren kann).

Tatsache ist, dass der Hamburger STAAT (!) einem „Frauenmarsch gegen Rechte und Islamisten“ keine Mittel zukommen lassen wollte, weil sich ein solcher Marsch objektiv gegen die Politik des Hamburger Staates richtet (selbst wenn das in aller Konsequenz nicht allen beteiligten Frauen bewusst gewesen sein mag). Es gilt daher aus Staatssicht: Frau ist entweder Pro-Kopftuch oder sie bekommt keine Kohle!! In dem Moment, da die mächtige Sozialbehörde ihre „freundliche Unterstützung“ zurück nahm, war allen schwarzrotgoldenen Feministinnen klar, auf welcher Seite sie stehen. Dem Staat geht es hier um seine reaktionäre antilaizistische Islampolitik. Selbst als hier DITIB-Spitzel entlarvt wurden, wollte der GAL/SPD-Senat nichts an den Zahlungen an DITIB ändern! Damit ist klar, aus welcher politischen Ecke der Druck gegen den Frauenmarsch kommt.

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++ LANDESFRAUENRAT HAMBURG

Nicht für einen Boykott sondern für direkte Zensur im Vorfeld setzten der einflussreiche und finanzkräftige und halbstaatliche Landesfrauenrat (und in dessen Windschatten das „Frauenarchiv Denkträume“) seine politische Macht ein. Man sprach von „Irritationen hinsichtlich der Auswahl der Rednerinnen und dem Statement zum Thema Kopftuch“. Das Kopftuch abzulehnen passe einfach nicht zu dem Ziel „gemeinsam gegen jede Form von Frauenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rassismus und für mehr Weltoffenheit und gegenseitigen Respekt auf die Straße zu gehen“. Die religiös begründete islamischen Frauenverschleierung, die ein Frontalangriff auf alle Errungenschaften des Feminismus ist, wird hier zur „Frauenfeindlichkeit“ und gar zum Rassismus (!) verdreht, als seien Kopftuchträgerinnen eine Art ethnische Gruppe. Die „Toleranz“ gegenüber dieser reaktionären patriarchalischen Unsitte gilt als Zeichen der „Weltoffenheit“ (eine wichtige Kategorie im Land des Exportweltmeisters) und des „gegenseitigen Respekts“, was hier nur ein anderes Wort für gleichgültigen Kultur-Relativismus ist.

Religiöser Fanatismus? Re-Islamisierung? Was hat das denn mit den Frauen zu tun? Frauen werden doch nicht von Islam-Anhängern und anderen klerikalen Eiferern bedroht, sondern von Rechtspopulisten!?
Hier stellen sich erwachsenen Frauen bewusst dumm und predigen einen Dummkopf-Feminismus: Rechtspopulisten haben nichts gegen selbstbewusste Frauen, sondern wählen sie zu Parteivorsitzende. Als hätte es nie einen völkischen Feminismus gegeben. Der Grund für dieses Gerede ist klar: Man steht hinter der Islam-Politik des GAL/SPD-Senates und diese ist eben zugleich seine Frauenpolitik: Ob Kirche oder Moschee – Hauptsache klerikal. Angriff auf reaktionäre klerikale Frauenbilder sind daher nicht erwünscht. Dafür aber gemeinsamer Religionsunterricht und Kopftücher schon im Kindergarten.

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Judith Butler
Charlie Hebdo zu Judith Butler – Vergrößern mit Rechtsklick.

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LIBERATION FROM RELIGIOUS OPPRESSION

Rund 20 Gruppierungen und Institutionen – von denen etliche überhaupt nicht eingeladen waren – rufen also auf aggressive Weise zum Boykott auf – gegen die erste Frauendemonstration, die sich ZUGLEICH gegen Rechte UND Islamisten wendet.

Es geht ihnen um das KOPFTUCH, um den RELIGIÖSEN FANATISMUS und um zwei bekannte Kritikerinnen mit migrantischen Hintergrund. Man verlangt die Ausladung der Rednerinnen und die Streichung von solchen Sätzen:

„Wir sind der Meinung, dass Verschleierung ein Symbol der Ausgrenzung  in all ihren Formen ist. Wir glauben, dass Emanzipation und Feminismus nicht mit einem Kopftuch vereinbar sind.“

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Es ist düster, dass auf einer Frauendemo Kritik an der religiös begründeten Unterdrückung von Frauen nicht zugelassen werden soll. Millionen Frauen leiden weltweit unter der Last religiöser Gesetze und sind religiösen Regimes unterworfen. Religiös begründete Unterdrückung ist seit dem weltweiten anti-sekularen Backlash (seit 1979 also) eine der Hauptformen der Unterdrückung von Frauen.

Besonders durch die weltweite Ausdehnung des Politischen Islam hat sich die Situation der Frauen rapide verschlechtert.

Aber auch in Uganda (Lord’s Resistance Army), in Osteuropa, in den USA und auch in Westeuropa sind die klerikalen Kräfte stark. In Russland landen Menschen wegen „Blasphemie“ im Gefängnis, in Polen und anderswo sind rechte Kräfte gegen das Recht auf Abtreibung, in Frankreich demonstrieren Hunderttausende Katholiken und Le Pen-Anhänger gegen die „Ehe für alle“ und im anti-laizistischen Deutschland, wo erstmals ALLE Regierungsmitglieder Kirchenmitglieder sind, will man das Staatschristentum und zugleich den Islam stärken.

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Islam Feminismus
Als Mit-Herrschende tragen sie das Kopftuch freiwillig. Sie üben patriarchalische Gewalt gegen andere Frauen aus – Vergrößern mit Rechtsklick

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DAS KOPFTUCH ALS ZEICHEN DER MACHT-TEILHABE

Die deutschen Islam-Verbände stellen das Kopftuch als ein mit dem christlichen Kreuz vergleichbares „religiöses Symbol“ dar. Unter Berufung auf die „Religionsfreiheit“ wollen sie entsprechende Gerichtsurteile herbei führen, um die Frauenverhüllung im gesamten öffentlichen Raum als neue Normalität zu etablieren. Die Islamfunktionäre wissen, dass den Deutschen nicht viel einfällt, wenn Frauendiskriminierung im Namen der Religion erfolgt, denn im antilaizistischen Deutschland herrschen andere Zustände als in Frankreich, wo die Berufung auf die Religion weniger Eindruck macht.

Tatsächlich ist die Verschleierung von Frauen kein religiöses, sondern ein (gesellschafts-) politisches Symbol auf der Grundlage des politischen Programms von Hasan al-Banna, dem Gründer der ultrarechten Muslimbruderschaft (der die Juden hasste und von den Nazis finanziert wurde). Dass dieses Tuch nicht religiös, sondern POLITISCH ist, erkennt man an seiner gesellschaftsregulierenden Funktion (die ein Kreuz nicht hat): Dort wo es von orthodoxen Musliminnen getragen wird, also in rechten islamischen Milieus, hat es die Funktion, das interne gesellschaftliche Zusammenleben zu regulieren und sich von der verachteten bürgerlichen Gesellschaft zu distanzieren. Der Schleier für Frauen steht hier für die bewusste Hinwendung zu „islamischen Werten“ in Abgrenzung zu den Eckpunkten der westlichen Gesellschaft: Trennung von Staat und organisiertem Aberglaube, Unterscheidung zwischen dem ökonomischen Dassein (Arbeiter, Kapitalist etc.) und dem politischen Staatsbürger („Citoyen“ bei Marx), unabhängige Justiz und individuell einklagbare Rechte.

In den westlichen bürgerlichen Gesellschaften entstand die relative Gleichberechtigung der Geschlechter in einer Wechselwirkung sozialer Kämpfe und gesetzlicher Fixierung des Erreichten. Das Ergebnis ist ein zum Habitus gewordenes, relativ unbefangenes Miteinander der Geschlechter, das nicht nur auf gelebten Normen beruht, sondern auch juristische Grundlagen hat (vom Arbeitsschutz für Frauen bis zum Eherecht).

Das Zusammenwirken von staatlichen Gesetzen und bürgerlichen Normen bietet den Individuen hier einen nicht geringen Schutz vor Übergriffen, obwohl sie aus Erfahrung wissen, dass Angriffe trotzdem vorkommen können. Kein Kopftuch kann einen solchen Schutz bieten, aber entgegen aller islamistischen Propaganda ist das auch nicht sein Zweck. Die Sittenlehren rechter Muslimbrüder und ihre auf Geschlechter-Apartheid zielende Scharia-Sexualmoral zielen viel umfassender darauf, die „Wahrheit des heiligen BuchesÜBER die weltlichen Regeln der bürgerlichen Gesellschaft zu stellen, insbesondere über das einklagbare Selbstbestimmungsrecht freier Individuen. Schon Fauziya al-Banna, die Schwester von Hassan al-Banna, wusste das.

Eine Münchner Moschee als Ausgangspunkt

Es ist ganz offensichtlich, dass das islamische Kopftuch nun auch in Westeuropa auf dem Vormarsch ist. In der BRD wurde die Verbreitung von Kadern aus dem Umfeld der „Muslimischen Jugend in Deutschland“ (MJD) forciert . Im Vorstand dieser islamistischen Gruppe (die zunächst vom westdeutschen Staat unterstützt wurde, um Unruhen in den islamischen Sowjetrepubliken zu provozieren), saß seit 1997 Fereshta Ludin, die ab 1998 vor Gerichten gegen das „Kopftuchverbot“ klagte . Vor ihrem Gang zum Bundesverfassungsgericht im Jahr 2003 war das Tragen von Kopftüchern bei muslimischen Frauen in der BRD aber überhaupt kein Thema.

Heute ist der „Hijab“ (wer kannte dieses Wort vor 10 Jahren?) ein Symbol des politischen Islam, dessen Ideologen es bestens verstehen, im Namen der „Religionsfreiheit“ (zu der in der BRD nicht das Recht gehört, von Religionen nicht belästigt zu werden) den öffentlichen Raum zu okkupieren und ihn für säkulare Frauen möglichst unangenehm zu machen.

Im Rahmen der patriarchalen Ordnung werden politische Kämpfe symbolisch als kulturelle Auseinandersetzungen um den weiblichen Körper geführt. Auch in diesem Fall werden die Frauen vorgeschickt. Eine nur für Frauen gemachte Kopfbedeckung – die nach Auskunft einiger „Feministinnen“ ein Geschlechtermodell propagiert, das von „komplementären Geschlechterrollen“ ausgeht! – wird zum wichtigsten Symbol einer Ideologie/Religion gemacht, während die Männer sich im Hintergrund halten.

In einer Art Umkehrung des „Orientalismus“-Konzepts von Edward Said erscheint die westliche Gesellschaft im islamischen Kopftuchdiskurs (über den hier kaum geschrieben wird) als „verweiblicht“ und das Geschlechterverhältnis wird als unmoralisch, sexuell enthemmt und porno-graphisiert beschrieben, während die islamische Rollenverteilung als moralisch, familiär und sexuell gesund verteidigt wird. Die männliche Kontrolle über die Frauen wird in Abgrenzung zur unmoralischen westlichen Umgebung als „islamisch“ gerechtfertigt.

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Vor dem Hintergrund dieser Konstellation sind verschiedene
Gruppen von „Kopftuchfrauen“ auszumachen:

(1) Die „Tiefreligiösen“ und „Überzeugten“, also die erzkonservativen bis ultrareaktionären Islam-Anhängerinnen. Hierzulande sind das meistens Wählerinnen von AKP und MHP, rechte Iranerinnen, rechte Syrerinnen, rechte Afrikanerinnen, viele davon aus migrantischen Mittelschichten. Sie wollen nicht in erster Linie Mensch, Individuum, Bürgerin sein, sondern zu allererst Muslimin. Sie wollen sich also ent-individualisieren und in einem Kollektiv aufgehen, in einer religiösen Volksgemeinschaft. Nicht wenige tragen das Islamtuch erst seit dem Aufstieg Erdogans, von dem sie auf verschiedene Weise profitierten. Ihre Hinwendung zur Frömmigkeit ist vor allem ein politisches Bekenntnis. Das Kopftuch gilt ihnen als Gradmesser von Gläubigkeit und Gehorsam, vor allem aber geht es um Gehorsam, denn ihre „Religiosität“ ist Furcht vor der Freiheit und ihre Frömmigkeit ist „ungeglaubter Glaube“, sie ist nicht mehr identisch mit der bäuerlichen Frömmigkeit vieler Familien aus dem ländlichen Raum, die seinerzeit als „Gastarbeiter“ hier ankamen.

(2) die direkt oder indirekt von Parteien, Stiftungen und Islamverbänden bezahlten bzw. unterstützen Kopftuch-Propgagandistinnen. Hinter den Profi-Kopftuchträgerinnen, die Prozesse führen, Blogs betreiben, Kolumnen in Tageszeitungen und Online-Magazinen (wie Bento oder Vice) haben und in Talkshows auftreten, stehen meistens Islamverbände und islamistische Parteien wie die AKP. (Weshalb immer wieder einige der eloquenten Propagandistinnen auffliegen , weil sie – auf türkisch – mit Erdogan für die Todesstrafe sind oder unter anderem Namen noch einen Hass-Blog gegen Israel betreiben). Der demonstrative Auftritt mit Kopftuch, der noch fundamentalistischer ausfällt durch XXL-Tücher und durch die Kombination mit Khimar, Jilab, Abaya oder Pardösü, ist für diese Frauen die feminine Variante der Koranverteilung, also der Werbung nicht einfach für eine „Religion“, sondern für die Schaffung einer „gesunden islamischen Gesellschaft“.

(3) diejenigen die angesichts der Verbreitung des politischen Islams, der Pro-Erdogan-Kundgebungen und angesichts der vielen in den Medien auftauchenden Kopftuchfrauen darauf hoffen, auch einmal zu denjenigen zu gehören, denen das Kopftuch Vorteile bringt und die jetzt schon in der öffentlichen Aufmerksamkeit einen solchen Vorteil sehen. Das Kopftuch markiert für sie die Zugehörigkeit zu einer stolzen Minderheit, die ihren Stolz nicht zuletzt aus der Existenz der Länder zieht, in denen der Islam Staatsreligion ist. Sie ahnen noch nicht (oder vielleicht doch), dass der Weg immer nur in eine Richtung führt: Einen Artikel „Wie ich das blöde Tuch in den Müll warf“ würden STERN, BENTO, ZEIT-Magazin etc. heute nicht mehr drucken (zuletzt sind solche Artikel vor 10 Jahren erschienen).

(4) Selbstverständlich gibt es weiterhin tausende Mädchen und Frauen, die mit mehr oder weniger direkter Gewalt zum Tragen des Kopftuches (und zur Ehe) gezwungen werden, die Gewalt ausgesetzt sind und weggesperrt und überwacht werden – von den Eltern, den Brüdern, der Verwandtschaft, von Mitschülern, von Imamen in der Koran-Schule. Wenn die religiöse Bindung und Gruppenidentität groß ist (fast 70 Prozent der türkischen Jugendlichen in der BRD bezeichnen sich als „religiös“ oder „sehr religiös“), reden sich manche ein, sie seien trotzdem frei, obwohl sie doch nur die verinnerlichte Totalität rückentaüßern. – Andere flüchten. Wer sich zur Rückkehr überreden lässt, wird oft verprügelt, gewürgt, ins Herkunftsland der Eltern verfrachtet oder gar umgebracht.

(5) Bei einigen migrantischen Frauen und bei einigen Flüchtlings-Frauen aus Syrien und Irak gibt es womöglich noch so etwas wie eine bäuerlich-ländliche Frömmigkeit. Zu den oft sehr armen migrantischen Subkulturen rund um den Hamburger Hauptbahnhof gehören viele Frauen mit Kopftüchern. Diese afrikanischen und arabischen Frauen, die oft aus den Flüchtlingslagern in der Umgebung kommen, tragen das Kopftuch wie eine Tracht (zumal die älteren Frauen) und dies offensichtlich ganz umhinterfragt. (Im Unterschied zu dem halben Dutzend Niqab-Trägerinnen, die bewusste salafistische Provokateurinnen aus dem umliegenden Moscheen-Milieu sind). Wahrscheinlich schützt sie das Tuch gelegentlich vor Zudringlichkeiten in einer von Männern und Familienclans dominierten Lagerwelt, aber besonders sicher ist das nicht, wie die große Zahl von verletzten (hier und hier) oder getöteten (hier, hier, hier, hier) Flüchtlingsfrauen zeigt, die sich emanzipieren wollten.

(6) Zugleich gibt es auch unter den Flüchtlingen politisch sehr bewusste Frauen aus der Mittelschicht, die Frömmigkeit als Statussymbol einsetzen. Das gilt nicht zuletzt für die vielen Syrerinnen, die aus kleinbürgerlichen (Anwälte, Ladenbesitzer) und nicht selten auch aus wohlhabenden Familien (selbständige Klinik-Betreiber, Ex-Generale) kommen, die vor ihrer Migration nach Deutschland häufig zum islamistischen Aktivistinnen-Milieu gehörten und hier auch mehr oder weniger offensiv ideologisch als Islam-Propagandistinnen auftreten.

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DIE NOTWENDIGE VERTEIDIGUNG ZIVILISATORISCHER STANDARDS GEGEN DIE KLERIKALISIERUNG DES ÖFFENTLICHEN RAUMES

Es war immer schon falsch zu glauben, Mädchen und Frauen würden vor allem durch unmittelbare Gewalt zum Kopftuch gezwungen.Viele Musliminnen sehen in einer repressiven Variante des Islam eine Alternative zur westlich geprägten Moderne. Sie fürchten, Emanzipation und Freiheit könnten zu unmoralischem Lebenswandel und gesellschaftlichem Chaos führen. Tatsache ist, dass das Kopftuch seit dem Aufstieg des politischen Islam Teilhabe an der Macht verspricht. Dazu trägt auch die staatliche deutsche Islampolitik mit ihren Förderprogrammen (Islam-Studium, Projekte aller Art) bei. In diesem Zusammenhang sind viele neue Jobs entstanden. Mit Kopftuch kann man auch bei den Grünen oder in anderen Parteien als Vorzeigemuslima Karriere machen. Und noch nie gab es bei den Islamverbänden eine solche große Nachfrage nach eloquenten jungen Kopftuchträgerinnen, die sich besser als Aushängeschild eigenen, als düstere Bartträger in „traditionellen Gewändern“. Allein im Umfeld der AKP und ihrer europäischen Ableger sind in den letzten 15 Jahren Tausende Stellen mit jungen Frauen besetzt worden.

Unter diesen Voraussetzungen ist das Kopftuch Symbol für die Unterdrückung ANDERER Frauen. Diese neuen eloquenten Kopftuchfrauen, die gerne mit dem Bekenntnis: „MICH hat niemand gezwungen“ auftrumpfen, sind Role Models für andere. Sie sind Vorbild und üben dadurch zugleich Druck auf junge „Muslimas“ aus. Diese neuen eloquenten Kopftuchfrauen ebnen der Klerikalisierung den Weg – mit Klagen vor Gerichten und mit Artikeln in den Mainstream-Medien darüber wie schwer man mit einem Kopftuch einen Job bekommt. Zugleich relativieren sie die Lage der Frauen in den islamischen Staaten. Sie marschieren vorweg bei Anti-Israel-Demos und bei Pro-Erdogan-Kundgebungen. NIE haben sie auch nur ein Wort über den Kopftuch-ZWANG gesagt. Wo sie aber genug Einfluss haben, ist es mit der „Toleranz“ vorbei.

Das ganze verbissene Kopftuch-Pro & Contra lässt leicht vergessen, dass es hier ganz existenziell um die Verteidigung zivilisatorischer Standards gegen den Ansturm einer ungeheuer frustrierenden Freudlosigkeit geht, die mit dem „religiösen“ (gesellschaftspolitischen) Backlash einher geht. Hier soll ein Frauenbild zum Normalzustand erklärt werden, das einer patriarchalen Religions-Interpretation entspricht: Die Frau (auch die eloquente Kopftuch-Ideologin) ist dem Mann untergeordnet. Je mehr Frauen einen Schleier tragen, umso bedrohlicher wird es bald für jene, die es dann noch wagen, in Minirock oder Shorts zu gehen.

Dance Scenes Mashup

Die Verbreitung des Kopftuches ist, wenn es keine Gegenbewegung gibt, nur der Vorbote einer noch schlimmeren klerikalen Repression, die die immerhin erreichte relativ „freie Begegnung der Geschlechter“ zu einer Sache der Vergangenheit machen würde. Daran erinnert ganz gut das zivilisatorische Kontrastprogramm gegen die Geschlechter-Apartheit: Der moderne Tanz. Es ist schwer vorstellbar, aber überall wo Klerikale das Sagen haben, ganz besonders aber in der sexuell verklemmten „islamischen Kultur“ sind solche und solche Begegnungen nicht vorgesehen. Es gibt viel zu verteidigen und die Disco gehört unbedingt dazu.

(Dass die Gegenseite nicht untätig ist, zeigen Meldungen wie “ Evangelikale: Tanzen ist Sünde“, Versuche mit Hijab und Burka eine nach Geschlechtern getrennte Disco zu etablieren und widerliche Kerle, die Frauen Vorschriften machen wollen. Dem gegenüber steht eine Iranerin, die unter erheblicher Gefahr unverschleiert in der U-Bahn von Teheran tanzt).

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Islamischer Feminismus ist völkischer Feminismus

Weil sie als Anhängerinnen eines „komplementären Geschlechtermodells“ (wie beim völkischen Feminismus, wo es auch um die „Ebenbürtigkeit“ sich ergänzender Seinsweisen geht) selbstverständlich Gegnerinnen des Feminismus sind, nennen sie sich aus purer Bosheit „islamische Feministinnen“. „Islam is the most feminist Religion“ rufen sie und klagen scheinheilig den „Eurozentrismus“ an: „Secular feminism is silencing Islamic feminism:

Femen Islam
„Unser Gegner ist der Universalismus des eurozentrischen, weißen, paternalistischen Feminismus.“ (Lana Sirri, Humboldt-Uni). „Wir sind gegen das Paradigma, dass die Moderne zwangsläufig säkular sein muss.“ (Die „Reformerin“ Amina Wadud). „Der Islam ist mehr als eine Religion. Die islamische Frau ist eine Kulturträgerin. Sie leistet einen Beitrag zur bewussten islamischen Erziehung des Kindes und damit zu einer gesunden islamischen Gesellschaft“ (Fereshta Ludin, Kopftuch-Ideologin). „Islamischer Feminismus“ ist Hass auf die Aufklärung und Demagogie der „Identität“. So agierte und agiert bis heute auch der völkische Feminismus.
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Einzelheiten zum rechten Boykott

STAAT, KLERIKALE UND „NEUE FEMINISTINNEN“ HAND IN HAND

Die website zum Frauenmarsch ist in der Nacht von 12. auf 13. Mai schon arg zerfleddert. Die Boykotteure sind aggressiv vorgegangen. Sie haben Macht und Einfluss. Weil sie bestens mit Staat und Kirche und Wohlfahrtskonzernen vernetzt sind, können sie drohen und Druck ausüben. Wer sich Ihnen widersetzt, muss mit damit rechnen ausgegrenzt und langfristig auch finanziell abgestraft zu werden. Diese Drohungen gehen an denjenigen, die an der Aufklärung festhalten in den ersten Stunden nicht spurlos vorbei.

Die Frage, von wem dieser Druck vor allem ausging, sollte in allen Details rekonstruiert werden. Es ist schon jetzt zu erkennen, dass die Frauengruppen der Nordkirche in Verbindung mit queerfeministischen Gruppen die Hauptakteure sind. Sie haben die Schura angesprochen und mobilisiert. Die Schura-Leute sind taktisch geschickt und überlegen sich genau – zumal nach der schlechten Presse der letzten Monate – wenn es sinnvoll ist aus der Deckung zu kommen.

Ohne Rückendeckung der „Interreligiösen“ und der „Intersektionalen“ hätte sich die Schura (die überhaupt nicht eingeladen war) still verkrümelt. Die „neuen“ Queer/Pop/Netz-Feministinnen und die mit ihnen verbündeten Klerikalfeministinnen stecken mit der Bundespolitik und der Hamburger Politik unter einer Decke.

Sie sind mit den Kirchen und den Leitmedien vernetzt, die diesen Kurs stützen. Nur deshalb werden sie auch protegiert. Sie liegen mit ihrer Kopftuch-Liebe und der Umformulierung des Antirassismus zur Religions-Verteidigung ganz auf der staatlichen Linie. Wahrscheinlich hat sich längst die Vizebürgermeisterin (GAL) eingeschaltet und auch der Hamburger Sozialstaats-Apparat. Auch die ersten Zeitungsmeldung sind bestenfalls auf der Linie „Frauen streiten übers Kopftuch“. Man will da nichts gesagt haben.

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Unter diesem massiven Druck kommt es zu einem neuen Statement der säkularen Veranstalter.
Man rudert zurück.
Aber es ist zum Glück kein Totalrückzug:

„In dem Artikel im Hamburger Abendblatt wurde die Kopftuchdiskussion als Hauptanliegen der Demonstration dargestellt. FRAU POURKIAN SPRACH ÜBER IHRE PERSÖNLICHEN ANSICHTEN ALS PRIVATPERSON, die sich nicht zwangsläufig mit denen der Vereine und Mitaussteller decken. Das Thema des Kopftuches ist für den Marsch nicht relevant (?) und wird dort unsererseits nicht diskutiert werden. Kritisiert wurden lediglich die Umstände des Druckes und des Zwanges, unter denen einige Frauen das Kopftuch anlegen, um in Ruhe gelassen zu werden oder dazu gezwungen werden. DAS KOPFTUCH als ein FREIWILLIG getragenes Zeichen RELIGIÖSER und (!) kultureller Zugehörigkeit zu tragen, ist das Recht und die Freiheit jeder erwachsenen Frau. Jede Frau, EGAL ob MIT KOPFTUCH oder OHNE, und jeder Mann sind herzlich eingeladen, am kommenden Samstag mit uns für Frieden, Freiheit und Demokratie einzustehen.“

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KOMMENTARE ZUM TEXT DES RECHTEN BOYKOTT-AUFRUFES

Doch dieser Kompromiss der Veranstalter reichte den ethnopluralistischen Rassistinnen von „Sisters March“ und SCHURA nicht, hinter denen die „interreligiösen“ Strukturen der Kirche und auch staatliche und halbstaatliche Institutionen stehen, nicht. Man hält die Zeit für günstig, um das Thema zu dramatisieren. Am 12.05.17 verabreden sie sich mit dem Staatsfunk NDR ein und publizieren im Internet eine „Erklärung“:

„WIR gehen am Samstag nicht zum Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsch. Warum? In den letzten Tagen hat sich hinter den Kulissen des Großevents vieles abgespielt, was uns als ursprüngliche Unterstützer*innen sehr irritiert hat.

Wir als Sisterhood möchten uns solidarisch zeigen mit unseren MUSLIMISCHEN MITMENSCHEN.

[Anmerkung:
Wenn DEUTSCHE von „Mitmenschen“ reden, muss man in Deckung gehen. Es geht ihnen immer darum, SICH über die anderen zu erheben. „MUSLIMISCHE Mit-Menschen“ sind immer die ANDEREN (man selbst trägt ja kein Kopftuch). Zugleich teilt man die First-Class-Menschen & Mit-Menschen strikt nach Religionen ein. Hinter DIESER klerikalen „Sisterhood“steckt die christliche Nordkirche]

Es scheint salonfähig geworden zu sein, ethnische (!) und (!) religiöse (!) Minderheiten in Deutschland öffentlich zu diffamieren und zu stigmatisieren — ohne Konsequenzen oder eine laute Gegenstimme befürchten zu müssen.

[Anmerkung:
Dieses Leute sind primitive Rassistinnen. Wo die Deutschen früher von „Rasse“ sprachen (Critical Whiteness-Feminstinnen tun es heute wieder) sagen sie „Kultur“ und „Ethnie“. „Religiöse Minderheiten“ und „ethnische Minderheiten“ sind für diese Leute identisch. Deshalb sprechen sie von „Muslimischen Mitmenschen“ wenn sie Migranten meinen. Nichtmuslimische Migranten oder gar Kopftuch-Hasser-Migranten können und wollen sie sich nicht einmal vorstellen. ]

Wir erleben ein gesellschaftliches Klima, dass sich stark gegen Muslime, geflüchtete und migrierte Menschen sowie solche, die aufgrund ihrer äußeren Erscheinung (sic!) zu ihnen gezählt werden, wendet. Diese Menschen werden verstärkt zu Opfern von Stigmatisierung, öffentlichen Anfeindungen und Ausgrenzung. Wir engagieren uns für eine Welt ohne Sexismus, sexualisierte Gewalt, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Homo- und Transfeindlichkeit. Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der sich niemand anmaßt, Frauen* (das „*“ ist für Insider) vorzuschreiben, wie sie zu sein und zu leben haben — einer Gesellschaft in der Vielfalt und Toleranz das Fundament sind.

[Anmerkung:
Sie merken nicht, dass sie über die ANDEREN in der Sprache der Biologie und des Ethno-Rassismus und des Racial Profiling sprechen: Ethnie = Religion = Islam = Minderheit. Alle Menschen sind hier keine Individuen sondern Teilmengen großer Kollektive. Das nur von Frauen getragene Kopftuch machen sie zum Symbol für alle geflüchteten oder emigrierten Männer UND Frauen, die offenbar alle Muslime sind. (Männer werden überhaupt nicht symbolisiert). Und das alles in einer ultra-widerlichen Ikea-Welt-Sprache: „Eine Welt ohne Sexismus, Rassismus und alles was im Katalog nicht gut aussehen würde, Blabla.“ Man stellt sich selbst ein gutes Zeugnis aus, sitzt dabei fett und gut bezahlt im mächtigen Großdeutschland, das Europa beherrscht, eine Million Migranten aufnimmt und trotzdem noch 50 Milliarden Euro Steuerüberschuss hat].

Wir sind gegen folgende Passage auf der Frauenmarsch-Webseite:

»Wir wollen Frauen, die aus Angst ein Kopftuch tragen, aufklären. Wir sind der Meinung, dass Verschleierung ein Symbol der Ausgrenzung — in allen ihren Formen sind, vorallem für die Mädchen, die nicht volljährig sind. Wir glauben, dass Emanzipation und Feminismus nicht mit einem Kopftuch vereinbar ist. Kopftuch ist nichts islamisches. Es ist ein historisches Produkt der Patriarchalen Gesellschaft, um Frauen zu kontrollieren. Viele entscheiden sich für das Kopftuch, um in Ruhe gelassen zu werden.«

In einem bevormundenden, belehrenden Ton entmündigt der Veranstalter kopftuchtragende Frauen, generalisieren und stigmatisieren diese. Ganz klar: Diese Haltung widerspricht unseren Grundlagen eines toleranten und pluralen Miteinanders in einer offenen, zugewandten Gesellschaft und unserem Anspruch auf Intersektionalität.

[Anmerkung:
„Mit dem Anspruch auf Intersektionalität“ werden die Ajatollahs von der „Blauen Moschee“ nicht viel anfangen können, aber sie verstehen längst, dass sie in diesen Feministinnen zwar eigenartige aber treuherzige Verbündete haben. Schura-Islamisten und Queer/Pop/Netz-Feministinnen – trotz unterschiedlicher Sprache finden sie gemeinsame Worte wenn es ums Kopftuch geht. Da passen Intersektionalität und Scharia gut zusammen. Die Sache mit dem „belehrenden“ Ton wiederum ist DER Klassiker bei den Aufklärungsfeinden.

Das Kopftuch wird mit seiner Trägerin und ihrer „Kultur“ einfach identisch gesetzt. Auf diese Weise könnte man auch eine Neonazi-Kritik als Beleidigung „faschistischer Mitmenschen“ darstellen, und die Ablehnung von Springerstiefeln als deren „Stigmatisierung“ darstellen. Wenn man aus Rücksicht auf die Anhänger einer repressiven Ideologie diese Ideologie nicht mehr erwähnen darf, bedeutet das die Abschaffung von Kritik und Aufklärung. Und das ist ja auch das islamische Ideal.
Belehrend ist aber die rassistische Unterscheidung zwischen DENEN mit dem Kopftuch und UNS, die natürlich so etwas nicht anziehen, die aber TOLERANT sind gegenüber den Dummen!! Schon Sartre sagte: „Pluralismus ist ein Begriff der Rechten“. Die aktuelle „plurale Toleranz“ entspricht exakt dem rechtsradikalen Ethno-Pluralismus: Wir haben nichts gegen die Kopftuchfrauen wenn sie auf IHRER Seite bleiben. – Und so geht es weiter:]

Als wäre mit diesem Vorgehen nicht schon ein Vertrauensbruch erreicht, mussten wir ebenfalls feststellen, dass beim Frauen- und MigrantInnenmarsch am 13. Mai 2017 wissenschaftlich (sic!) wie politisch umstrittene Personen wie Necla Kelek eine Bühne geboten bekommen — eine prominente Vertreterin von anti-islamischen Weltanschauungen. Necla Kelek ist unter anderem für ihre Unterstützung von Thilo Sarrazins rassistischen Einwanderungs-Thesen bekannt, hat sich diskriminierend im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zur Sexualität von muslimischen Männern geäußert

Als Rednerin ist unter anderem auch Zana Ramadani aufgeführt. In ihrem Buch »Die verschleierte Gefahr« schreibt sie: »Das Kopftuch ist das Leichentuch der freien Gesellschaft. Pauschalisierende Äußerungen, wie »Eine muslimische Frau, die ein Kopftuch trägt, erhebt sich über andere. Sie sagt damit: Ich bin etwas Besseres als Du.« zeugen von einer Haltung, die unserer Vorstellung von Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt widerspricht

Hamburg, 10.05.2017, Das Statement wurde verfasst von den Organisator*innen des Sisters’ March und der SCHURA.

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[Anmerkung:
Was für eine Sprache: Toleranz, Akzeptanz, Vielfalt… so spricht man in den Chefetagen von DAX-Unternehmen.

Sie können Zana Ramadani nicht kritisieren und nur pauschalisierend behaupten Ramazani sei pauschalisierend. Sie können den Satz „Eine muslimische Frau, die ein Kopftuch trägt, erhebt sich über andere“ nicht widerlegen. Und sie hassen diese Frau, weil sie alles getan hat, was Netz-und Hetz-Feministinnen an Migranten nicht mögen. Denn Ramazani wendet sich gegen die „Toleranz“ dieser Leute, die für Migranten einen festen Platz reserviert haben – natürlich nur mit dem Kopftuch, das sie SELBST nicht tragen wollen.

Necla Kelek , die auch viel zum Kopftuch-Wahnsinn geschrieben hat, gilt den Ethno-Pluralisten als Feindin, weil sie „anti-islamische Weltanschauungen“ vertritt. Was für ein dummes und zugleich aggressives Argument: Sie wollen tatsächlich die Kritik einer Weltanschauung denunzieren und damit die Kritik überhaupt. Wenn ich den Stalinismus kritisiere ist das nach dieser Logik Rassismus gegen Stalinisten!

Wohin das führt hat man bei Charlie Hebdo gesehen: Solche Kritik, zumal aus dieser Ecke ist immer eine Drohung. Dieser ganze Boykott-Aufruf IST auch eine Drohung. Rednerinnen, die ohnehin von Islamisten bedroht werden, werden abermals namentlich denunziert.

Kelek, die angeblich auch „wissenschaftliche umstritten“ ist (die Schura arbeitet bald mit Fußnoten) hat, so heißt es, schlecht über Männergruppen gesprochen, die ein aufdringliches frauenfeindliches Verhalten mit dem Islam rechtfertigen. Männer die wegen des islamischen Jungfrauenwahns komische Sex-Vorstellungen haben. Dumm nur an dieser „Kritik“: Diese Männergruppen und diesen Wahn gibt es real. Und die Verschleierung von Frauen ist Teil dieses Wahns.

Necla Kelek unterstützt auch nicht Sarrazins rassistischen Einwanderungs-Thesen. Die „intereligiösen Feministinnen“ bleiben auch hier den Beweis schuldig. Kelec lehnt ausdrücklich die „kruden Erklärungsmuster“ und den „biologistischen Erklärungsansatz“ von Sarrazin ab. Sie stellt aber klar, dass Kritik an der „islamischen Leitkultur“ niemals Rassismus sein kann, eben weil der Islam keine „Rasse“ ist, sondern ein kulturell-ideologisches System, von dem man sich auch distanzieren kann, das also keinem Individuum schicksalhaft anhaftet. Kritik an den Anhängern eines ideologischen Systems kann niemals rassistisch ein, denn ihr Bekenntnis zu dieser Ideologie ist frei gewählt. (Die reaktionäre „antiimperialistische“ Petition „Gerechtigkeit für die Muslime!“ der 60 „Migrationsforscher“, die 2006 gegen Necla Kelek, Avaan Hirsli Ali und Seyran Ates polemisierten und dabei die Zwangsheirat relativierten, wurde von Ethnopluralisten wie Yasemin Karakasoglu und Mark Terkessidis angeführt).

Zana Ramadani und Necla Kelek gehören nicht zur Linken. Unter den Ex-Muslimen und islamkritischen Muslimen gibt es nur noch sehr wenige Linke: Nach dem Verrat an der Aufklärung und dem linken Kungeln mit religiösen Fundamentalisten (vgl. z.B. „Die islamische Frau aus westlicher Sicht“ und „Der Fall Fereshta Ludin“ im linken Diss-Verlag 1995 und 1999) ist das mehr als verständlich. Die Mehrheit der Linken nimmt gegenüber muslimischen und ex-muslimischen Kritikern des Islam und der darauf basierenden kulturellen und politischen Praktiken eine feindliche Haltung ein. Eine wirklich LINKE Kritik an Zana Ramadani und Necla Kelek – zum Beispiel an ihrem unkritischen JA zu „Deutschland“ und seinem Grundgesetz – gibt es deshalb nicht.

Wer aber zusammen mit der Schura Kritik an Ramadani und Kelek formuliert, hat sich selbst disqualifiziert. Die Schura ist eine rechtsradikale Gruppe. Sie ist verbandelt mit den übelsten Diktaturen, die besonders hart gegen Frauen vorgehen und zugleich den Begriff „Islamphobie“ in Umlauf gebracht haben. Sie sind Rassisten und klagen gegen „antimuslimischen Rassismus“. Die „Sisters“ wissen das alles. Sie wissen auch wer DITIB ist. Ihre Zusammenarbeit mit diesen finsteren Frauenhassern geschieht also ganz bewusst].

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Islamofaschismus
Parolen gegen Rechte und Islamisten auf dem Hamburger Frauenmarsch – Vergrößern mit Rechtsklick

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Unterschrieben haben dieses Pamphlet:

Sisters’ March
SCHURA — Rat Islamischer Gemeinschaften in Hamburg. (siehe oben)
Das interreligiöse Frauennetzwerk Hamburg. (siehe oben)
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg (siehe unten)
Jüdische Gemeinde Hamburg (Nachtrag: Falsche Behauptung)

Stiftung Wohnbrücke Hamburg (siehe oben)
Multikulti Werkstatt (siehe oben)

Trust The Girls
Integrationspunkt Hamburg IPV
Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation
Bildungs- und Beratungskarawane e.V.
Verband binationaler Familien und Partnerschaften
Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen (BHFI)
Christine Ebeling, Gängeviertel
Aktivistinnen von Refugees Welcome Karoviertel

Islamische Religionsgemeinschaft DITIB = AKP
BIG Bündnis Islamischer Gemeinden Norddeutschl. = AKP + MHP
Junge Islam Konferenz Hamburg = „Deutscher Islam“ + AKP-Milieu
Muslimische Frauengemeinschaft Norddeutschl. = Schura-Milieu
Initiative Harburger Muslime = AKP-Milieu

Liberal-Islamischer Bund  Hamburg
Deutsch-Ahwazischer Kultur Verein
Frauenorganisation Lajna Imaillah der Ahmadiyya Muslim Jamaat

Feministinnen, die mit Schura, Ditib, AKP und Co. gemeinsame Sache machen – so sieht es also aus, wenn Staat, rechte Klerikalfeminstinnen und Queer/Pop/Netz-Feminstinnen zusammen ideologisch aufräumen.

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Erläuterungen zu den Unterzeichnern:

Paritätischer Wohlfahrtsverband

Dieser Verband gehört -wie Diakonie und Caritas – zu den großen Wohlfahrtskonzernen, die mit Geldern von Staat und Kassen „Maßnahmen“ anbieten, die eigentlich staatliche oder kommunale Aufgaben wären. Dabei bleibt so viel Geld in den Konzern-Bürokratien hängen, dass mancher Geschäftsführer sich einen Maserati leisten kann. Wohlfahrtskonzerne mit Millarden-Umsätzen sind ein deutsches Phänomen. Sie sind Folge der fehlenden Trennung von Staat und Kirche, die 1961 zu dem sozialstaatlichen Subsidiaritäts-Prinzip führten. Der Paritätische Wohlfahrtsverband ist entsprechend dieser Logik Teil der Integrationsindustrie. Zahlreiche Intersektionale Feministinnen haben dort gut bezahlte Jobs ergattert.
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Trust the girls

Wie man an der Selbstbezeichnung als „Girls“ bemerkt, geht es bei diesem lokalen Magazin-Projekt um Pop/Queer-Feminismus. Aus dem harmlosen „subversiven“ Beginn – eine hetero-sexistische und misogyne Fremdbezeichnungs-Semiotik (Girlies) wird scheinaffirmativ „umgedreht“ (Bitch, Slut, Riot Grrrl, Bikini Kill, Girlism, Mädchen, Fräulein, Miss) wurde inzwischen – siehe missy magazine und Mädchenmannschaft – durch den Einfluss von Critical Whiteness & Intersektionaliät eine Rassismus-kompatible Strömung, die Menschen nach Hautschattierungen (Colored person, person of color, non-white) gruppiert. Für sie ist das islamische Kopftuch eine Ethno-Tracht, die sich gut auf „antiimperialistischen“ Postern macht. In dem Buch „Beißreflexe“ wird dieses Phänomen kritisiert, allerdings mit dem Tenor, dass alles ganz in Ordnung gewesen wäre, wenn es dabei nicht zu Übertreibungen gekommen wäre. Trust the girls ist eine besonders dümmliche Variante dieser Strömung. Ohne eine Sekunde nachzudenken, zitieren sie die „intersektionale“ Rassistin Djenna Wehenpohl, plappert man in ihrem Milieu Sätze wie: „Die Frauenrechte in Saudi-Arabien sind noch immer alles andere als ideal“ und gesteht aus Versehen, dass sich hinter dem eigenen Antirassismus die Überzeugung verbirgt, dass alle Muslime Terroristen werden, wenn man sie nicht nett behandelt: „Wenn wir aufhören Menschen aufzunehmen, die unsere Hilfe so nötig brauchen, überlassen wir sie denen, vor denen sie fliehen. Der IS wittert nur darauf Leute zu rekrutieren“.
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Integrationspunkt Hamburg IPV

Hamburg erlebt zurzeit einen Ansturm von Flüchtlingen“. Daraus erwachsen „integrativen Herausforderungen, die es zu meistern gilt“ und natürlich zahlreiche Jobs für Einheimische, die „ausländischen Mitbürgern“ bei der „Integration in Deutschland“ auf die Sprünge helfen wollen. Man ist für „Integration“ weil man die typisch deutschen Vorurteile gegen Parallelgesellschaften pflegt, ohne dabei Unterschiede zu benennen (z.B. zwischen Chinesen und Libanesen). Hier wird vor allem Staatsknete umverteilt. Der Verein zählt den Paritätischen Wohlfahrtsverband Hamburg, das Islamische Zentrum Al-Nour, die Schura und den Kirchenkreis Hamburg-Ost zu seinem Netzwerk. Was haben solche Leute mit Feminismus zu tun?
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Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation

Mit kultureller Vielfalt umzugehen ist spannend und erweitert den eigenen Blickwinkel“. Diese Selbstbeschreibung und der Institutsname sagen schon alles. So klingt der unverkrampfte Rassismus seit dem Fahnenmeer bei der Fußball-WM 2006. Man lebt gut von Bundes- und Landesmitteln. Man betreibt die Kommerzialisierung und Religionisierung von Refugees Welcome. Ihr Vorzeige-Integrations-Projekt ist der „Hamburger Ramadan Pavillon 2017″. Man kann verstehen, dass sie an einem der Aufklärung verpflichteten Frauenmarsch lieber nicht teilnahmen.
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Bildungs- und Beratungskarawane e.V.

Herzlich Willkommen! Welcome! Merhaba! Salam! Salut! Hola!“ lautet die Begrüßung dieses Vereins, der aus einer „Mütterinitiative“ (sic!) entstand. Einer der unzähligen Integrationshelfer. Wieso fehlt eigentlich der Gruß „Schalom“? Passt wohl nicht zu Merhaba und Salam?
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Verband binationaler Familien und Partnerschaften

Früher hieß der Verband „Interessengemeinschaft der mit Ausländern verheirateten Frauen“. Auf wen musste dieser sehr kleine Verein eigentlich Rücksicht nehmen, als er sich gegen einen Marsch gegen „Rechtspopulismus und religiösen Fanatismus“ stellte? Die Antwort: Vorsitzende ist die berüchtigte Multifunktionärin Sidonie Fernau, eine der Hauptbetreiberinnen der Boykott-Kampagne gegen den Frauenmarsch und „Dialogpartnerin“ der antisemitischen schiitisch-islamistischen „Blauen Moschee“.
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Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen

Das BHFI ist eine laute Stimme in der Öffentlichkeit“. Offenbar auch wenn es gegen einen Marsch geht, der der Aufklärung verpflichtet ist. „Die freiwillig Aktiven leisten einen enormen Beitrag zur Integration von Geflüchteten“. Die Selbstverständlichkeit, mit der voller Patriotismus von allen „Integration“ gefordert wird, gibt es in der BRD erst seit 10 Jahren. Die staatlich vorgegebene Linie „Integration“ ist diesen „Freiwilligen“ durch „Gespräche mit Vertretern von Behörden, Politik und anderen Gremien“ und durch Funk und Fernsehen wohl bekannt.
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Christine Ebeling, Gängeviertel

Im lokalpatriotischen Gängeviertel-Projekt (die Stadt akzeptierte das „Projekt“ als die „Besetzer“ mit Standort-Politik argumentierten und mit dem Umzug der Kulturszene nach Berlin drohten) ist man den linksalternativen Milieus verpflichtet. Es ist keine Frage, wo diese stehen, wenn es um Kopftuch, Religion und Schura geht.
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Aktivistinnen von Refugees Welcome Karoviertel

Wie beim Gängeviertel. Gleichzeitig macht man dort aus einem von Zwangsarbeitern gebauten Nazi-Bunker eine Spaß-Burg. „Flüchtlingsarbeit“ (=“Integration“) fürs gute Gewissen & Vergangenheitssentsorgung – so geht „Vielfalt“. Mit einem Israel-Fähnchen sollte man dort nicht herum laufen.
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Islamische Religionsgemeinschaft DITIB

Kommentar erübrigt sich. Niemand hatte Erdogans Spitzel-Religionsbehörde zu einer feministischen Demo eingeladen. Trotzdem erscheint sie mit Hilfe der Klerikalfeminstinnen auf der Liste der „Boykotteure“.
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BIG Bündnis Islamischer Gemeinden Norddeutschland

Auch dieser Islamisten-Verein, der von der rechtsradikalen Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG) gelenkt wird, war nicht eingeladen, wurde aber ebenfalls von den Nordkirche-Feministinnen auf die Liste gesetzt. Eine weitere Provokation.
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Junge Islam Konferenz Hamburg

Islamkonferenz

Diese Konferenz ist eine Erfindung des deutschen Staates. Sie ist Teil des Versuches einen „Deutschen Islam“ mit Hilfe der Evangelischen Kirche zu schaffen. Finanziert wird der Verein von der Berliner Humboldt-Universität und der Stiftung Mercator. In Hamburg sprach Scholz als Schirmherr das Grußwort. Es tummeln sich dort viele Erdogan-Anhänger und andere Rechte. Man redet am liebsten im AKP/Erdogan-Stil über „Islamophobie“, schweigt aber eisern zum islamischen Terrorismus und Antisemitismus. Nach den Silvesterübergriffen relativierte man die Ereignisse so: „Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist kein Novum in Deutschland“.
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Muslimische Frauengemeinschaft Norddeutschland

Michaela Will Pastorin

Ein weiterer „religiös“ daher kommender Erdogan-Verein. Man nennt sich: „Bundesweite unabhängige Vereinigung zur Verbesserung der gesellschaftlichen Partizipation muslimischer Frauen“ und beschäftigt sich mit Fragen wie: „Sollen muslimische Schüler in der Schule beten dürfen?“ “ Kann man mit Kopftuch Karriere machen?“ „Ist ein pauschales Kopftuchverbot für Erzieherinnen in öffentlichen Kitas zulässig?“. Zuerst das Kopftuch, dann der Gebetsraum an Gymnasium und Uni, dann Zwangs-Fasten am Ramadan auch für Grundschüler: Es ist die klassische islamistische AKP/MHP-Methode der „Ausweitung der Kampfzone“, bei der Frauen heute eine Avantgarde-Rolle spielen sollen.
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Initiative Harburger Muslime

Von der SPD geförderter DITIB-Verein. Tagt in den Räumen der Eyüp Sultan Moschee (Hamburg, nicht Istanbul). Auch hier wissen wohl nur die „christlichen Feministinnen“ wieso dieser Name im Zusammenhang mit einem Frauenmarsch auftaucht.
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Liberal-Islamischer Bund  Hamburg

Auch dieser Bund fährt auf dem Ticket „Deutscher Islam“. Vorsitzende war lange Zeit die „muslimische Religionspädagogin“ Lama Kaddor. Sie versucht (es klingt meistens naiv und uninformiert) den Islam als Opfer des Imperialismus und als von bösen Kräften missbrauchte Religion darzustellen. Während sie Muslimen wie Hamed Abdel-Samad und Ayaan Hirsi Ali Stimmungsmache gegen Muslime vorwirft, behandelt sie „radikale Islamisten, die eine ganze Religion pervertieren“ als Apostaten, also als Leute, die keine „echten Muslime“ sind. Nicht anders argumentiert der Islamische Staat. Ihre Nachfolgerin Nushin Atmaca vertritt die absurde These, dass die Menschenrechte Bestandteil der Scharia seien. Das wird so auch vom Prediger Fethullah Güllen vertreten. Der „Stern“ gab ihr viel Platz um mit dümmlichen Argumenten gegen die Publizistin Sabatina James zu polemisieren.
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Deutsch-Ahwazischer Kultur Verein

Es handelt sich um einen der vielen migrantischen Heimatvereine, die oft nach dem selben Muster arbeiten wie die Sudetendeutschen. Dieser Verein vertritt die „arabische Minderheit in Ahvaz in der Provinz Khuzestan“ im Iran, die dort zweifellos brutal behandelt wird. Eine politische Kritik am islamistischen Gottesstaat ist das nicht. Der Verein ist (falls er überhaupt jemals gefragt wurde) bestimmt nicht vom IZH/Schura, sondern vom deutschen Teil des antisäkularen Bündnisses zur Unterschrift agitiert worden. Auch hier ist der Zusammenhang mit dem Feminismus ein Rätsel.
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Frauenorganisation Lajna Imaillah der Ahmadiyya Muslim Jamaat

Die bekannteste Vertreterin dieser muslimischen Sekte, die von den meistens Muslimen nicht als muslimisch anerkannt wird, ist Khola Maryam Hübsch, die aus dem Kopftuch einen Beruf gemacht hat. Viele Frauen dieser repressiven Sekte flüchten ins Frauenhaus. Manche schaffen das nicht und werden ermordet. Die Ahmadiyya Muslime sind trotzdem Medienlieblinge, weil sie nach Terroranschlägen Blumen verteilen und den Slogan „Liebe für alle, Hass für Keinen“ herum tragen, was dann für schöne Fotos bei BENTO sorgt, wo man so tut, als seien die Parolen dieser Sekte der „Aufschrei der anständigen Muslime“ stellvertretend für Milliarden.

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Dieser Text entstand kurz vor dem Frauenmarsch. Einige Informationen wurden später nachgetragen.

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Schura-Faschismus
Die pro-klerikalen „Feministinnen“ konnten den Marsch gegen Rechte und Islamisten nicht verhindern

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NACHTRÄGE

► ► ++ NACH DER DEMO

► (a) Demonstration und Kundgebungen (zeitweise 400 Personen, später 300) waren beeindruckend. Viele Teilnehmerinnen hatten das Gefühl erstmals bei einer solchen Gelegenheit wieder frei denken und reden zu können. Ohne Intersektorale & Klerikale konnte gelacht und richtig diskutiert werden; man war einfach von vielen klugen (selbst denkenden) Leuten umgeben. Die laizistischen Kräfte sollten sich gegen den klerikalen Backlash eigenständige Strukturen schaffen. Nachträglich ist noch im Detail zu recherchieren, welche reaktionären Kräfte sich hier über welche „informellen“ Absprachen & Kanäle gegen diese Demonstration zusammengeschlossen haben. Es muss noch deutlicher werden, dass der Hamburger Staat und die Hamburger rotgrüne Regierung Gegner dieser Veranstaltung waren und sind. Die Schura ist nichts ohne Scholz und nichts ohne Merkels Politik gegenüber Erdogan. Ohne Staat & Kirche im Rücken würden auch die Frauen, die unter dem Label Sisters March mit der Schura gegen die Aufklärung agieren, keine Rolle spielen.

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► (b) ++ Nachtrag zu „Denkträume e.V.“

Die „Hamburger Frauenbibliothek Denkträume“ rief der Veranstaltung am 14.5.2017 eine „Stellungnahme zum Hamburger Frauen- und MigrantInnenmarsch“ hinterher:

„Auf der Schlusskundgebung passierte es dann: Die Veranstalterin rief in die „Menge“, ob sie nicht doch Necla Kelek hören wolle. Und so geschah es. Gegen alle Absprachen zu einem mühsam abgerungenen Kompromiss, um ein breites (?) Bündnis wieder möglich zu machen, trat diese auf die Bühne und hielt ihre Rede. Das war ein (zweiter) eklatanter Vertrauensbruch! Wir DENKtRÄUMErinnnen haben daraufhin sofort unsere Sachen gepackt und haben die Veranstaltung unter Protest verlassen. Und wir entziehen hiermit – sozusagen nachträglich – unsere Unterstützung des Frauen- und MigrantInnenmarsches, so ist keine Zusammenarbeit möglich!“

Toll gemacht, dieser offene Brief an die Geldgeber dieses „Frauenprojektes“. Den hier so dramatisch geschilderten Abgang von zwei (!) älteren Damen hat in Wirklichkeit niemand bemerkt. Die Frage ist nur, wovor die in den 80er Jahren von GAL-FunktionärInnen mit Staatsknete gegründete und bis heute finanzierte (bis 2005 Bildungsbehörde, heute Justiz- und Gleichstellungsbehörde) so viel Angst hat? Auf der Denkträume-Homepage gibt es nur einen externen Link zur „Islamischen Frauenforschung Köln“ zwecks “ „Erarbeitung einer frauenzentrierten islamischen Theologie“, aber sonst scheint der Verein mit solchen rechts-klerikalen Gruppen nichts zu tun zu haben und auch nicht Teil der Integrationsindustrie (Diakonie, AWO etc.) zu sein. Aber es reicht wohl, dass der Verein von der Staatknete abhängt (der Landesfrauenrat zahlt aus Mitteln des Staatshaushaltes die Miete und Gehälter): der Hamburger Staat ist Vertragspartner (Staatsvertrag) der Islamisten von SCHURA bis DITIB; Kopftuch und Kungeln mit den rechten Islam-Verbänden sind politisch gewollt; da muss man sich von Kopftuchkritik eben distanzieren.

Aber nicht nur aus diesen sehr materiellen Gründen muss man wohl darauf achten, sich nicht zu isolieren: man bewegt sich auch ideologisch in einem Feld, das Kritik am islamischen Klerikal-Feminismus nicht vorsieht. Deshalb heißt ein Vortrag, den am 11.06.2017 die Erziehungswissenschaftlerin Esther Lehnert im „Polit-Café“ der Denkträume hält auch nicht: „Rechte Frauen – Gefahr von rechts – „Islamische Feministinnen“ in ihrem Kampf gegen Gender, Frauenrechte und Demokratie“, sondern der Vortrag handelt von AfD-Frauen. Und das obwohl es heute Untersuchungen gibt, die deutlich Parallelen zwischen Anhängerinnen des Politischen Islam und Anhängerinnen säkular rechter Gruppen gibt (aber auch Unterschiede: eine lesbische Schura-Vorsitzende wird es nie geben). Richtige Berührungsängste mit dem VÖLKISCHEN hat man bei Denkträume übrigens nicht. 2014 erhielt das Vorstandsmitglied Karin Schönewolf die „Medaille für treue Arbeit im Dienste des VOLKES“ für ihr „frauenpolitisches Engagement“.

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► (c) ++ Veranstaltung am 14. Mai 2017 in der „Blauen Moschee“

Klerikal-Feministinnen von Nordkirche & Schura bezeichnen
Musliminnen ohne Kopftuch als schwache Frauen

Islam-Verbände und ihre „interreligiösen“, linken und genderistischen Unterstützer betonen nach außen gerne, wenn es um das Kopftuch geht, das „Recht jeder Frau auf freie Wahl ihrer Kleidung“. Häufig wird dabei der Minirock ins Spiel gebracht, der ja zunächst auch auf Unverständnis gestoßen sei. Auf solche Demagogie verzichtet man sofort wenn man unter sich ist. Einen Tag nach dem Frauenmarsch trafen sich einige der Boykott-Betreiberinnen in der antisemitischen „Blauen Moschee“. Die Kopftuch-Resolution, die sie dort verabschiedeten, hätte einen Skandal bewirkt, wenn der Verrat an der Aufklärung bei Medien und „Zivilgesellschaft“ nicht schon soweit fortgeschritten wäre: Das klerikal-feministische Bündnis erklärte das Kopftuch zum Erkennungszeichen „starker Frauen“ und meinte damit „strenggläubige“ Fanatikerinnen des islamischen Aberglaubens. Anders gesagt: Muslimische Frauen ohne Kopftuch sind „keine richtigen Muslime“ und DESHALB schwache Frauen! Unterstützt wurde diese Resolution von den Vertreterinnen der Nordkirche. Darüber gab es keine einzige Meldung in den Hamburger Medien.

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PastorinMichaelaWill

Aggressive Gegenaufklärung:
Aus „starken Frauen“werden „glaubensstarke Frauen“!

ERKLÄRUNG DES INTERRELIGIÖSEN FRAUENNETZWERKES
Im Nachklang auf den 1. Hamburger Frauenmarsch und die Irritationen rund um die Themen Kopftuch und Emanzipation haben die Frauen des Islamischen Zentrums spontan zu einer Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen verschiedener Religionen am 14. Mai 2017 um 15 Uhr in die Blaue Moschee (!) eingeladen um über das Thema aus Frauensicht zu diskutieren. Mit dabei waren auch zwei Frauen vom „Interreligiösen Frauennetzwerk“.

Mein Hijab – Zeichen von Stärke und Emanzipation. Muslimas zwischen Selbst- und Fremdbild lautete das Thema der 90-minütigen Veranstaltung, die am Tag der offenen Tür in Imam-Ali-Moschee viele interessierte Zuhörer fand. Die Teilnehmerinnen kamen einmütig zu dem Schluss, dass sich das Tragen eines Kopftuches als religiöse Bekleidung – insbesondere in der westlichen Welt – durchaus ein Zeichen von Stärke und Emanzipation ist. Nur starke Frauen, die fest zu ihrem Glauben stehen, bekennen sich zum Kopftuch.“

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Klerikalfeminismus und Antisemitismus
Nordkirche
Vergrößern mit Rechtsklick

Frauen-Treffen bei den Judenhassern: VON LINKS: Pastorin Michaela Will, Fatemeh Alehosseini (Iran, Umfeld Blaue Moschee, Vorzeige-Muslima auf Nordkirche-Veranstaltungen), Charlotte Nendza (türkeistämmig Funktionärin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, wo besonders viele „Intersektionale“ lukrative Jobs haben), Eva Burgdorf (Funktionärin von Nordkirche, Diakonie und Intervention e.V.), Joanna Brühl (Ev. Konvertitin, Umfeld des extrem antisemitischen Islamischen Zentrums Hamburg).
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Adenauerallee
Sidonie Fernau (Paritätischer Wohlfahrtsverband) im Januar 2016 im „Islamischen Zentrum Hamburg“ der iranisch-schiitischen Antisemiten.

Anmerkungen:

Moderatorin sollte zunächst nicht Charlotte Nendza vom Paritätischen Wohlfahrtsverband werden, sondern Sidonie Fernau. Sie ist u.a. Leiterin der Stabsstelle „Diversität und Migration“ beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Hamburg und Sprecherin der „Arbeitsgemeinschaft Migration und Flucht“ bei der Regierungspartei GAL. Die Multifunktionärin Fernau, die ebenfalls mit der Schura und der „Blauen Moschee“ zusammenarbeitet (also auch mit den Antisemiten Ayatollah Reza Ramezani und Mustafa Yoldaş) ist eine der Hauptdrahtzieherinnen der Boykottkampagne gegen den Frauenmarsch. Sie verkörpert in besonders bemerkenswerter Weise das aktuelle Zusammenwirken von antilaizistischer Staatspolitik, Islamverbänden, islamisierter Flüchtlingspolitik, feministisch legitimierter Re-Religionisierung, der staatlich finanzierten, einflussreichen (und häufig politisch auffälligen) „Akademie der Weltreligionen“ (Nordkirche an der Universität!), die wiederum (u.a. über das „Graduiertenkolleg Islamische Theologie“) vorwiegend weibliche Kader für den Aufbau eines „Deutschen Islam“ finanziert. (Siehe auch den Fall Canan Ulufer: Islam-Ideologin, Diakonie-Angestellte, Erdogan-Versteherin, GAL-Politikerin).

Michaela Will von der Nordkirche arbeitet auffallend eng mit dem antisemitischen „Islamischen Zentrum“ in der „Blauen Moschee“ zusammen. Zusammen mit der Schura ist ihr „Interreligiöses Frauennetzwerk“ die treibende Kraft hinter der Kampagne gegen den säkularen Frauenmarsch.

Schura Hamburg
An ihrer Seite (auch beim gemeinsamen NDR-Statement mit der Schura) steht nicht zufällig Eva Burgdorf. Sie ist hauptamtliche Funktionärin für Organisations- und Personalentwicklung beim Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein. Als „Diakonin“ bietet sie seit 2013 auf Kirchentagen „Biblisches Training gegen Homophobie“ an. Außerdem engagiert sie sich für „Kirchenlieder in gerechter Sprache“. Wer so viel „aus Überzeugung“ macht, treibt sich nicht ahnungslos bei den iranischen Ajatollahs herum.

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(d) ► Hier gibt es eine Liste aller Artikel und Kommentare zum „Hamburger Frauenmarsch“ am 13. Mai 2017

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(e) ► In der Zeitschrift „Emma“ erschien am 28. Juni 2017 unter dem Titel „Boykott gegen Frauen-Marsch“ ein mit unseren Recherchen übereinstimmender Text von Alexandra Eul. „Emma“ konnte zudem aus einem bislang unbekannten Schreiben der oben erwähnten Multi-Funktionärin Sidonie Fernau an den Landesfrauenrat zitieren, in dem der Muslimin Necla Kelek u.a. vorgeworfen wird, „anti-islamisch“ zu sein, also eine Ideologie abzulehnen:

„Wir möchten nicht, dass populistische Positionen wie diese – im Mantel von Solidarität & Toleranz – eine so große (von „links“ und auch von städtischer Seite legitimierte) Bühne geboten werden. Wir entziehen jetzt unseren Support, sind bereits in Gesprächen mit der Basfi, der 2. Bürgermeisterin, unterschiedlichen Vereinen & Medien usw.“

„Basfi“ ist die Abkürzung für Behörde für Arbeit, Soziales, Familie, Integration. Als größte Hamburger Fachbehörde ist sie ein zentrales Steuerungsinstrument des rotgrünen Senats von Olaf Scholz. Der größte Teil der immensen Gelder, die an den Dienstleistungsmulti „Paritätischer Wohlfahrtsverband“ (wo Fernau angestellt ist) gezahlt werden, läuft über diesen Basfi-Apparat, über den die Mittel für alle Wohlfahrtskonzerne (Diakonie, Caritas etc.) verteilt werden, die überwiegend die „Integration“ steuern.

Weil dabei nach dem Willen der rotgrünen Regierung der Islam eine zentrale Rolle spielen soll („Migranten = tiefgläubige Muslime“), hat man Verträge mit antisemitischen und frauenfeindlichen Islamverbänden abgeschlossen. „Integrationspolitik“ und „Religionspolitik“ gehen in Hamburg Hand in Hand. Es ist Hamburger Staatsräson, dass Kritik an den sich auf den Islam berufenden reaktionären Praktiken – selbst wenn diese Kritik von Muslimen oder Ex-Muslimen kommt – als staatsfeindlich zu bewerten ist.

Um Kritik am frauenfeindlichen Kopftuch zu stoppen, wendet Sidonie Fernau sich also an den Staatsapparat – an „Basfi“ und an die der SCHURA wohlgesinnte 2. Bürgermeisterin Katharina Fegebank von den Grünen – wo man Säkularität & Aufklärung für verdächtige Werte hält.

Auch die meisten von Fernau mobilisierten Vereine (und deren zahlreiche Sub-Vereine) werden über diese Behörde finanziert. Hinzu kommt der einflussreiche Apparat der Hamburger Staatskirche, der über seinen „Diakonie“-Konzern und nicht zuletzt über sein „interreligiöses Frauennetzwerk“ die Religionisierung der Flüchtlingspolitik betreibt. Mit diesen Kräften im Rücken ist es dann kein Problem, den Staatssender NDR und die staatstragende Lokalpresse gegen den Frauenmarsch zu mobilisieren. Als politischer Partner des Hamburger Staates und als Geschäftspartner des „Paritätischen Wohlfahrtsverbandes“ ist wiederum die SCHURA institutionalisierter Bestandteil diese gegenaufklärerischen Netzwerkes.

Dessen Funktionärinnen sitzen überall, haben alles unter Kontrolle und sind deshalb auch in der Lage unter dem Label „Sisters` March“ aufzutreten. Staat und Kirchen waren also die Hauptakteure der Boykott-Aktivitäten gegen den Frauenmarsch.

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GJ, dbd (at) riseup.net

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Charlie Hebdo – zwei Jahre nach dem islamistischen Mordanschlag

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Die in deutscher und französischer Sprache erschienene Charlie Hebdo-Ausgabe zum zweiten Jahrestag des Mordanschlags auf die Redaktion ist besonders gelungen.

Diese Ausgabe zeigt erneut: Eine vergleichbare linke Zeitschrift gibt es hier nicht, weil der deutsche Antilaizismus auch bei Leuten hegemonial ist, die sich für antirassistische Linke halten. Die Zeichnungen und Texte in Charlie Hebdo wirken hier als sei das Blatt von einem anderen Stern. Ganz selbstverständlich ziehen sich blasphemische Bemerkungen durch das ganze Heft, und es wird schnell klar, dass diese Art der Gotteslästerung nicht mit den Papst-Witzen in der Titanic oder einem „Blasphemie-Schwerpunkt“ in Jungle World vergleichbar ist.

Mit dem Recht auf Gotteslästerung wird die Laizität verteidigt, die es in Deutschland überhaupt nicht gibt. Und sie wird bewusst auch gegen den Islam verteidigt, der sich als Opfer der Laizität inszeniert und mit seinen Symbolen und vielen Varianten des Terrors in den öffentlichen Raum drängt. Die Verteidigung des Rechts auf Gotteslästerung haben 12 Mitarbeiter von Charlie Hebdo mit dem Leben bezahlt.

Der „Titanic“-Chef Tim Wolff sagte vor 2 Jahren: „Satire muss möglich sein, ohne dass man erschossen wird“. Er und andere haben überhaupt nicht verstanden, dass nicht Satire „an sich“ den Islamisten nicht passte, sondern das Beharren auf blasphemische Polemik gegenüber ALLEN Varianten des Aberglaubens und die Tatsache, dass diese polemische Blasphemie die praktische Verteidigung einer gesetzlichen Laizität darstellt.

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Inhalt von Charlie Hebdo
Nummer 1276 vom 5. Januar 2016
(Titel: „2017 – endlich Licht am Ende des Tunnels“)

„Ein politisches Verbrechen“

In seinem Editorial zeigt Riss überzeugend, dass viele Kräfte ein Interesse daran haben, die Besonderheit des Angriffs auf Charlie Hebdo zu de- realisieren. Der Fall Charlie Hebdo erscheint nach 2 Jahren als ein Attentat unter vielen. Es war aber ein politisches Verbrechen mit dem klaren Ziel, Personen wegen ihrer politischen Meinung zu töten. Darum ging es nicht beim Bataclan und in Nizza.

Im Januar 2015 hatten das viele in Frankreich begriffen. Für Charlie Hebdo gingen vier Millionen auf die Straße.

Zugleich gab es nicht wenige Muslime, ethnopluralistische Linke und Bürgerliche, die im Attentat in der Rue Nicolas Appert eine verdiente oder eine selbstverschuldete Strafe für eine „überzogene Religionskritik“ sahen. Auch weil man darüber heute nicht mehr sprechen will, gibt es ein Interesse daran, die Besonderheit dieses Anschlages in Vergessenheit geraten zu lassen.

Bemerkenswert ist, dass es auch zwei Jahre danach kaum Bücher über dieses Massaker gilt – außer den Comic-Bänden der Überlebenden. In den meisten linken Milieus war der Charlie Hebdo schon im Januar 2016 keine Zeile mehr wert (s. dazu diese Sendung). In den etablierten Medien wiederum berichtet man gerne über Verwerfungen innerhalb der Redaktion, allerdings ohne dass es dabei darum geht, die Emotionen enttäuschter Mitarbeiter verständlich zu machen.

„Verrat der Ideale bei Charlie Hebdo“

Die FAZ erhob am 5.1.2017, also zum 2. Jahrestag des Anschlages den Vorwurf „statt Mitgefühl und Solidarität unter den Opfern“ bestimmten bei Charlie Hebdo heute „Macht- und Verteilungskämpfe den Redaktionsalltag“. Man beruft sich auf ein „Enthüllungsbuch“ von zwei Journalisten, die bei dem rechten Blatt „Le Point“ und bei den linken Charlie-Hassern von „Le Monde“ beschäftigt sind. Diese Gegner eines „übertriebenen Laizismus“ behaupten, Charlie Hebdo habe seine „Ideale verraten“. Dabei waren es gerade diese „Ideale“ die man stets ablehnte und Charb sogar vorwarf, er habe mit seiner antiislamischen haltung den Tod seiner Kollegen geradezu heraus gefordert. Warum es geht, sagt die FAZ selbst: „Das Buch rüttelt an dem Mythos der moralischen Überlegenheit der Charlie-Leute“.

Es gibt tatsächlich Veränderungen bei Charlie Hebdo, aber die haben nicht zuletzt mit dem (Nicht-)Verhalten der anderen zu tun: Die Mord-Kampagnen von iranischen Mullahs, der Muslimbrüder und des IS gegen Romanautoren, Karikaturisten und Filmemacher waren ja durchaus erfolgreich:

Seit dem Januar 2015 sind im Westen keine Mohammed-Karikaturen mehr erschienen! Aus Angst! Aus Angst, die oft rationalisiert wird mit ideologischen Beschwichtigungen , die sich wiederum einfügen in die Beschwichtigungen liberaler Verteidiger der „Religionsfreiheit“.

Schon vor dem ersten Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ im Jahr 2011 gab es bekanntlich zahlreiche Versuche, Islamkritiker zum Schweigen zu bringen: 1979 Khomeneis Auruf gegen Salman Rushdie, 2004 die Ermordung von Theo van Gogh, 2010 die Angriffe auf die Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard und Lars Vilks und 2011 der Anschlag auf „Jyllands-Posten“.

Als die beiden Schreiberlinge von „Le Point“ und „Le Monde“ bei Charlie Hebdo wegen Interviews nachfragten, antwortete ihnen Riss:Ein derartiges Verbrechen wirft Fragen über den Platz der Religion in unserer Gesellschaft auf, die viele aus Feigheit leugnen“. Deshalb seien nur zu diesen Fragen Recherchen angebracht. Alles andere seien Ablenkungsmanöver.

Genau so ist es: Heute erfahren wir aus der FAZ und anderen Blättern dass die Abo-Zahlen nach dem Massaker von 8000 auf 200.000 stiegen, dass die Redaktion eine Marketingfachkraft verpflichtet hat, die auch für andere Kunden arbeitet, dass der „Geldsegen“ in das Projekt gesteckt wurde statt es ihn auf die Opferfamilien zu verteilen etc. Außerdem wir gerne erwähnt, wer heute nicht mehr dabei ist.

Das sind alles üble Spiele, die dazu dienen, nicht mehr über das politische Verbrechen reden zu müssen. Es ist ja wohl sinnvoll, das Blatt mit dem Geld von 2015 langfristig abzusichern. Opferentschädigung zahlt der französische Staat. Charlie Hebdo kann nur als ist eine politische Zeitung weiter machen. Viele wichtige Leute, oft zufällig Überlebende, sind abgesprungen, weil sie es einfach nicht mehr aushalten. Andere wie Zineb el Rhazoui, Charlie-Zeichnerin und Autorin von Détruire le Fascisme Islamique, halten es auf andere Weise nicht mehr aus: sie möchten den Kampf gegen den Islamfaschismus mehr oder weniger zum Hauptthema von Charlie Hebdo machen. Aber das war es aber schon vor 2015 nur in der Wahrnehmung von Muslimen und ethnopluralistischen Linken. Von 523 Titelseiten der zehn Jahre davor handelten nur 38 von Religion und nur 7 vom Islam.

Aber wozu erzählt man diese Geschichte vom „Verrat an den Idealen von Charlie Hebdo“ ausgerechnet deutschen Zeitungslesern?

2013 berichtete „Die Zeit“ über den Charlie-Hebdo-Comic-Band „La Vie de Mahomet“. In den abgedruckten Zeichnungen von Charbs schwärzte diese antilaizistische Wochenzeitung jedoch den „Propheten“ des Islam! Es sei „nicht anständig, Menschen (!) zu beleidigen“ lautete damals die Begründung: Religionskritik sei Beleidigung religiöser Gefühle.

Die „Berliner Zeitung“ hatte ein Jahr zuvor die Karikaturen von Charlie Hebdo sogar als „primitive Provokation“ bezeichnet. Als Kurt Westergaard 2010 mit einem Medienpreis ausgezeichnet wurde, verurteilten die Grünen ein Rede Merkels auf der Veranstaltung mit der Begründung, das verschärfe den Konflikt zwischen Muslimen und dem Westen. Aus diesen Ecken kommen heute die meisten Berichte über den „Verrat an den Idealen von Charlie Hebdo“

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„Wir haben Charlie Hebdo getötet“

Nachdem die Kouachi-Brüder die Charlie Hebdo-Macher ermordet hatten, liefen sie auf die Straße und riefen: „Wir haben Mohammed gerächt, wir haben Charlie Hebdo getötet.“ Zwei Jahre später behaupten verschiedene Leute aus verschiedenen Gründen, dass die Islamfaschisten Charlie Hebdo doch noch zum Schweigen gebracht haben. Unter denen die das sagen, sind auch viele derjenigen, die bei jedem neuen Terroranschlag tagelang kein islamistisches Motiv erkennen wollen und daran selbst dann noch zweifeln, wenn der IS das Bekennervideo ins Netz stellt.

Aber noch haben die Barbaren nicht gewonnen. Das Verschwinden von Charlie Hebdo wäre jene ‚Soumission‘“ von der Houellebecqs Roman handelt. Die Leute bei Charlie Hebdo sind sicherlich müde und sie wehren sich, dass andere ihnen die ganze Last einer sehr einseitigen Rolle zuschieben wollen. Nach dem Tod ihrer wichtigsten Leute ist die Zeitschrift zweifellos nicht mehr dieselbe, aber sie ist künstlerisch und redaktionell bisher keineswegs erstickt.

In dem Editorial der Ausgabe 1276 beschreibt Riss sehr gut die Lage:

Sobald wir bei Charlie Hebdo den Terrorismus erwähnen wollten, schienen für uns andere physikalische Gesetze zu gelten. Denn Charlie Hebdo trägt das Brandzeichen einer Geschichte, die nicht die der anderen Medien ist.“ „Was bedeuten schon die gehässigen Kläffer und die eingebildeten Affenärsche, Charlie Hebdo setzt seinen Weg fort. … die am 7. Januar ermordeten Mitglieder von Charlie Hebdo haben bis zum Ende gekämpft. Das Schicksal ihrer Nachfolger wird sein, ebenso leidenschaftlich dasselbe zu tun.“

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Bataclan: Jahrestag eines islamistischen Anschlags

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Islamismus

Heute, am Vorabend des Jahrestags der islamistischen Terroranschläge wird im Bataclan wieder Musik gespielt. Mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer der Anschlagsserie wurde die Konzerthalle wiedereröffnet. Anschließend begann das Konzert von Sting. Wie vor einem Jahr kamen 1500 Leute. 500 Karten waren für überlebende Opfer und die Angehörigen der Ermordeten reserviert.

Videos:concert to honor victims“ und Ausschnitte aus dem Konzert.

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Antilaizismus

Linke, Antifas und Antiras haben zum Massenmord im Bataclan und zu den anderen Anschlägen in Frankreich nicht viel zu sagen. Insbesondere nicht zu den antisemitischen (siehe Text auf diesem Blog) und antilaizistischen Motiven der meisten Anschläge. Das Thema verträgt sich nicht mit dem hier dominanten ethnopluralistischen Antirassismus (insbesondere nicht mit dessen Extremform, der Critical Whiteness). Es ist eigentlich unglaublich, aber Kritik am islamistischen Terror möchte man nicht üben, weil sie dem „antimuslimischen RassismusVorschub leisten könnte. Den französischen Laizismus mag man auch nicht, weil der ebenfalls als „antimuslimisch“ gilt. Man mag den Laizismus auch nicht, weil man lieber mit den christlichen Kirchen politische Bündnisse macht und weil nicht wenige einen Job in der staats-christlichen Integrationsbürokratie haben.

Aus ganz ähnlichen Gründen polemisiert auch der Mainstream gegen den französischen Laizismus. Immer wieder wird Frankreich empfohlen, Migranten und Flüchtlinge als einheitliche religiöse Gruppe anzusprechen und sie nach deutschem Vorbild mit Hilfe der christlichen Kirchen über die Religion zu „integrieren“. Mit anderen Worten: Ohne die strikte Trennung von Staat und Religion gäbe es nicht die vielen Anschläge in Frankreich. Zudem gibt es in Frankreich kein Blasphemie-Verbot, und Gotteslästerung gilt dort als hohe Kunst. Im Fall von Charlie Hebdo denken viele in der BRD – Mainstream wie Linke – dass die Redakteure des Satire-Blattes noch leben würden, wenn sie mehr Respekt vor „religiösen Gefühlen“ gezeigt hätten. Während Charlie Hebdo sich über JEDEN Aberglauben lustig macht, also auch über den muslimischen, veranstaltet man in der BRD lieber inter-religiöse Wochen. Religion gilt hier als der Kern „kultureller Identität“.

Hinweis: Zum Thema Laizismus gab es eine Sendereihe beim Hamburger Sender FSK, in der es auch um den Auftritt der Eagles of Death Metal am 16.2.2016 im Pariser Konzertsaal „L‘Olympia“ geht. Nach dem Terroranschlag auf das Bataclan setzten die Eagles das so mörderisch unterbrochene Konzert in diesem Saal fort. Eingeladen waren schon im „L‘Olympia“ die Überlebenden des Anschlags vom November 2015.

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Comic des Bataclan-Überlebenden Fred Dewilde

Laizismus
Vergrößern mit RechtsklickZeichnung von Fred Dewilde aus „My Bataclan“ (Paris, November 2016)

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Am 13. November 2015 drängen sich 1500 Menschen im Bataclan um die Eagles of Death Metal zu hören. Als das Konzert gerade begonnen hatte, stürmten drei Islamisten mit Sprengstoffgürteln und Schnellfeuergewehren den Saal. Sie ermordeten 90 Menschen. Fred Dewilde hat den Bataclan-Anschlag knapp überlebt. Er lag regungslos neben einer verletzten Frau. Beide stellten sich tot und verharrten so zwei Stunden lang, während die Islamisten weitere Menschen erschossen.

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Bataclan Islamismus
Vergrößern mit Rechtsklick. – Dewilde und die neben ihm liegende verletzte Frau überleben, weil sie sich zwei Stunden lang tot stellen.

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Dewilde ist von Beruf Illustrator in einem Unternehmen der Pharmaindustrie, wo er medizinische Vorgänge zeichnerisch veranschaulicht. Für ihn lag es daher nahe, die traumatischen Ereignisse in einem Comic zu verarbeiten. Zum Thema sind gleich zwei Comics entstanden:

(1)My Bataclan“ (erschienen bei Lemieux). Dieser Comic ist das Zeugnis eines Überlebenden über die Barbarei, die in dem Pariser Theatersaal am Boulevard Voltaire stattfand.

(2)13.11. – Die Rekonstruktion eines Angriffs“ (bei Delcourt erschienen). Hier geht es um die Chronik der Ereignisse an diesem Tag, also auch um die Anschläge in

► der Rue Bichat: Bar Le Carillon und Restaurant Le Petit Cambodge.
Islamophobie Hamburg► der Rue de la Fontaine au Roi: Café Bonne Bière und Restaurant La Casa Nostra.
► der Rue de Charonne: Bar La Belle Équipe.
► dem Café Comptoir Voltaire am Boulevard Voltaire.
► der Umgebung des Stade de France, wo es drei Detonationen gab
und
► in Saint-Denis in der Rue du Corbillon wo sich zwei Islamisten am 18. November 2015 in einem Haus in die Luft sprengten.

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My Bataclan

Freies Sender Kombinat
Vergrößern mit Rechtsklick. – Seite aus Fred Dewildes „Mon Bataclan“, November 2016

Mon Bataclan” retrace l‘expérience d‘un rescapé de la salle de concert après l‘attentat du 13 novembre 2015. La BD documentaire “13/11, Reconstitution d‘un attentat” tente de contextualiser les événements. Epicentre des attentats du 13 novembre 2015, le Bataclan est à la fois le théâtre d‘un acte de cruauté inédit ayant causé la mort de 90 personnes, le symbole d’un terrorisme mondialisé, le retour de bâton de décisions géopolitiques, le coeur d‘un traumatisme collectif. Quand toutes ces strates se confondent, comment raconter les événements avec un an de recul et avant la réouverture de la salle?

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Saint-Denis Islamisten
Vergrößern mit RechtsklickZeichnung von Fred Dewilde aus „Mon Bataclan“ (Paris, November 2016).

Deux bandes dessinées, sorties à quelques semaines d‘écart, tentent de le faire. «13/11, Reconstitution d‘un attentat» (Delcourt) revisite les faits de manière clinique, passant par un récit chronologique mettant en scène tous les acteurs de l’engrenage. «Mon Bataclan» (Lemieux éditeur), lui, est le témoignage d‘un rescapé, avec un effet de loupe, sur les quelques heures de barbarie qui se sont déroulées dans la salle de spectacle parisienne.

Islamisten im Bataclan
Vergrößern mit Rechtsklick. – Zeichnung von Fred Dewilde aus „Mon Bataclan“ (Paris, November 2016).

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2015/2016

Bataclan November 2015
Vergrößern mit Rechtsklick. – Seitenausgang Bataclan. Oben rechts: Situation während des Anschlages. Darunter: Haupteingang nach dem Anschlag. Foto privat

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Saint Denies Islam Terror
Vergrößern mit Rechtsklick. – Die Rue du Corbillon in Saint Denis nachdem sich dort zwei Islamisten in einem Wohnhaus in die Luft sprengten. Foto privat
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Antisemitische und antilaizistische Anschläge
in Frankreich 2012-2016

11. März 2012
Der 23-jährige Mohammed Merah erschießt innerhalb von vier Tagen in Toulouse und Montauban drei Soldaten auf offener Straße. Wenige Tage später erschießt er drei Kinder und einen Lehrer einer jüdischen Schule in Toulouse. Am 22. März wird Merah von einer Spezialeinheit getötet. 7 Tote, 5 Verletzte.

2. Juni 2012
In Villeurbanne greifen 10 Muslime drei Kippa tragende, junge Juden mit Stahlstangen und Hämmern an und verwunden sie teils schwer.

19. September 2012
In Sarcelles wirft ein Salafist eine Granate in einen Laden für koschere Lebensmittel. Ein Verletzter.

23. April 2013
In Paris attackiert ein Islamist aus dem Irak unter „Allahu Akbar“-Rufen einen Rabbiner und seinen Sohn bei einer Synagoge und verwundet sie.

7. Mai 2013
In Roussillon verwundet ein Muslim, der kürzlich von der Wallfahrt nach Mekka zurückkam, einen Polizisten mit Messerstichen unter „Allahu Akbar“-Rufen.

25. Mai 2013
In Paris sticht ein Muslim einem französischen Soldaten in den Hals und verwundet ihn.

20. Dezember 2014
In Joue-les-Tours attackiert ein Salafist unter „Allahu Akbar“-Rufen einen französischen Polizisten mit einem Messer. 3 Verletzte.

21. Dezember 2014
In Dijon überfährt ein islamischer Konvertit Fußgänger unter Rufen „Für die Kinder von Palästina!“ 13 Verletzte.

22. Dezember 2014
In Nantes rammt ein Mann mit seinem Fahrzeug unter „Allahu-Akbar“-Rufen einen Weihnachtsmarkt. Ein Toter, 9 Verletzte.

7. Januar 2015
Beim islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo sterben in Paris zwölf Menschen: Stéphane Charbonnier, Jean Cabut, Georges Wolinski, Bernard Verlhac, Philippe Honoré, Mustapha Ourrad, Elsa Cayat, Bernard Maris, Michel Renaud, Frédéric Boisseau, Franck Brinsolaro und Ahmed Merabet.

9. Januar 2015
Ein weiterer Islamist nimmt in einem jüdischen Supermarkt Geiseln, von denen er vier erschießt, bevor er selbst von der Polizei getötet wird.

islamophobie
Vergrößern mit Rechtsklick. Foto: privat

3. Februar 2015
In Nizza sticht ein Islamist auf drei französische Wachsoldaten vor einer Synagoge ein und verwundet sie.

19. April 2015
Nach der Ermordung einer Frau in Villejuif bei Paris wird ein 24-Jähriger mit Kontakt nach Syrien festgenommen. Er besaß ein Waffenarsenal aus Kalaschnikow-Sturmgewehren und plante weitere Anschläge.

26. Juni 2015
Ein 35-jähriger Islamist will in einem Industriegaswerk in Saint-Quentin-Fallavier bei Lyon eine Explosion verursachen. Er hatte zuvor den Firmenchef enthauptet und den Kopf mit zwei Islamistenflaggen auf den Fabrikzaun gesteckt.

21. August 2015
Ayoub El Khazzani, ein 25-jähriger Islamist, wird im Thalys-Schnellzug Brüssel–Paris bei einem Anschlagsversuch mit einem Schnellfeuergewehr von Fahrgästen überwältigt. Zwei Zuginsassen werden verletzt. Ayoub El Khazzani gelangte mit dem Drahtzieher der Anschläge von Paris und Brüssel, Abdelhamid Abaaoud, über die Balkanroute (Ungarn, Wien, Köln) nach Paris.

24. Oktober 2015
In Marseille sticht ein Mann in einer Synagoge unter „Allahu Akbar“-Rufen auf einen Rabbiner und einen weiteren jüdischen Passanten ein und verwundet beide.

11. November 2015
Terroranschlag VERHINDERT. Mit der Festnahme eines 25 Jahre alten Islamisten hat die französische Polizei am 11. November einen auf die Marine in Toulon geplanten Anschlag vereitelt.“ (FAZ, 12.11.2015). Am selben Tag beschloss die EU einen Israel-Boykott. Das war die Nachrichtenlage am Tag VOR dem Bataclan-Massaker . Siehe dazu die vorletzte Meldung auf diesem Blog.

13. November 2015
Bei einer Anschlagsserie in Paris töten Islamisten 130 Menschen. Einige Täter sprengen sich vor dem Fußballstadion in die Luft. Die Angreifer feuern auf Bars und Restaurants und in die Konzerthalle Bataclan.

18. November 2015
Bei einem Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis bei Paris werden mehrere Komplizen der Attentäter festgenommen. Weitere Islamisten sprengen sich in einem Wohnhaus in die Luft. Alle neun Täter waren als Flüchtlinge getarnt nach Europa gekommen.

18. November 2015
In Marseille stechen drei IS-Anhänger auf einen jüdischen Lehrer ein und verwunden ihn.

1. Januar 2016
In Valence fährt ein Islamist französische Polizisten vor einer Moschee an. 2 Verletzte.

7. Januar 2016
Am Jahrestag der Anschläge auf Charlie Hebdo greift ein Islamist, der vorher als Flüchtling in der BRD lebte, Polizisten mit einem Messer an. Dabei trägt er die die Attrappe einer Sprengstoffweste. Er wird erschossen.

11. Januar 2016
„Im Namen Allahs“ wird in Marseille ein jüdischer Lehrer mit einer Machete angegriffen und verletzt.

24. März 2016
In Paris wird ein 34 Jahre alter Islamist festgenommen, der in einer Mietwohnung im Vorort Argenteuil zur Vorbereitung eines Anschlags ein großes Waffenarsenal angelegt hatte, darunter Kalaschnikow-Sturmgewehre und Sprengstoff.

27. Mai 2016
In Saint Julien du Puy stechen IS-Anhänger auf einen joggenden Soldaten im Urlaub ein. Ein Verletzter.

14. Juni 2016
In Magnanville ersticht ein Islamist das Polizistenpaar Jean-Baptiste Salvaing und Jessica Schneider. Er verschanzt sich in deren Wohnung, in der er ein „Bekenner-Video“ aufnimmt und verschickt. Die Polizei stürmt das Gebäude und erschießt den Täter.

15. Juli 2016
Ein Islamist rast in Nizza mit einem Lastwagen in eine feiernde Menschenmenge. 80 Menschen sterben, Hunderte werden verletzt, Tausende müssen das Massaker mit ansehen. In allen Fällen wird in den deutschen Medien über die „Motive“ der Täter gerätselt. Selbst wenn sie sich zum IS bekennen wird das in Frage gestellt und es ist von einer unerklärlichen Radikalisierung die Rede, die möglicherweise etwas mit der sozialen Lage der Täter zu tun hat.

19. Juli 2016
In Garda-Colombe sticht ein muslimischer Mann auf eine Mutter und drei kleinen Töchter ein, da sie „umislamisch gekleidet“ seien. 4 Verletzte.

26. Juli 2016
In Saint-Étienne-du-Rouvray nehmen IS-Anhänger Geiseln in einer Kirche. Sie filmen, wie sie einem Priester die Kehle durchschneiden. Ein Toter, ein Verletzter.

9. September 2016
In Paris versuchen drei Islamistinnen vor der Kathedrale Notre-Dame ein Auto mit mehreren Gasflaschen und drei Behältern Diesel-Treibstoff zu sprengen. Die Festgenommenen wollten auch den Bahnhof „Gare de Lyon“ angreifen.

9. November 2016
Islamistischer Anschlag auf die Französische Botschaft in Athen.
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Die Christianisierung des Antirassismus

Diakonie-Hamburg
Die symbolische Verbindung von Moscheen, Kirchen und Synagogen durch Menschenketten als Umsetzung staatlicher Politik: Integration über Religionisierung des Sozialen.

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Mit den bundesweiten Menschenketten-Aktionen „Hand in Hand gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt“ am 18./19. Juni 2016 wurde erstmals unter dem Label des Antirassismus ganz direkt und explizit für die Re-Religionisierung des gesellschaftlichen Lebens mobilisiert.
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Mit einer „Menschenkette“ hat am 19. Juni 2016 auch „Hamburg“ ein „solidarisches Zeichen gegen Rassismus“ und für „Toleranz und Vielfalt“ gesetzt. Was diese Menschenkette von den bislang üblichen „zivilgesellschaftlichen“ Selbstinszenierungen unterscheidet (die häufig über staatlich finanzierte Kampagnenteams angeschoben werden) ist ihre unverblümte „interreligiöse“ Ausrichtung. In dieser Massivität hatten klerikale Kräfte und Zielsetzungen bisher noch keinen „Aufstand der Anständigen“ geprägt:

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Erklärtes Ziel der Hamburger Kette war

verschiedene religiöse und kulturelle Institutionen miteinander zu verbinden“ (Aufruf Hand in Hand gegen Rassismus).

Es ging darum, drei „religiöse Orte“ symbolisch „Hand in Hand“ miteinander zu verbinden. Das „Zeichen für Toleranz und Vielfalt“, das man damit setzen wollte, sollte also ausdrücklich eine religiöse Dimension haben.

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Die Kette sollte

► „ die Al-Nour Moschee in St. Georg (Kleiner Pulverteich 17) mit der evangelischen Hauptkirche St. Petri (Mönckebergstraße) und dem Zentrum der Jüdischen Gemeinde (Grindelhof 30) verbinden“ (Hamburger Abendblatt, 14.6.2016).

► „Wir hoffen“, so Holger Wagner vom „Organisationsteam des Aktionsbündnisses der Kette für Hamburg“, „dass am Sonntag ganz viele unterschiedliche Menschen um 16.30 Uhr zum Rathausmarkt kommen und es uns gelingt, die Kette wirklich zu schließen –
vom alten jüdischen Grindelviertel bis zur Al-Nour-Moschee“.
(Zeit, 14.6.2016)

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Bezeichnend war, dass das „Aktionsbündnis“ es nicht für erforderlich hielt, diese Ausrichtung auf religiöse Orte weiter zu begründen. Auch die Hamburger Medien berichteten nur, dass für die rund 4 Kilometer lange Strecke 3500 Menschen benötigt werden. Warum ausgerechnet Religionen etwas mit „Toleranz“ zu haben sollen, bedurfte offenbar keiner weiteren Begründung:

Wo einst Multi-Kultur die Metapher für gelebte Toleranz & Vielfalt war, ist es jetzt ganz selbstverständlich die Multi-Religiosität.
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Angesprochen auf diese qualitative Bedeutungsverschiebung hin zum Religiösen, reagierten gerade Mitmacher, die NICHT aus kirchlichen Milieus kommen, überrascht: Darüber dass sie eine Kette zwischen drei als religiös definierten Orten bilden, hätten sie bislang noch nicht nachgedacht. Doch dann fiel ihnen der Grund doch noch ein: Die Verbindung von Christenkirche, jüdischem Gemeindezentrum und Moschee sei ein Statement gegen antimuslimischen Rassismus.

Fragt man nach, wie genau das zu verstehen ist, wird es wieder schwierig. Man wollte „ein Zeichen“ setzen durch die Verknüpfung von drei „religiösen Orten“, aber man ist – obwohl alles so selbstverständlich zu sein schien – nicht darauf vorbereitet, zu begründen, worin denn dieses Zeichen besteht? Die Begründung, die nach einigem Nachdenken kommt, lautet ungefähr so: Es gibt rechte Angriffe auf die Religion migrantischer Minderheiten. In dieser Situation stehen die anderen Religionsgemeinschaften der bedrängten Religion bei. Das wird durch die Menschenketten-Vernetzung von Moschee, Kirche und Synagoge symbolisiert.

Eine Abgrenzung vom „antimuslimischen Rassismus“ erfordert also aus dieser Sicht die „Solidarität der Religionen“. Aufklärung und Religionskritik sind in dieser Situation eher unpassend. Gegen Rassismus zu sein, bedeutet jetzt vor allem Teilnahme am Inter-Religiösen Dialog.

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Ganz selbstverständlich werden Migranten und Flüchtlinge von den Menschenketten-Aktiven pauschal dem Islam zugeschlagen, also einer Religion/Ideologie, die offenbar untrennbar und geradezu naturhaft mit diesen Menschen verbunden ist, weshalb jede Kritik der Ideologie ein Angriff auf die Personen ist, die ihr anhängen. Es ist bemerkenswert, dass man eine solche naturhafte Verbindung zwischen Christentum und Christen nicht vermutet.

Die konkreten Menschen werden so betrachtet, dass sie zum Inter-Religiösen Dialog passen. „Muslimisch“ wird einfach als ethnopluralistische Kategorie benutzt, d.h. man verwendet „Muslim“ (Anhänger des Islam) als „ethnische“ oder „kulturelle“ Bezeichnung (es bleibt offen, wen man zu dieser „Ethnie/Kultur“ zählt).

Auf die Frage, woran SIE denn die religiöse Zugehörigkeit von Migranten und Flüchtlingen erkennen, antworten die Menschenketten-Teilnehmer mit denselben Stereotypen (Aussehen, Sprache) wie der gewöhnliche Rassist. Nur dass der Rassist sich für solche Feinheiten letztlich nicht wirklich interessiert: bei den bekannten „fremdenfeindlichen Übergriffen“ ist es den Tätern ganz egal, welcher Religion ihre Opfer anhängen. Für sie sind arabische Christen oder Juden, asiatische Touristen, Bauarbeiter marokkanischer Herkunft oder afrikanische Atheisten die gleichen Fremden.

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Es sind die Freunde von Toleranz & Vielfalt, die alle diese Übergriffe unter „antimuslimisch“ subsummieren, weil sie selbst ein Gleichheitszeichen zwischen „Muslim“, „Kultur“, „ausländischem Aussehen“ etc. machen. Weil sie „muslimisch“ für eine Ethno-Religion halten (alle Fremden gehören für sie zur „Rasse der Muslime“, die vor allem in Moscheen anzutreffen ist) wäre aus ihrer Sicht jede kritische Anmerkung im Geist der Aufklärung ein Angriff auf Personen, die mit dieser Religionsrichtung offenbar unentrinnbar verbunden sind.

Und weil man das so sieht bzw. sehen will, setzt sich die Überzeugung durch, dass es besser ist, auch andere Religionsrichtungen in Ruhe zu lassen, denn auch antichristliche bzw. generell antireligiöse Positionen führen am Ende unvermeidlich auch zur Respektverweigerung gegenüber der hier minoritären Ethno-Religion. Wer „den Islam angreift, greift alle Religionen an“ rief am 19. Juni Aiman Mazyek unter dem Beifall der Antirassisten über den Hamburger Rathausmarkt. In der Formulierung „wer den ISLAM angreift“ wird willkürlich eine Ideologie/ Religion gleichgesetzt mit den Menschen, die ihr anhängen und diese Gleichsetzung wird sofort auf alle Ideologien/Religionen ausgedehnt. Aufklärung und Ideologiekritik sind damit als Rassismus entlarvt. Dieser Antirassismus ist ins Lager der Gegenaufklärung gewechselt.

Die Kritik an der „Islamophobie“ radikalisiert sich am Ende zum Vorwurf der Religionsphobie.

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Blasphemie
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Das deutsche Mittelschichtpublikum, aus dem diese Menschenketten überwiegend bestehen, definiert Migranten und Flüchtlinge mit Vorsatz pauschal als „fromme Muslime“, denn man weiß durchaus, dass aus den Ländern, in denen der Islam Staatsreligion ist, viele kommen, die vom religiösen Terror die Nase voll haben.

Man liest in diesen Milieus „Qualitätszeitungen“ wie ZEIT, FAZ, SZ etc., und dort erscheinen durchaus Berichte über Kopftuchzwang, islamische Religionspolizei, Peitschenhiebe für blasphemische Blogger, Hinrichtungen von Homosexuellen und vieles mehr. Aber kaum sind die Menschen, die dem entkommen sind hier, werden sie auf eine muslimische Identität verpflichtet und sogar als Pegida-Stichwortgeber denunziert, wenn sie schlecht über den Islam reden.

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Mit anderen Worten: die Menschketten-Macher interessieren sich überhaupt nicht für die Geschichten dieser Menschen, sondern nur für sich selbst. Sie wollen nicht darüber sprechen, dass in Ländern mit Staatsislam Leute an der Macht sind, die man hier – würden sie sich als Parteien oder politische Bewegungen zu erkennen geben statt sich als Religionsvereine auszugeben – den RECHTSRADIKALEN zuordnen würde.

Indem sie all das aber unter Religion & Kultur subsummieren und so der Kritik entziehen, stärken sie mit jeder Menschenkette die Kräfte der Gegenaufklärung , die ja nicht auf deutsche Pegida-Bewegungen beschränkt sind. Man ist als Patriot gegen deutsche Nazis (die dem deutschen Ansehen und Export schaden) und paktiert zugleich mit klerikalen Bewegungen und Apparaten und über diese dann auch mit religiösen Rechten anderer Aberglaubensrichtungen.

→ Es gibt keinen Antirassismus ohne Aufklärung. Ein Antirassismus, der auf die Stärkung der Religionen hinaus will, verrät die Aufklärung. In Anlehnung an Pier Paolo Pasolini, der in seinem Laizismus-Aufsatz vom Faschismus der Antifaschisten spricht, lässt sich der proklerikale Antirassismus als Rassismus der Antirassisten bezeichnen.

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Die Verwandlung der Rassismuskritik in religiöse Affirmation hat in Deutschland einen langen Vorlauf und strukturelle Voraussetzungen. Die formale Trennung von Staat und Kirche geht in der BRD mit dem Konzept der „fördernden Neutralität“ einher. Diese Trennung funktioniert nach dem Motto: Getrennt marschieren, vereint zuschlagen. Staat und Kirchen bilden in der BRD eine Partnerfirma mit zwei Geschäftsadressen.

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Unter diesen Voraussetzungen musste es so kommen, dass mit der Masseneinwanderung aus islamischen Ländern die Macht der christlichen Kirchen wuchs. Mit dem Ziel einer „besseren religions- und gesellschaftspolitischen Integration der muslimischen Bevölkerung“ rief der deutsche Staat schon 2006 die „Deutsche Islamkonferenz“ ins Leben. „INTEGRATION“ soll seither ausdrücklich über die „Stärkung der religiösen Identität“ erfolgen, über religiöse Gruppenrechte statt über Bürgerrechte und säkulare Emanzipation der Einzelnen.

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Die Ansprache der Einwanderer als religiöses Kollektiv liegt ganz in der antilaizistischen deutschen Logik. Der Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ meint:
Weil wir die Macht der christlichen Kirchen nicht antasten wollen, müssen wir wenigstens formal die „fremden Religionen“ unseren Kirchen gleichstellen. Bevor hier jemand die Kirchenprivilegien unter Hinweis auf die Ungleichbehandlung anderer Glaubensrichtungen abschaffen will, schaffen wir uns lieber einen deutschen Staatsislam (mit Hochschaulabschluss) als Minikirche neben den christlichen Mega-Apparaten.

Mit dieser Aufgabe hat der Staat die Kirchen direkt beauftragt. Bei der „Integration des Islam“ ist die evangelische Kirche federführend. Kein „Muslimvertrag“ (so wird das in einigen Zeitungen genannt), der nicht von den Experten des Kirchenapparates formuliert wurde, kein Gesetzentwurf zum Islam, der nicht vor der Verabschiedung erneut den Kirchen zur Begutachtung vorgelegt wird. Was „Gleichstellung des Islam mit dem Christentum“ bedeutet, entscheiden die Christenkirchen zusammen mit dem Staat, dessen Führungspersonal heute fast komplett den beiden Kirchen angehört.

Und genau das ist der Grund dafür, dass man JETZT mit Menschenketten religiöse Orte miteinander verbindet:

Mit der bundesweiten Menschenketten-Aktion „Hand in Hand gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt“ am 18./19. Juni 2016 wurden die (in Berlin geplanten) Aktionen des „hellen Deutschland“ auf das antilaizistische Gleis gesetzt, also an die staatspolitischen Vorgaben angepasst:

► Die Antirassisten sollen mitmachen bei der „Integration“ durch „Stärkung der religiösen Identität“ unter kirchlicher Aufsicht.
Genau das wurde an diesem Wochenende eingeübt. Die Menschenkette war ein Schulungskurs.

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Hand-in-Hand
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Die deutsche „Zivilgesellschaft“ wird schon lange von den Kirchenapparaten dominiert, aber was am 19. Juni 2016 in Hamburg und in weiteren Städten geschah, hat zweifellos eine neue Qualität. ERSTMALS wurde bundesweit eine Menschenkettenbewegung initiiert, die nicht indirekt, sondern unmittelbar für die Re-Religionisierung des gesellschaftlichen Lebens mobilisierte.

Diese Menschenkette war gegenaufklärerischer politischer Gottesdienst. Und diese Christianisierung des Antirassismus richtet sich nicht nur frontal gegen Atheisten und Agnostiker, sondern gegen alle säkularen Kräfte.

Dass diese reaktionäre Orientierung auch von Leuten getragen wird, denen Kirchen und Religionen sonst eher gleichgültig sind, hängt zusammen

• mit den „religiösen Empfindungen der Ungläubigen“ (Sama Maani) : Religionskritik gilt plötzlich als intolerant oder gar rassistisch

• mit dem offiziellen staatlichen Antilaizismus, der die Klerikalen stärkt und die „Ungläubigen“ diffamiert. Der klerikale Antirassismus stellt alles auf den Kopf: Aufgeklärten Menschen, die an keinen Gott glauben, wird ein Defizit an Moral und Werten unterstellt. Sogar Rassismus wird auf einen Mangel an christlichem Glauben zurück geführt, denn „ein Leben in völliger Abkehr von Gott“ gilt proklerikalen Antirassisten als „reduzierte Existenz“ (Martin Mosebach), die das Böse hervor bringt.

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Diese religiöse Aufrüstung

ist inzwischen die von vielen Seiten bevorzugte Entwicklung. Schon die deutsche Willkommenskultur im Sommer 2015 wurde personell von den christlichen Kirchen dominiert wird („Ehrenamtlichkeit“ gehört zum neoliberalen Konzept der pastoralen Macht; zwei Drittel der „Ehrenamtlichen“ kommen aus den Kirchengemeinden). Sie ist antilaizistisch und ethnopluralistisch zugleich, denn sie geht davon aus, dass (a) Religionen und Kulturen unauflöslich mit einer bestimmten „Ethnie“ verbunden sind, (b) Menschen ihre Religion nicht ändern können, (c) Migranten auf „ihre Kultur/Religion“ reduzierbar sind. („Alle Araber sind Moslems, als solche heißen wir sie willkommen“).

→ Für den neuen proklerikalen Antirassismus steht der „RESPEKT vor fremden Kulturen, Bräuchen und Religionen“ im Mittelpunkt, wobei die Religionen nun an die erste Stelle gerückt sind.

→ Aufklärung, Laizität und Blasphemie müssen aus dieser Perspektive abgewehrt werden.

→ Schon nach der Ermordung der Redaktion von Charlie Hebdo gab es kulturrelativistische Antirassisten, die Gotteslästerung als Rassismus darstellten.

Nicht nur die politische Klasse, sondern gerade auch die „Zivilgesellschaft“ ist inzwischen geradezu versessen auf ein Denken in religiösen Identitäten. Der Gedanke, dass in einer aufgeklärten Gesellschaft nur eine einzige Identität den Staat etwas anzugehen hat – die des Bürgers – verschwindet hinter einem folkloristisch-religiösen Identitätsbegriff. Ein offensiver und aggressiver religiöser Diskurs übertönt nun den politischen Diskurs.

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(2)

Gotteslaesterung
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ChristianeSchneider

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Die bundesweite Menschenketten-Aktion „Hand in Hand gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt“ am 18./19. Juni 2016 rechtfertigte Angriffe auf Juden, Homosexuelle, Atheisten und Laizisten.

Die Hamburger Menschenkette sollte symbolisch das Jüdische Gemeindezentrum, eine Christenkirche und eine sunnitische Moschee verbinden. Wer genau sollte da mit wem in einen Zusammenhang gebracht werden?

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(a)

„DAS ALTE JÜDISCHE GRINDELVIERTEL“

„Wir hoffen, dass … es uns gelingt, die Kette wirklich zu schließen – vom alten jüdischen Grindelviertel bis zur Al-Nour-Moschee.“

Das alte jüdische Grindelviertel gibt es nicht mehr. Es wurde von den deutschen Tätern und Mitmachern ausgelöscht. Die wenigen Hamburger Juden, die den Holocaust überlebten, gründeten nach 1945 eine kleine jüdische Gemeinde. 1950 begingen im Patzenhofer-Festsaal am Stephansplatz die wenigen überlebenden Hamburger Juden auf Einladung der jüdischen Angehörigen der britischen Armee erstmals das Passah-Fest. 1958, also zwanzig Jahre nach den Novemberpogromen, begann an der Hohen Weide in Eimsbüttel der Bau einer neuen Synagoge mit einem nicht besonders großen Gebetsraum. Selbst nachdem 1990 jüdische Auswanderer aus Osteuropa hinzu kamen, hat diese Gemeinde weniger Mitglieder als jeder Hamburger Turnverein.

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Das als Punkt A auf einer Google-Map markierte eine Ende der Menschenkette – das „alte jüdische Grindelviertel“ – existiert also überhaupt nicht bzw. es existiert nur als Verdrängungsleistung der Menschenketten-Macher. Die Adresse die man dort als Treffpunkt angegeben hatte (und wo sich dann doch keine Menschenkette hinwagte; sie endete weit unterhalb!), WAR vor dem Holocaust die Talmud Tora Realschule für 800 jüdische Schüler. Erst seit 2007 ist das (rund um die Uhr von der Polizei bewachte) Gebäude Verwaltungssitz der kleinen jüdischen Gemeinde. Die Wiederaufnahme des Schulbetriebes begann mit 10 Schülern (derzeit: 23) , und an jüdischen Lehrern fehlt es bis heute. Die geschmacklose Rede vom „alten jüdischen Grindelviertel“ und vom „neuen jüdischen Leben am Grindel“ ist Propaganda, die im Zuge der staatspolitisch angestrebten Wiedergutwerdung der Deutschen entstand. Auch die „Union progressiver Juden“, die offiziell zum Trägerkreis der Menschenkette gehört, ist in diesem Fall ein Etikettenschwindel: Sie ist nicht die „Jüdische Gemeinde Hamburg“ die auf der Menschenketten-Route angezeigt wurde und sie ist in Hamburg kaum existent.

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(b)

DIE AL-NOUR- MOSCHEE

Antirassismus
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Sehr real ist hingegen Punkt B der Menschenketten-Route, also ihr anderes Ende. Es ist die sunnitische Al Nour Moschee am Kleinen Pulverteich in St. Georg.

Als Al-Nour Moschee wird in Hamburg (bekannter ist die Al-Nour Moschee in Berlin) die seit Ende der 1970er Jahre bestehende Centrum-Moschee in St. Georg bezeichnet. Träger ist die „Islamische Gemeinde Hamburg – Centrum-Moschee e.V.“

Eine gewisse öffentliche Aufmerksamkeit erhielt diese Moschee erstmals vor zehn Jahren, als bekannt wurde, dass dort Milli Göruş-Islamisten antijüdische Kinderfilme verkauften, darunter die iranische Hetzserie „Die Kinder der Al-Aksa-Moschee“.

Im Oktober 2014 verschanzten sich Salafisten in der Moschee, die zuvor mit Messern Kurden angegriffen hatten. Die Moschee-Leitung distanzierte sich danach, aber das ändert nichts daran, dass die Salafisten dort nicht grundlos Schutz suchten.

Ganz in der Nähe liegt übrigens die Al-Quds-Moschee, in der sich seinerzeit einige der Attentäter vom 11. September 2001 trafen. Dieses Kapitel wurde auch von der offiziellen Hamburger Politik nie „aufgearbeitet“: Warum konnten sich die islamistischen Massenmörder so ungestört in Hamburg vorbereiten?

Die „Islamische Gemeinde Hamburg – Centrum-Moschee e.V.“ hat vor einiger Zeit im Hamburger Stadtteil Horn eine aufgegebene christliche Kirche, die Kapernaum-Kirche, gekauft, die zu einer Moschee umgebaut wird. Ein erheblicher Teil der Kosten wird von Kuwait bezahlt.

Im Hamburger Abendblatt vom 22.08.2015 heißt es dazu:

Kuwait finanziert Moschee-Umbau in Horn
Auf dem Turm der ehemaligen evangelischen Kapernaum-Kirche in Hamburg-Horn glänzt seit diesem Sommer der arabische Schriftzug „Allah“ in der Sonne. Die Sanierung und der Umbau erwiesen sich als erheblich teurer als gedacht. Daniel Abdin, Vorsitzender des Islamischen Zentrums Al-Nour, der auch Vorsitzender der Schura, des Rates der islamischen Gemeinden in Hamburg, ist sagt: „Wir haben uns an den kuwaitischen Staat gewandt. Der kuwaitische Staat ist einer der demokratischsten in der Golfregion.“ Und was erwartet das Emirat von Al-Nour im Gegenzug? „Es gibt null Bedingungen“, versichert Abhin.

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Für die Al-Nour-Moschee ist Kuwait
„einer der demokratischsten Staaten in der Golfregion“.

Wie das gemeint ist, zeigen schon wenige Beispiele:

Welt, 17.12.2015
Juden raus!
Kuwaits Fluglinie will keine Israelis an Bord haben. Die Fluggesellschaft des Öl-Emirates will London und New York nicht mehr bedienen. Der Grund: Die USA wollen sie zwingen, israelische Fluggäste an Bord zu nehmen. Das lehnt die Airline ab.

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Tagesspiegel, 11.10.2013
„Schwulentest“: Kuwait will Homosexuelle an Einreise hindern
Ein kuwaitischer Politiker will mit medizinischen Tests Schwule entlarven – und sie an der Einreise nach Kuwait und andere Golfstaaten hindern. Wie der Test aussehen soll, verriet der Politiker nicht – doch ein kritisches Youtube-Video skizziert makabre Ideen. Erst im Mai hatten kuwaitische Polizisten 215 Schwule und Lesben in einer groß angelegten Razzia in mehreren Internetcafés festgenommen. Und im Jahr 2010 wurde die Ausstrahlung eines ägyptischen Films („Bidun Rakaba“ – Ohne Kontrolle) verhindert, der neben Drogengebrauch auch Homosexualität thematisierte.

Hinweis: Mit 7 Jahren Gefängnis werden Homosexuelle in Kuwait bestraft.

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Welt, 03.05. 2012
Kuwait beschließt Todesstrafe bei Blasphemie
Wer Gott oder den Propheten Mohammed in Kuwait verunglimpft, soll in Zukunft mit dem Tod bestraft werden. Das Parlament hat ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Nicht-Muslimen droht Haft.

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Θ Das interessierte Desinteresse der Menschenketten-Antirassisten an der Al-Nour-Moschee

Wenn sie es wissen wollten, könnten diese Tatsachen all den Leuten, die in Hamburg eine Menschenkette ausgerechnet von der A-Nour-Moschee bis zum Jüdischen Gemeindezentrum bildeten, bekannt sein. Es stand ja in ihren Zeitungen.

Darauf angesprochen, erinnerten sich einige dunkel, dass da etwas war. Aber so genau wusste man es nicht mehr. Einige meinten, vielleicht wäre es klüger gewesen, die Blaue Moschee an der Alster zum Ausgangspunkt zu machen. Nach dem Hinweis, dass die vom irakischen Gottesstaat kontrolliert wird, kam die Frage auf, wo denn die liberalen Moscheen zu finden sind. Liberal ist dummerweise sehr relativ. Aus der liberalen Fraktion gibt es zum Beispiel die Warnung, dass Schweinefleisch schwul macht. Wer so denkt, aber deshalb niemand umbringen will, gilt als liberal.

Der entscheidende Punkt ist, dass die Menschenketten-Macher das alles gerade deshalb nicht wissen wollen, weil sie ihren „interreligiösen Antirassismus“ durchsetzen wollen. Sie wissen es oder könnten es wissen, aber es passt nicht ins Konzept, es zu wissen.

Antisemitische Filme? Geld aus dem „demokratischen Kuwait“? Das hindert proklerikale Antirassisten nicht daran, die Jüdische Gemeinde (die nicht gefragt wurde und auch nicht teilgenommen hatte) per Menschenkette symbolisch ausgerechnet an die Al-Nour-Moschee anzubinden. Man nutzt pseudo-antirassistische Argumente, um Kritik am Islamismus als rassistisch zu denunzieren, und das vor allem wenn es um Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Schwulenfeindlichkeit und um Elemente des Islam geht, die mit faschistischen Ideologien – im Sinn einer romantisch-antiaufklärerischen Gegenmoderne mit totalem Herrschaftsanspruch – vergleichbar sind.

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(c)

HAUPTKIRCHE ST. PETRI

Hauptträger der Hamburger Menschenkette ist der Apparat der finanzstarken und einflussreichen evangelischen Nordkirche. Deren Hauptkirche St. Petri in der Mönckebergstraße bildete die Zwischenstattion zwischen Al-Nour und dem Grindelviertel.

Die Nordkirche hat ein besonderes Interesse daran, die „Flüchtlingsfrage“ zur Re-Religionisierung der Gesellschaft zu nutzen. Sie wird dabei in jeder Hinsicht vom Staat und von einem erheblichen Teil der „Zivilgesellschaft“ unterstützt. Allen geht es um eine Politik der Anerkennung der religiösen Identität.

Wenn soziale Fragen im Kontext der „Flüchtlingskrise“ in religiöse umdefiniert werden, wertet das die Stellung der Kirchen erheblich auf. Sie wollen dem Religiösen endlich wieder den Platz zukommen zu lassen, den es ihrer Meinung nach verdient. „Strenggläubige Muslime“ sieht man dabei durchaus als Helfer,

••• „weil ein Muslim einen Christen mehr respektieren wird als einen, der nichts glaubt“ (de Maizière).

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In ähnlichen Worten steht das so auch auf der Homepage der Sankt-Petri-Kirche:

Homepage St. Petri:
Menschenkette zwischen Al-Nour-Moschee, Hauptkirche St. Petri und Talmud-Thora-Schule
In Hamburg betont die Aktion „Hand in Hand gegen Rassismus“ mit der Auswahl dieser drei markanten Orte, wie wichtig das gute Miteinander der Religionen für den Frieden (sic!) in der Stadt ist. Religiöse Identität sieht in Menschen unterschiedlicher Religionen nicht den Angriff auf den eigenen Glauben. Vielmehr formt sich mein eigener Glaube erst im Gespräch mit Anderen.

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(3)

Nordkirche
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Anmerkungen und Zitate

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Die Menschenkette als Protestform

Händchenhalten als politische Aktionsform wurde Anfang der 1980 Jahre von der deutschen Friedensbewegung etabliert. 1983 bildeten 200.000 Friedensbewegte eine Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm. Den Nato-Doppelbeschluss hat das nicht verhindert, aber die Teilnehmer schwärmten noch lange von dem „Gänsehaut-Moment“, als die Meldung von der Schließung der Kette kam. Der bisherige Rekord wurde dann 1989 aufgestellt, als zwei Millionen Balten eine Kette quer durch Estland, Lettland und Litauen bildeten, um von der Sowjetunion die „nationale Unabhängigkeit“ zu verlangen – mit freundlicher Unterstützung der Nato.

Als Schwundform von Zivilcourage und Protest wurde die Menschenkette nach 1990 vor allem in Deutschland inflationär. Musste bei einer Demonstration noch politisch argumentiert werden, präsentierten Kettenteilnehmer schlicht sich selbst als Teil einer sprachlos-friedfertigen Masse. Eine Atmosphäre zwischen Kirchentag und Wir-sind-das-Volk.

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Vom „Runden Tisch“ zur Menschenkette

Für die Menschenkette zwischen Al-Nour-Moschee + Talmud-Thora-Schule gibt es ein Vorbild. Es liegt in Pinneberg:

Welt, 22.01.11
Bürgermeisterin will „ Runden Tisch“
mit Juden und Judenhassern

Pinneberg wird zum Mekka für Islamisten. Nun hat ein Besucher der örtlichen Moschee zum Judenmord aufgerufen. Die Bürgermeisterin plant einen „Runden Tisch“. Kristin Alheit will, dass Ruhe in Pinneberg einkehrt. Keine Gewaltaufrufe mehr im Internet, keine volksverhetzenden Beleidigungen wie „dreckiger Jude“ und keine Zeitungsartikel über ihre Stadt als Zufluchtsstätte für Islamisten. Für Februar will sie Vertreter der in Pinneberg vertretenen Religionsgemeinschaften nun an einen „Runden Tisch“ bitten, „um die Lage zu beruhigen“. Der von dem Gewaltaufruf betroffene Vorsitzende der jüdischen Gemeinde muss dann mit den Vorständen der Al-Sunnah-Moschee diskutieren – mit den Leuten also, in deren Moschee der Autor der Gewaltandrohung verkehrte.

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„Religionskritik ist wie Homophobie“

Menschen anderer Hautfarbe, Religionen, aber auch Lesben, Schwule, Transgender, hauptamtliche und freiwillige Helferinnen und Helfer, Politikerinnen und Politiker werden in Deutschland beschimpft und angegriffen. (Aufruf)

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Inter-Religiöser Dialog

Hinz + Kunzt, 27.6.2013 (Herausgeber: Diakonie)
Keine Vorurteile gegen Islamismus
Im Umkreis der Al-Nour-Moschee, die immer größer wurde, hat sich über die Jahre sunnitisch-türkisches Leben ausgebreitet. Der Verfassungsschutz sieht die Moschee zwar in „islamistischem“ Fahrwasser, steht mit dieser Meinung aber ziemlich allein.

Hamburger Abendblatt, 5.3.2016
Al-Nour-Moschee: Wo Muslime im Akkord beten
„Die Flüchtlingskrise hat aus einem Routinegebet eine Massenveranstaltung gemacht. Vor ein paar Monaten waren es noch Hunderte, inzwischen strömen bis zu 2500 Gläubige an einem Freitag an den Kleinen Pulverteich.“

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Christliche Missionsarbeit als
„interkultureller Konfirmandenunterricht“

Nordkirche
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Als Redner auf dem Hamburger Rathausmarkt wurde neben Ayman Mazyek (Vorsitzender des Zentralrats „der“ Muslime) und Dirk Ahrens ( Chef des Unternehmerverbandes „Diakonischen Werk“) als „Geflüchteter aus Somalia“ auch Indho Abyana angekündigt.

Die Geschichte des jungen Abyan wird in den zahlreichen Publikationen der Nordkirche immer wieder erzählt. Abyan wird auch regelmäßig auf religiösen Veranstaltungen und Kongressen präsentiert. Allerdings wird nirgends erklärt, warum er in den ersten Jahren noch Indho Mohamud Abyan hieß und jetzt nur noch Indho Abyan.

Man ahnt es, wenn man sich die Missionstätigkeit der Nordkirche anschaut. Dazu gehört zum Beispiel ein „interkultureller Konfirmandenunterricht“ mit jungen Migranten und Flüchtlingen. „Jugendliche erfahren hier“, so heißt es, „dass Religion wie ein Brücke sein kann.“ Zum Beispiel eine Brücke von einem Aberglauben zu einem anderen.

Berichtet wird über diese Kurse u.a. in der Nordkirchen-Publikation WELT-BEWEGT, einer Zeitschrift für „Mission und Ökumene“. Theresia, eine der interkulturellen Konfirmandinnen, wird mit den Worten zitiert: „Was ALLE Menschen verbindet, ist der Glaube. Unsere wahre Identität liegt einfach im Glauben.“

Junge Leute werden hier systematisch zu Gegnern von Aufklärung, Laizismus und Atheismus ausgebildet. Sie leben schon jetzt in einer Welt, in der „Toleranz & Vielfalt nur zwischen Gläubigen gilt, nicht aber für Ungläubige, die es eigentlich garnicht geben sollte und mit denen einen einfach NICHTS verbindet.

In diesem Milieu wird auch der als Paradebeispiel für eine gelungene religiöse Integration herum gereichte Indho (Mohamud) Abyan indoktiniert. Zuletzt wurde er auf einer mehrtägigen Missionskonferenz als Gast präsentiert. Und es gibt viele Missionskonferenzen im Norden:

Hinter der “interkulturellen“ Missionstätigkeit der Nordkirche steckt ein riesiger Apparat, der weitgehend vom Staat bezahlt wird. Teil dieses Apparates ist – man glaubt es nicht – eine staatsfinanzierte (!) „Missionsakademie an der Universität Hamburg“, zu der eine „Deutsche Gesellschaft für Missionswissenschaft“ gehört. Christenmission gibt es also als Studienfach an der Uni.

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Islam-Neid

Nordkirche
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Die Kirchen können ihren Islamneid kaum verbergen, denn dort wird – angeblich – noch richtig fest geglaubt: „Die an Glaubenswissen verarmten Deutschen können von Muslimen wieder lernen, wie man öffentlich seinen Glauben zeigt.“ (Jesus.de)

Man beneidet den Islam als Ordnungsfaktor und als eine ideologische Macht, die Unterwerfung als „antidekadenten“ Tugendterror durchsetzt. Aus der Re-Islamisierung migrantischer Milieus macht man vor allem ein Argument für die Re-Christianisierung des öffentlichen Lebens: “Muslimische Schüler erwarten von ihren christlichen Klassenkameraden eine christliche Erkennbarkeit” (Tebartz-van Elst, Ex-Bischof von Limburg).

Als es vor einigen Jahren auf dem Deutschen Juristentag um die Ein führung einer staatlich sanktionierten Islam-Lehre an deutschen Schulen ging, gab es 115 Ja-Stimmen und zwei Ablehnungen. Die Debatte war von der Erwartung bestimmt, dass sich dadurch der christliche Religionsunterricht an staatlichen Schulen noch besser rechtfertigen lasse. Selbst die FAZ wunderte sich: „Freunde der Laizität gibt es hier kaum – nur eine Handvoll Teilnehmer sträubt sich gegen religiöse Symbole in der Schule.“

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Die Religions-Routen in anderen Städten

Die Routen der Menschenketten-Aktionen „Hand in Hand gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt“ am 18./19. Juni 2016

MÜNCHEN
„Die Menschenkette verband symbolisch mehrere Glaubensgemeinden wie die Sankt-Michaels-Kirche, die israelitische Kultusgemeinde und das Münchner Forum für Islam.“

LEIPZIG
„Die Menschenkette verband symbolisch lokale Moscheen, die Nikolaikirche und das Synagogenmahnmal.“

BERLIN
„Die Menschenkette verband symbolisch das Rote Rathaus und eine Flüchtlingsunterkunft. Eine Moschee, eine Kirche und die Jüdische Gemeinde zu Berlin liegen auf der 6,5 Kilometer langen Route.“

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Radiosendung
zum Thema Französischer Laizismus/ deutscher Anti-Laizismus. FSK-Hamburg 93 FM.

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gj, kontakt dbd (at) riseup.net

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Paris, 13.11.2015: Das Massaker im Club Bataclan war antisemitisch motiviert

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antisemitisch
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Dezember 2008: Zehn Muslime, die sich hinter PLO-Tüchern verbergen, drohen dem Pariser Club Bataclan, weil dort eine israelische Veranstaltung stattfindet (siehe Video).

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Club Bataclan

■ Wie schon bei der Geiselnahme in dem Pariser jüdischen Lebensmittelgeschäft im Januar 2015, will man auch im Fall des Massakers in dem Pariser Club Bataclan gerade in Deutschland von einem antisemitischen Hintergrund selten etwas wissen. Es wird kaum gefragt, warum die Pariser Attentäter es speziell auf diesen Club und auf die Band Eagles of Death Metal abgesehen hatten.

Seit 2007 wurde der Klub immer wieder von muslimischen Antisemiten attackiert. In dem großen Saal finden auch jüdische Festveranstaltungen statt und spielen immer wieder auch Bands aus Israel. Seit Jahren tauchen islamistische Videos im Netz auf, die deshalb mit Anschlägen auf das Bataclan drohen. Regelmäßig wurden diese Drohungen wiederholt, wenn wieder ein jüdisches Fest dort gefeiert wurde. Die islamistische Gruppe Jaish al-Islam drohte 2011 das Bataclan zu attackieren, weil der Besitzer „jüdisch“ sei:

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Antisemitismus

Times of Israel, Nov. 14, 2015
Bataclan theater long a target of anti-Zionist groups, report says.
French magazine Le Point (Pourquoi le Bataclan est-il régulièrement visé ?) said early Saturday that the Bataclan theater, targeted in Friday night’s Paris terror attacks, has for years been the target of anti-Zionist groups as its Jewish owners often put on pro-Israel events. (The Jewish owners actually sold the theater in September, it emerged on Saturday). The publication quoted a member of the extremist group Army of Islam, who told French security services in 2011 that, “We had planned an attack against the Bataclan because its owners are Jews.” The Eagles of Death Metal, the band performing at the theater when the attacks began, played in Tel Aviv’s Barby club in July.

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The Eagles of Death Metal

■ Auch die Band The Eagles of Death Metal wurde demnach nicht zufällig zum Anschlagsziel. Ihr Konzert wurde von den Islamisten ausgesucht, weil die Band vor kurzem in Israel aufgetreten war und sich in diesem Zusammenhang auch gegen Boykottaufrufe zur Wehr gesetzt habe. Diese Boykottaufrufe kamen aber nicht von Islamisten, sondern von der antisemitischen BDS-Bewegung, die um ein „progressives“ Image („Menschenrechte“, „Zivilgesellschaft“ etc.) bemüht ist:

The band performed at the Barby Club in Tel Aviv, Israel, in spite of pressure from anti-Israeli Boycott, Divestment and Sanctions (BDS) activists. Roger Waters sent a letter to the band which reportedly demanded that they boycott Israel. Hughes publicly commented on Waters‘ letter at the Tel Aviv concert, saying „I would never boycott a place like this … You know what I wrote back? Two words … Never waste your time worrying about what an asshole thinks about you.” Hughes repeated the obvious two-word profanity to the cheering crowd in Tel Aviv. During the show he said “I’ve never felt more at home in my life”.

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Die Eagles of Death Metal haben sich von den BDS-Antisemiten nicht beeindrucken lassen. Aber zwei Tage vor ihrem Konzert im Bataclan hat sich die gesamte Europäische Union zur Boykottbewegung erklärt. Ein Sprecher der israelischen Regierung sagte am 12. November: „Wir bedauern, dass die Europäische Union aus politischen Beweggründen so einen extremen und diskriminierenden Schritt unternimmt, der einem Boykott ähnelt. Und dies ausgerechnet zu einer Zeit, in der Israel einer Terrorwelle ausgesetzt ist, die gegen alle seine Bürger gerichtet ist.“

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Anschläge, wie sie jetzt in Paris stattfanden, gibt es in Israel seit Jahrzehnten. Sie werden hier überwiegend als verständlicher Widerstand gegen „die Besatzer“ interpretiert. Nicht zuletzt von Linken.

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Bataclan
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(Video)

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Boykott-Aktion gegen Israel

Münchner Abendzeitung, 11.11.2015
Charlotte Knobloch ist empört:
Wirbel um angeblich israelfeindlichen Vortrag

Es ist ein harter Vorwurf von Charlotte Knobloch gegen das Projekt BDS („Boycott, Divestment and Sanctions“ – Boykott, Kapitalabzug und Sanktionen), das dort vorgestellt werden soll: Antisemitisch sei es, tarne „das sozial nicht adäquate ,Kauft nicht bei Juden!’ als modernisierte Form des Nazijargons in der Forderung ,Kauft nicht vom jüdischen Staat!’“, sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“.

Christopher Ben Kushka, selbst Mitglied bei BDS Deutschland, soll in dem Vortrag über die Hintergründe, Entwicklung und Wirkung der Kampagne sprechen. Diese will Israel beispielsweise über den Boykott von Exportgütern zwingen, die Besetzung der Palästinensergebiete zu beenden. Knobloch erklärte es für „inakzeptabel, dass solche anti-israelischen Veranstaltungen in städtischen Räumlichkeiten abgehalten werden“. „Wir können daraus nicht ersehen, dass es sich um einen Boykottaufruf handelt“, sagt dagegen das städtische Kulturreferat. Der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, Volker Beck, hatte im März öffentlich kritisiert, die Bundesregierung ducke sich weg, indem sie BDS nicht als antisemitisch einstufe.

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12.11.2015: „Warnsignal an Israel“ als Kommentar zur arabischen Migration

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EU beschließt Kennzeichnung für Waren aus von Israel besetzten arabischen Gebieten
(Westjordanland, Ost-Jerusalem, Golanhöhen)

Terror
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Just zu einer Zeit, in der Juden wahllos auf Israels Straßen niedergestochen werden (selbst die Messeratacke eines Nazis auf die Kölner OB-Kandidatin Henriette Rekeram am 17. 10. hatte hier an der „Spirale der Gewalt im Nahen Osten“-Rhetorik nichts geändert), gibt Deutsch-Europa dem Druck der antisemitischen Boykottbewegung nach.

Es geht dabei ausdrücklich auch um die Golanhöhen, also um einen destruktiven Kommentar zu der Bedrohung, der Israel durch den Syrienkrieg ausgesetzt ist.

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Die Abstrafung Israels erfolgt genau zu dem Zeitpunkt, da mehrere Huntertausend arabische Migranten nach Europa kommen.
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Der Zeitpunkt dieser Abstrafung ist eindeutig als Signal an diese Migranten inszeniert. Sie finden diese Nachricht ganz vorne auf dem Ticker der arabischen Smartphone-News. Die Botschaft lautet:

Das (nicht nur) über die „Flüchtlingskrise“ zerstrittene Europa ist sich ausnahmsweise einig wenn es GEGEN ISRAEL geht und beschließt deshalb besondere Herkunftsbezeichnungen für Waren aus von Israel besetzten ARABISCHEN Gebieten inklusive Golanhöhen.

Diese Meldung ist auf den Titelseiten mit dem Thema der „deutschen Werte“ kontextualisiert, an die sich die Migranten zu halten haben.
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Es gehört zum neuen deutschen Selbstbewusstein, die eigene „Leitkultur“ nun offensiv zu formulieren und auch klar zu stellen, dass diese mit politischem, ökonomischem UND vermehrt mit militärischem Druck auch durchgesetzt werden sollen.

Die Turbulenzen der „Flüchtlingskrise“ und deren Bewältigung als repressive Willkommenskultur (bei vollständiger Einbindung der Antira-Szene in die staatlichen und halbstaatlichen Behörden- und Katastrophen- Apparate), haben die innere Einheit gefestigt und so den politischen Bewegungsspielraum der Staatsmacht erweitert. 83 Prozent der Deutschen sind jetzt für „mehr Druck“ auf andere Länder, und auch die Befürwortung von militärischen Interventionen steigt rasant.

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Die Meldung von der Abstrafung Israels steht am 12. November 2015 auch direkt neben der Nachricht, dass in Frankreich gerade ein islamistischer Anschlag verhindert wurde.

Das war die Nachrichtenlage EINEN Tag vor den mörderischen Anschlägen in Paris!

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Die Abstrafung Israels hat die IS-Islamisten nicht überzeugt. Nicht ausreichend findet den Israel-Boykott mit Sicherheit auch der iranische Ober-Mullah Rohani, der am 15. November in Paris eintreffen sollte. Nach dem Atomdeal will Frankreich mit den Mullahs wieder Geschäfte machen, was nicht so einfach ist, weil der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel schon im Juli in Teheran war. Wegen des Terrors der mit Rohani konkurrierenden IS-Islamisten wurde der Staatsbesuch nun verschoben. Beide Seiten betonten, dass die Katastrophe in Paris zum Anlass genommen werden soll, den gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus auf internationaler Ebene zu intensivieren. Der Israel-Hasser Rohani und die EU also gemeinsam gegen den Terrorismus!

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Antisemitismus
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Deutsche Willkommenskultur:

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2015
Warnsignal an Israel

Die europäische Haltung gegenüber Israel war lange von einem Widerspruch gekennzeichnet: Die EU hat, unterstützt auch von Deutschland, immer wieder die Siedlungspolitik verurteilt; denn die ist eines der größten Hindernisse für eine Friedenslösung. Konkrete Sanktionen hat sie deshalb aber nie ergriffen. Das hatte (sic!) historisch-moralische, aber auch strategische Gründe. Immerhin ist Israel eine Art westlicher Vorposten in einer äußerst instabilen Region.

Mit dieser Zurückhaltung bricht Brüssel nun, indem es eine Kennzeichnungspflicht für Produkte aus den Siedlungen (und von den Golanhöhen) einführt. Das ist eine sehr milde Maßnahme, aber immerhin mehr als der bisherige politische Protest. Es ist kein Wunder, dass das in Israel Aufregung hervorruft, denn es kommt kurz nach dem Atomabkommen mit Iran, in dem (Deutsch-) Europa seine eigenen Interessen ebenfalls kühl durchsetzte.

In Israel sollte man diesen Schritt als ernstes Warnzeichen sehen, dass den Europäern die Geduld ausgeht. Für eine sinnvolle Neujustierung der EU-Politik müsste nun allerdings auch der Druck auf die Palästinenser erhöht werden.

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Nachtrag am 1. Dezember 2015

Yuli Edelstein, Präsident der Knesset:

„Aber wenn es wirklich nur um die Palästinenser geht, warum gelten die EU-Richtlinien dann auch für die Golanhöhen ?
Sollen wir uns entschuldigen und den Golan an den syrischen Präsidenten Baschar al Assad zurückgeben?
Oder sollen wir ihn dem Islamischen Staat überlassen?“

(FAZ, 1.12.2015)

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Messerattacken in Israel sind kein Terror sondern „Spirale der Gewalt“

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Terror im Oktober 2015

„Hitler 2″ in Gaza-Stadt
Terrorismus
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Oktober 2015. Bei neuen Messerattacken auf Israelis sind mindestens drei Israelis getötet und mehr als zehn verletzt worden. Seit Monatsbeginn wurden sieben Israelis erstochen. In den deutschen Medien gab es für die Opfer keine Empathie. Im Gegenteil: Die Israelis selbst wurden für die Messerattacken verantwortlich gemacht: Was im Oktober 2015 in Israel passiert, wird hier nicht als Terror, sondern als „Spirale“ (der Gewalt) abgetan. Frankreich formulierte sogar eine Resolution des UN-Sicherheitsrats, mit der Israel unter Aufsicht gestellt werden soll.

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FAZ – Zeitung für Deutschland
Eskalation der Gewalt im Nahen Osten
Ungeachtet der andauernden Spannungen um den Tempelberg lehnt Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine internationale Aufsicht des Plateaus in Jerusalem ab. Der Streit um die Juden wie Muslimen heilige Stätte gilt als Auslöser für die jüngste Serie der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern. Die Palästinenser befürchten, dass Israel immer mehr Juden eine Sondergenehmigung für Besuche auf dem Areal erteilt und damit die Kontrolle der Muslime über die drittheiligste Stätte im Islam aushebelt. Israel bestreitet dies.

Ein Entwurf Frankreichs für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats sieht vor, internationale Beobachter auf den Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) zu entsenden.“

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Hitler- Gaza-Stadt

Juden erstechen

Während dessen eröffnet in Gaza Stadt das Kleidergeschäft „Hitler 2“. Die Schaufensterpuppen sind mit Sturmhauben maskiert, tragen Palästinensertücher und haben Messer an die Plastikhände geklebt. Es ist Werbung für weitere blutigen Messerattacken auf Juden.

„Das Geschäft heißt ‚Hitler‘, denn Hitler war die anti-jüdischste Person, die ich kenne. Ich mag die Kleidung und den Namen, das ist fantastisch“, so der 20-jährige Hijaz Abu Shanab vor dem Geschäft gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Foto: Screenshot The Jerusalem Post
siehe Video

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„Hitler 1″ in Gaza-Stadt
(Eröffnung Mai 2015)
Hitler2 Gaza
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GJ, Kontakt: dbd (at) riseup.net